Seit dem 2. April kostet der Eintritt im Pillnitzer Park Geld. Für Eingeborene hatte man schon recht zeitig sehr preiswerte Jahreskarten (acht Euro) angeboten. Jetzt gehen die Stzaatlichen Schlösser, Burgen und Gärten noch ein Stück auf die Dresdner zu:
Für Stammkunden der DREWAG und der Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) halbiert sich der Preis einer Jahreskarte für den Besuch des Pillnitzer Schlossparks. Unter dem Titel „Gartenfreund für ein Jahr“ kostet die spezielle Dauerkarte dann lediglich 4,00 statt der sonst fälligen 8,00 Euro.

Ob damit Ruhe einkehrt, mag ich allerdings bezweifeln, denn es geht den meisten Dresdnern und ganz speziell den Pillnitzern nicht so sehr um die paar Euro. Es geht vielmehr darum, dass die zunehmende Kommerzialisierung öffentlichen Raumes inakzeptabel ist.
Ein Kollege der in Graupa wohnt und oft am Schlosspark vorbei kommt, meinte, dass die Besucherzahlen im Schlosspark schon sichtbar zurück gegangen sind. Ich hoffe, dass nach einem Jahr Bilanz gezogen wird und wenn sich zeigt, dass die Kosten die Einnahmen übersteigen bzw. der schmale Gewinn die Sperrung nicht rechtfertigt, dass dann die Eintrittshäuschen wieder verschwinden. Ich befürchte allerdings, dass dies nicht passieren wird. Irgendwann spaziert dann dort nur noch die Hautevolee herum und der gemeine Pöbel darf gerade noch über den Zaun kiebitzen. Schöne Neue Welt!

Erst wenn die letzte Einkaufspassage von Pennern befreit, die letzte Wiese eingemauert, der letzte Spielplatz kostenpflichtig ist, werdet Ihr merken, dass Euer Geld nicht ausreicht…

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4 Comments

  1. Hautevolee? High Society? Gibt’s doch in Dresden gar nicht ;-)

    Ich wollte das genauer wissen und habe es mir selbst angeschaut. In Pillnitz liefen am Sonntag genau die gleichen Bürger und Touristen herum wie sonst auch. Möglicherweise etwas weniger. Aber von »gehobenen Kreisen« konnte wirklich keine Rede sein.

    • Nicht so ungeduldig, kommt noch.
      Bist Du etwa für den Parkeintritt? Ich finde es eine Sauerei. Sonst wird der August immer so hochgehalten und schon der hat als KÖNIG, nicht als Landesdirektor oder wer auch immer das letztendlich verschuldet hat, beschlossen, dass der Park frei sein soll.

      High Society gibt’s nicht in Dresden? Das wäre mir neu.

  2. Ich bin vor allem gegen faule Kompromisse und vor allem Deine Überschrift »Wohlwollen erkaufen« hat mich dazu gebracht, genauer hinzusehen.

    Ich bin nicht prinzipiell gegen die Beteiligung der Parkgäste an den Kosten, aber auf jeden Fall gegen die aktuell eingeführte halbfertige/unprofessionelle Lösung. Der Freistaat hat in dieser Frage bisher völlig versagt.

    Es gibt natürlich in Dresden etwas »Society«. Das Attribut »High« würde ich zur Zeit nicht hinzufügen, wenn ich die gesellschaftliche Struktur des ganzen Landes BRD berücksichtige.

  3. Gut, akzeptiert. Nennen wir’s Schickimicki… :-)

    Was Deine Argumentation zu den versteckten Kosten betrifft, da hast Du mal wieder voll ins Schwarze getroffen. Aber insgesamt muss es auch Orte geben, die frei zugänglioch sind. Pillnitz ist so ein Ort, schon aufgrund der geografischen Gegebenheiten. Wenn Du nicht mehr durch den Park gehen kannst, bleibt nur noch ein schmaler Uferstreifen oder dann halt Straße.

    Und außerdem sehe ich bei solchen Sachen immer die Möglichkeit, wenn das einmal gut gegangen ist, weiter zu machen. Bezahlen wir dann irgenwann mal Eintritt im Großen Garten?

    Die Aufforderung zur Eintrittserhebung kam von der Staatsregierung, oder?

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