Der Casus Waldschlösschenbrücke wird um eine weitere skurrile Geschichte bereichert. Vom Bistum Dresden-Meißen kam der Vorschlag, die Brücke mit einem Heiligen zu bestücken, genauer gesagt mit dem Hl. Nepomuk. Die Stadt hat dies nun aus künstlerischen Gründen abgelehnt (die Begründung finde ich übrigens recht vernünftig).

Der Wikipedia ist der Grund für die Heiligsprechung des Johannes Nepomuk zu entnehmen, der
„Nach der Legende, die zur Heiligsprechung des Johannes von Nepomuk führte, entsprang… seiner Weigerung, das Beichtgeheimnis zu brechen. Demnach habe der Priester dem König nicht preisgeben wollen, was dessen von Wenzel der Untreue verdächtigte Frau ihm anvertraut habe. Deshalb habe Wenzel ihn foltern und anschließend von der Prager Karlsbrücke ins Wasser stürzen lassen.“ Tatsächlich ging es aber doch eher um einen kirchenrechtlichen Streit, in dem Nepomuk eine wichtige Rolle spielte.

Es könnte also auch sein, dass der Nepomuk nur deswegen nicht auf die Waldschlösschenbrücke darf, weil dies als Drohung gegenüber den Kritikern verstanden werden könnte ;-)

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6 Comments

  1. “…ein komplexerer künstlerischer Ansatz gefunden werden…”, so wie das Klokino zum Beispiel ! btw: In der Kunstkammer sind so gut wie keine Dresdner vertreten.

  2. Bei der Stahlkonstruktion müsste das schon ein abstrahierter Nepumukl sein, sonst (s. Link im Artikel) sieht’s eher albern aus. Da stimme ich zu. Außerdem ist die Diskussion über Kunst eine recht schwierige Sache, s. besagtes Klokino: http://www.dresdner-rand.de/?s=klokino

  3. Und hier wieder ein Auszug aus einer Grünen Pressemitteilung, offensichtlich hat sich Großmeister Zastrow von den Foll Depperten Pappnasen über den Entscheid der Kunstkommission aufgeregt:
    “Die GRÜNEN im Dresdner Stadtrat sind über die Tiraden des FDP-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat Holger Zastrow gegen die Kunstkommission im Zusammenhang mit der Entscheidung zum Brückenheiligen Nopomuk empört… Sprecherin für Kunst und Denkmalspflege Ulrike Hinz…: „Die Kunstkommission hat auf einem fachlich hohen Niveau über die geplante Schenkung des Bistums Meißen diskutiert und ist einmütig zu dem Ergebnis gekommen, dass die vorgeschlagene Nepomuk-Statue ungeeignet ist. In diese Entscheidung sind auch die Vertreter der Fraktionen involviert gewesen. Wenn Herr Zastrow diesem Gremium Zensur vorwirft, muss ich mich fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat.“
    … „Der Heilige Nepomuk soll von Herrn Zastrow dreist als Waldschlößchen-PR-Maskottchen missbraucht werden. Er wird von ihm als Schutzpatron der Zwietracht umgedeutet. Das ist einfach nur schändlich. “

    Geil, da brodelt wieder die Parlamentarierwut :-)

  4. War nicht Frau Ulrike Hinz diejenige, die sich vehement gegen eine Zensur in der Kunst ausgesprochen hat, als eine Malerin die Oberbürgermeisterin “künstlerisch” anging ?? Und ob das mit den “Tassen” die feine englische Art ist, wage ich zu bezweifeln.

  5. Nö, die “Tassen” sind schon etwas ungewöhnlich heftig. Hätte ich wahrscheinlich auch nicht gemacht. Aber dass der Herr Zastrow sich gern an solchen Themen profiliert und da gern mal auf die Kacke haut, dass es nur so spritzt, ist auch nichts Neues.
    Wer in welchen Kunstkommissionen ist, weiß ich nicht. Interessiert mich auch nicht. Klar ist aus meiner Sicht nur, dass ein “normaler”, figurativer Neo-Pumuckl da nicht hinpasst. Also, “Wir haben da noch einen, wollt Ihr den da nicht hinstellen?”, ist eher nicht so die gute Idee. Da sollte dann, wenn man’s schon macht, auch etwas hin, das optisch mit der Brücke harmoniert. Oder sehe ich das falsch?

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