Beim Quatschen im Freundeskreis kam gestern das Thema auf die Gentrifizierung. Nicht, dass wir privat solch Soziologenspräch benutzten aber letztendlich ging es darum, dass bestimmte Wohngebiete baulich „aufgewertet“ werden und so oftmals für das Klientel, dass jahrelang dort gewohnt hat, nicht mehr erschwinglich sind. Ein Prozess, der quasi in allen Großstädten zu beobachten ist – mittlerweile scheint der “Trend” sogar schon Freital erreicht zu haben. Wer denkt, dass sich das schon wieder irgendwie einregelt, kann Recht haben, muss aber nicht. Schlechtestes Beispiel für die fehlende Regulation ist ja Paris, wo der normale Franzose, also der, der mit Lohnarbeit oder als kleiner Selbstständiger seinen Lebensunterhalt verdient, sich die Mieten im Stadtzentrum längst nicht mehr leisten kann und so an den Rand gedrängt wird in die tristen Vorstädte oder Banlieues.
Ganz so weit ist es hier zwar noch nicht aber ich denke für Kleinverdiener wird es immer schwerer, sich eine vernünftige Wohnung leisten zu können. Mit vernünftig meine ich nicht unbedingt, dass da jeder Luxus vorhanden sein muss – um ehrlich zu sein, finde ich viele Standards wie Einbauküche oder den Standard-Teppich des Grauens eher überflüssig. Ich halte es eher für wichtig, dass man nicht gerade an einer Hauptstraße im größten Dreckviertel wohnt, vernünftige Verkehrsanbindungen hat und überhaupt eine lebenswerte Umgebung. Das ist aber gerade in Städten ein recht hoher Anspruch, den sich die Vermieter oft teuer bezahlen lassen.
Klar ist: Wer sich auf die Suche nach Immobilien und Wohnungen begibt, der ist immer gut beraten, sich ein wenig im Internet zu informieren. Sicher kann es nicht schaden, wenn man weiß, wo man ungefähr hin will (nicht gerade vom Arbeitsplatz aus gesehen ans andere Ende der Stadt und vielleicht noch in der Nähe der Freunde) und welche Vorstellungen man an die Nachbarschaft hat. Das ist ja eigentlich das Wichtigste, dass man sich wohl fühlt. Wir haben uns z.B. bei unserer Suche auch mal eine Wohnung am Ullersdorfer Golfplatz angeschaut aber da wäre mir die „soziale Kontrolle“ einfach zu heftig gewesen. Da hat man selbst in einem Neubaublock noch mehr persönlichen Freiraum als in diesen Reihenhäusern. Letztendlich werden die meisten aber einfach schauen müssen, was sie sich leisten können. Da spielen die persönlichen Präferenzen dann meist keine Rolle und besser wird’s insgesamt auch nicht, wenn die ökonomischen Mittel fehlen…

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