Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Wandern, Steuern, Psychologie

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Wandern, Steuern, PsychologieDresdner|Rand

Das Wochenende bin ich nicht zum Schreiben gekommen, da war einfach zu viel los. Freitag hatten wir einen Freund zu Besuch, der uns wieder einmal geschildert hat, wie es bei ihm daheim in Gera ausschaut. Als Psychologe hat er vielleicht ein wenig zu sehr den düsteren Blick auf den Ort aber wirklich gut scheint es da nur wenigen Leuten zu gehen. Alkoholismus, Drogensucht, Sinnkrisen etc. Sehr deprimierend.
Samstag haben wir am Nachmittag das schöne Wetter genutzt und ein paar Biergärten im Dresdner Süden abgeklappert, in Leubnitz, Nickern und auf der Struppener Straße. Natürlich haben wir nicht überall Bier getrunken, sonst wären wir nicht mehr nach Hause gekommen. Am beeindruckendsten unterwegs waren am Rande von Prohlis die wieder begrünten Flächen, auf denen einst Platten bauten standen. Nur die Straßen sind dort noch erhalten geblieben.
Die Struppener Straße liegt in Meusslitz / Zschieren, also fast schon nicht mehr in Dresden. Als wir auf Wohnungssuche waren, hatten wir uns da draußen mal umgeschaut aber das war uns dann doch ein Stück zu verlassen und die Verbindungen mit dem ÖPNV sind alles andere als gut. Andere Menschen scheint das wenig zu stören, den parallel zur Straße waren auf dem einen Feld zwei Gräben ausgehoben – höchstwahrscheinlich für die Medien späterer Einfamilienhäuser. Da fällt mir nur ein Zitat von Anne Clark ein: „Outside the cancerous city spreads like an illness“ (Sleeper in Metropolis). Jetzt gibt es noch Landwirtschaft da, wer weiß, wie es in hundert Jahren aussieht…
Geht man die Struppener Straße immer weiter ostwärts, gelangt man auf den Elberadweg. Wir sind dann zurück Richtung Fähre in Pillnitz, wo wir im kleinen Birkenwäldchen auf eine Gruppe seltsamer Jugendlicher trafen. Der Führer hätte wahrhaft seien Freude an den scharf gescheitelten und beglatzten Schwachmaten gehabt. Zwar haben sie uns in Ruhe gelassen, so ganz egal war es mir aber nicht, da vorbei zu marschieren, schließlich war auch Alkohol im Spiel.
Abends war ich dann noch in der Scheune, doch die Party war ein echter Reinfall. Gäste Fehlanzeige. Überhaupt war die Neustadt unverhältnismäßig leer, weil alle Lena beim Gewinnen zuschauen mussten.
Nachdem ich am Sonntag dann meine Steuer erledigt hatte – ich hasse diesen Kram aus tiefsten Herzen, weshalb ich es auch immer rauszögere, bis es nicht mehr geht – war ich dann noch mal abends bei Freunden. Auf dem Heimweg fiel mir dann die stadtauswärtige Bushaltestelle an der Grundstraße auf, die von irgendwelchen Volldeppen komplett entglast worden ist. Ich frage mich immer, was in diesen Köpfen vorgeht. Wahrscheinlich einfach nur NICHTS.

PS: Habe vorhin noch eine lustige Veralberung des Waldschlösschenbrückenthemas gefunden in Rolf Schreiters Blog. Technisch extrem aufwändig gemacht!

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Posted in Dresden bewegt and Dresden bildet 1 year, 8 months ago at 11:04.

2 comments

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2 Replies

  1. “… so ganz egal war es mir aber nicht, da vorbei zu marschieren, schließlich war auch Alkohol im Spiel.”

    Na ein Bier, lässt Dich doch nicht gleich die Kontrolle verlieren, oder? Wär ja purer Leichtsinn von Dir gewesen, auf die Glatzen loszugehen ;)

  2. Torsten, es ging nicht um das Bier in meinem Blut ;-)

    Eine physische Auseinandersetzung anzufangen, hatte ich nicht vor. Aber ermutigt durch Alkohol lassen sich die Herrschaften vielleicht zu der einen oder anderen Aktion hinreißen, die dann weniger gut für mich ausgeht. Auf jeden Fall ist es sehr unangenehm, an alkoholisiertem Pöbel vorbei zu defilieren. Andererseits sage ich mir immer – wenn Du in solch einem Moment kehrt machst, dann hast Du erst recht verloren.
    Naja, letztendlich war’s vielleicht nicht ganz so dramatisch – es war noch hell, nicht grad in der Pampa und wahrscheinlich hatten die grad erst mit der Samstagabendvorbereitung begonnen. Der Umstand, dass ein paar Mädels dabei waren, kann sich positiv oder negativ auswirken. Die einen müssen sich halt produzieren, während die anderen sich durch weibliche Anwesenheit zur Mäßigung angehalten fühlen. You never know…


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