Heut morgen war an der Mordgrundbrücke erst einmal Endstation. Irgendwie hat es einen Unfall gegeben, wahrscheinlich mit “Personenschaden”, wie man so unschön sagt. Gehört oder gesehen habe ich nichts – ich werde das Ganze mal im Netz verfolgen. Als ich die Straße abwärts Richtung Arbeitsplatz lief, kamen mir zwei Polizeiautos und ein Krankenwagen entgegen.
An der Straße langzulaufen ist eine echte Tortur. Wahrscheinlich ist die Luft in Pappritz zu gut, hier direkt an der Verkehrsader habe ich immer Angst zu ersticken. Inversionswetterlage dürfte eigentlich nicht sein, oder? Aber solange jeder mit seinem Auto fährt, ändert sich daran wohl nichts.
An der Fischhausstraße nutzte ich dann die Gelegenheit, mich von der Hauptstraße zu entfernen und bog in die Judeichstraße ein. Das ist noch eine von diesen Ecken, in denen man sieht, wie die Stadt aussah, bevor sie zum Highway mit Siedlungsanschluss verkam. Rechts und links alte Bäume (fürchterlich gestutzt), hübsche Villen und trotz der Nähe zu zwei großen Straßen recht ruhig. Ich glaube, ich gehe hier jetzt öfter mal lang…
Posted 2 years, 2 months ago at 10:26. 2 comments
An dieser Stelle möchte ich einmal das die letzten Tage Revue passieren lassen bzw. nicht die ganzen Tage, sondern meine Fortbewegung an diesen, welche hauptsächlich in öffentlichen Verkehrsmitteln stattfand.
Samstagnacht nahm ich – schon reichlich betütert nach einer Party und ohne meine Monatskarte, die ich meiner zeitiger heimkehrenden Frau auslieh – den Bus nach Pillnitz, um an der Moosleite den Aufstieg zu wagen. Wie gesagt, ich war ohne Fahrkarte und die Uhr zeigte auf halb zwei – eigentlich hätte ich nur eine x-beliebige Fahrkarte vorzeigen müssen, der Fahrer hätte genickt und ich wäre unentgeltlich nach Hause transportiert worden. Im schlimmsten Fall hätte ich noch sagen können, dass ich meine Monatskarte vergessen hab und ich wäre mit zehn Euro Strafe davongekommen. Stattdessen ließ ich es mir nicht nehmen, zwei Euronen auf den Tresen zu kloppen und lauft und vernehmlich „eine Fahrkarte bitte“ zu ordern. Irgendwie war das dumme Gesicht des Busfahrers, dem so was wahrscheinlich eher selten passiert, ein innerer Durchmarsch. Da steht dort so’n leicht beschickerter Punk und bezahlt freiwillig, nachts halb zwei! Da ist bestimmt das Weltbild zusammengestürzt. Das war die zwei Euro (1,90€, um genau zu sein) auf jeden Fall wert!
Fällt er in den Graben, fressen ihn die Raben…
Offensichtlich sind nicht alle Menschen so vernünftig wie ich. Als wir Samstag Mittag zum Aufräumen fuhren, parkte ein schwarzer Jeep die Schnauze nach vorn im Straßengraben neben der Diska-Einfahrt. Natürlich haben wir reichlich verdattert geschaut, als das Ungetüm da so stand; die heutige SZ bringt aber Aufklärung: „Weil ein Betrunkener die Sperrung zu spät bemerkte, zerfuhr er den neu angelegten Seitenstreifen…. Der 48-Jährige wollte gegen 8.45 Uhr von Pappritz kommend mit seinem Opel nach links zum Diska-Supermarkt abbiegen, bemerkte die Sperrung aber zu spät und landete in der Böschung.“ Tja, dann lieber Busfahren, oder? Zumal es ja jetzt vor dem Markt direkt eine Haltestelle gibt, am Zachengrundring oder so ähnlich.
