Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat ihr aktuelles Städteranking herausgebracht. Danach ist Dresden die attraktivste ostdeutsche Stadt. Knapp hinter Bieldefeld und Aachen aber noch vor Bochum. Na danke schön. Ehrlich gesagt gebe ich keinen Pups darauf, was die Herrschaften des INSM denken. Die vom “Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründete sowie von weiteren Wirtschaftsverbänden und Unternehmen getragene Denkfabrik” sieht die Welt sowieso nur durch die neoliberale Wirtschaftlichkeitsbrille. Wer Genaueres zu den Kriterien des Rankings wissen will, der findet die Informationen zur Berechnung des Rankings hier.
Posted 1 month, 3 weeks ago at 12:33. Add a comment
Rankings sind eine echte Seuche der Neuzeit. Jeder meint, er müsse Hochschulen, Städte, Automarken oder was auch immer in eine Reihenfolge bringen. Im Auftrag der neokonservative „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ entstand nun eine Hitparade der 100 größten kreisfreien Städte unseres Landes. An Platz 1 hätte Max Goldt seine Freude, denn dann könnte er noch mehr „Wissenswertes über Erlangen“ berichten. Erlangen ist also die… ja was eigentlich .. schönste, beste, geilste Stadt Deutschlands?
Schauen wir in das Ergebnis, dann finden sich folgende Erklärungen:
Kern der Untersuchung sind zwei Fragen:
- Wo ist der Wohlstand am größten? (Niveauranking)
- Welche Städte haben die höchste wirtschaftliche Dynamik? (Dynamikranking)
Ich hab das elend lange Pamphlet noch nicht durchgelesen, nach welche Kriterien Wohlstand und wirtschaftliche Dynamik gemessen werden. Verwunderlich finde ich nur, dass so etwas wie Lebensgefühl keine Rolle spielt aber da sieht man gleich mal, mit welchen Maßstäben die INSM die Gesellschaft bewertet…
Die erste ostdeutsche Stadt im Gesamtranking ist übrigens Jena auf Platz 33, Dresden schafft es gerade mal auf die 74. Ficht uns das jetzt an? Ich glaube nicht.
Hier noch ein Link zum INSM-Watchblog. Sehr interessant!
Posted 1 year, 1 month ago at 18:29. Add a comment
Die Wirtschaftswoche veröffentlicht am kommenden Montag ihr aktuelles Städteranking. München führt wie seit Jahren schon die Hitliste an. Hinter der bayrischen Landeshauptstadt hat sich aber einiges getan. Westdeutsche „Provinzstädte“ wie Bielefeld, Hamm oder Münster holen gewaltig auf. „Den Aufsteigern stehen die Absteiger gegenüber, und die ballen sich in Regionen, die in den vergangenen Jahren viel staatliche Förderung bekommen haben, die offensichtlich oft mehr Schaden als Nutzen brachte“, schreibt die WiWo. Zu diesen Absteigern gehören in Sachsens Leipzig und Dresden, Chemnitz hat sich auf niedrigem Niveau gehalten. Als einen wichtigen Grund für diese Entwicklung nennt das Wirtschaftsmagazin, dass „spektakuläre und nicht immer erfolgreiche große Industrieansiedlungen isoliert blieben und keine Ansiedlung von Zulieferern und anderen Mittelständlern nach sich zogen“. Mit anderen Worten: Die Leuchtturmpolitik ist nicht aufgegangen. Ich werde mir am Montag mal das Heft besorgen und nach den Kriterien des Rankings schauen. Mich würde nicht wundern, wenn die Sicht auf die Attraktivität einer Stadt sehr „westdeutsch“ ist…
Posted 2 years ago at 12:54. 2 comments