Die Nachricht dürfte die Dresdner Autofans einigermaßen schockiert haben: Gestern hat der Rennwagenbauer Melkus beim Amtsgericht den Insolvenzantrag gestellt. Die Umsätze der Melkus Sportwagen GmbH hätten nicht ausgereicht, um sich am Markt durchzusetzen, wird der Autobauer zitiert.
Die Melkus-Dynastie
Heinz Melkus, der selbst aktiver und sehr erfolgreicher Rennfahrer zu DDR-Zeiten war, baute zwischen 1959 und 1980 den populären „RS1000“ und andere Rennwagen. Haupteinnahmequelle der Familie blieb aber bis zur Wende die Fahrschule, die jedoch bereits 1992 verkauft wurde. Zudem gab es noch eine Kfz-Werkstatt sowie eine Teileproduktion.
Heinz Melkus Söhne Ulli und Peter waren ebenfalls als Rennfahrer aktiv, Ulli wird neunmal Vizemeister und fünfmal DDR-Meister. Er stirbt bei einem Autounfall 1990. Peter Melkus gewann einmal die DDR-Meisterschaft und fährt noch heute Rennen, ab 1991 leitete er das Melkus Tourenwagen Team. Die Söhne der beiden Melkus-Brüder, Ronny und Peter, sind ebenfalls im Motorport aktiv. Sie gründen zusammen 2006 die Melkus Sportwagen KG, die 2006 in die GmbH umgewandelt wird.
Das Melkus-Autohaus
Ich hatte ja schon vor einiger Zeit darüber berichtet, dass das große Melkus Autohaus oben in Bühlau leer steht. Am Fenster war zwar zu lesen, dass der Autobauer umgezogen sei auf die Hamburger Straße, doch dort war ja schon der Hauptsitz. Ein Zeichen also, dass es dem Unternehmen schon damals nicht so gut ging. Dabei handelte es sich jedoch um das Melkus Autohaus, das seit 1990 die Marke BMW vertritt. Die erste BMW-Vertretung im Osten Deutschlands wurde 2006 an die Schloz-Wöllenstein GmbH verkauft. Die ist aber scheinbar nicht mehr Besitzer des Autohauses, da sie nicht mehr im Impressum auftaucht und auch sonst nirgends erwähnt wird. Auf der Website steht die „Autohaus Melkus GmbH“. Ob das Autohaus nun also (wieder) der Familie gehört – ich weiß es nicht…
Ungewisse Zukunft – und Hoffnung
Die Sportwagen GmbH hat in ihrer Manufaktur laut eigener Darstellung jährlich 25 Melkus RS2000-Rennwagen hergestellt, die als Nachfolgemodell des RS1000 ebenso über die typischen Flügeltüren verfügen. Zwei Modelle gibt es davon, den GT mit 325 und den GTS mit 375 PS. Scheinbar haben sich die tollen Einzelstücke nicht so gut verkauft. Ich vermute, dass der Markenname – anders als z.B. Porsche, die weltweit bekannt sind – nicht die Durchschlagskraft hat. Bei solch einem Auto, kommt es ja nicht nur darauf an, was drin ist und wie’s aussieht, sondern auch was drauf steht. Und da ist man schon „cooler“, wenn man Ferrari, Porsche oder Aston Martin fährt. Trotzdem scheinen die Melkus-Enkel die Hoffnung nicht aufgeben zu wollen und nach einem Investor zu suchen. Ich kann da leider nicht helfen, denn wenn ich mir mal ein Auto kaufe, dann wird’s sicher kein Melkus, es se denn, ich gewinne im Lotto. 100.000 Euro habe ich mein Lebtag noch nicht gesehen…

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