Lustig war dann sonntags die Fahrt über den Körnerplatz, denn dort werden Schwebe- und Standseilbahn jetzt in Englisch angesagt. Die Schwebebahn heißt damit jetzt “suspension railway”, die Standseilbahn irgendwas mit “funicular”. Very funny, indeed.
Als ich Sonntag Nacht von einer Veranstaltung heimfuhr, dachte ich gar nicht mehr dran und drückte den „Haltewunsch“-Knopf zu früh, der Fahrer schien die Haltestelle aber auch vergessen zu haben und rauschte durch. Zwei gleichzeitig gemachte Fehler führen zum richtigen Ergebnis. Das ist höhere Mathematik (Mittlerweile weiß ich aber, dass die Haltestelle aufgrund der Bauarbeiten an die Ampel vorverlegt ist und meine schöne Gleichung ist im Eimer). Der Buslenker war aber auch so ein wenig seltsam. Der Fahrstil der Herrschaften ist insbesondere Nachts fast immer abenteuerlich – gut festhalten! – als ich dann ausstieg und dem Kollegen ins Gesicht schaute, bekam ich fast einen Schreck. Er brabbelte mit verzerrter Visage irgendwas vor sich hin. Na ja, vielleicht stören ihn ja Fahrgäste im Allgemeinen und es war nicht persönlich gemeint…
Montagmorgen ging’s dann wieder auf Arbeit und das war erneut ein interessantes Ereignis. Nicht der erste Teil der Fahrt zum Ullersdorfer Platz. Die Pappritzer Straße ist noch immer halbseitig gesperrt – ich frage mich, warum eigentlich, waren die Bauarbeiten nicht schon mal abgeschlossen? – und die Ampelphasen sind elendiglich lang. Als wir dann aber in Bühlau eintrafen, stand dort endlich nicht mehr der Ersatzbus, sondern tara! Die Straßenbahn Nummer 11! Nach all den Wochen anstrengender Busfahrten war es ein echter Genuss auf Schienen gen Neustadt zu gleiten. Eine junge Frau, die mit mir am Waldschlösschen ausstieg, sagte zu ihrer Kollegin: „Das war ein ganz anderes Fahren!“. Ich möchte mich meiner Vorrednerin anschließen… (Nicht zu vergessen, dass es jetzt wesentlich schneller geht!)
Posted 2 years, 5 months ago at 19:47. 4 comments
Titelt SZ-Auto Stefan Rössel doch heute in seiner Zeitung tatsächlich: „In der Dresdner Heide gibt es hochgefährliche Waldwege“. Ein 69-Jähriger geriet auf einem Waldweg (?) zwischen zwei Betonplatten und verletzte sich das Sprunggelenk. Daraufhin verklagte der rüstige Rentner – ja wen denn eigentlich? Höchstwahrscheinlich den für die Wegesicherheit zuständigen Staatsbetrieb Sachsenforst. Zum Glück vergeblich.
Man stelle sich das vor, wenn der Herr Recht bekommen hätte! Wären dann alle Waldwege zubetoniert worden oder hätte man die Heide sofort gesperrt? Ich will darüber gar nicht nachdenken. Die Natur – und das ist die Heide ja zum großen Teil noch – birgt halt einige Gefahren. Ich ziehe im Wald zum Beispiel immer festes Schuhwerk an. (Was der Herr an den Füßen hatte, darüber schweigt sich der SZ-Journalist aus.) Doch auch das bietet keine absolute Sicherheit davor, dass ich nicht irgendwo umknicke, abstürze oder mich sonstwie verletze. Wem das zu gefährlich ist, der muss halt daheim sitzen bleiben. Achso, keine gute Idee: ein erheblicher Teil der tödlichen Unfälle ereignet sich im Haushalt!
PS: Bevor ich jetzt der Herzlosigkeit bezichtigt werde: Natürlich tut mir der arme Mann leid und ich wünsche ihm gute Besserung.
Posted 2 years, 7 months ago at 17:24. 2 comments