Den Seinen gibt’s der Herr vom Staat
Morgen findet im Rathaussaal eine sehr interessante Veranstaltung statt, leider werde ich es wohl wieder nicht schaffen, hinzugehen. Empfehlen möchte ich das Ganze aber trotzdem. Hier der Ankündigungstext des Vortrages von Dr. Carsten Frerk, der von der Gesellschaft zur Förderung der Aufklärung, des Humanismus und der Religionsfreiheit e. V. veranstaltet wird:
„Wie finanzieren sich eigentlich die Kirchen unseres Landes? Wo zahlt der Bürger auch jenseits der Kirchensteuer kräftig mit, während sich die Kirchen mit den fremden Federn der heiligen Barmherzigkeit schmücken? Stets sind die Kassen leer. Doch findet sich auch stets ein Weg, die Kirchen direkt oder auch indirekt mit atemberaubenden Geldsummen auszustatten. Einige der größten Arbeitgeber unseres Landes sind fest in der Hand der Kirchen, werden aber überwiegend vom Staat finanziert! Wir leben in einem Land, indem einem der Arbeitsberater in einigen Berufen empfehlen muss: „Treten Sie in die Kirche ein, sonst sieht es schlecht aus mit Chancen auf einen Job. Ach und treten Sie bitte nicht wieder aus. Es könnte sein, Ihnen wird dann gekündigt.“
Persönlich bin ich kein Freund der christlichen Kirche, hat sie aus meiner Sicht doch viel zu viel Einfluss in unserem Land. Was den Glauben angeht, da soll Jeder und Jede seinem Herzen folgen, doch die organisierte Religion ist wieder etwas ganz anderes.
Selbst hatte und habe ich nichts mit dem institutionellen Christentum zu tun. Auch die Erfahrung, dass man mir geraten hätte, um einen Job zu bekommen, sollte ich in die Kirche eintreten, kann ich nicht bestätigen.
Sehr zeitig ist mir aber schon aufgefallen, dass in der Bundesrepublik die Kirchensteuer staatlicherseits eingetrieben wird. Wenn man das nicht will, muss man sich explizit dagegen aussprechen bzw. im Steuerformular die Spalte Religion entsprechend ausfüllen (z.B. Satanist reinschreiben, s. Video). Arbeitslosen wird oder wurde zumindest – ich bin nicht mehr auf dem aktuellen Stand – ebenfalls automatisch die Kirchensteuer abgezogen. Und das ist nicht das Einzige, worüber ich mich aufregen könnte. Kruzifixe gehören nicht in staatliche Schulen, ebenso wenig wie ein konfessioneller Religionsunterricht. Das ist für mcih ebenso unerträglich, wie die Tatsache, dass die Kirche als Machtfaktor in unserem Lande hofiert wird.
Wie gesagt – es soll jeder glauben was er will und ich glaube, dass die christlichen Kirchen in ihrer jetzigen Form Auslaufmodelle sind. Unsere Kreuzträger sollten sich endlich dran gewöhnen, dass sie nur noch ein Religions-Anbieter von vielen sind und die Menschen die freie Wahl haben. Ganz abgesehen davon, dass auch viele Christen die Politik ihrer Kirchenoberen nicht gutheißen.
Freitag 04.06.2010, 20:00 Uhr
Rathaussaal, Doktor-Külz-Ring 19