Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Bergauf, bergab

Mit dem Beginn des Montas März habe ich mich nun auf mein neues Rad geschwungen und lege nun den Weg von Zuhause zur Arbeit und zurück Dank Muskelkraft zurück. Gestern war also die Premiere. Für den Hinweg wählte ich die Strecke über Staffelsteinstraße, Pillnitzer Landstraße, Körnerweg. Zum ersten Teil ist zu sagen: eine echte Schussfahrt, die mit fortschreitender Dauer einfach die Bremsen ruiniert. Die Fahrt auf der Pillnitzer Landstraße ist lebensgefährlich. Zweimal sind Autos nach dem Überholvorgang ganz knapp vor mir eingeschert. Wahnsinn! Na und über den Körnerweg brauchen wir gar nicht zu reden! Eine Katastrophe für die Technik und das Rückgrat. Warum dieses Stück nicht endlich einmal ausgebaut wird? Ist wahrscheinlich nicht so wichtig, dass die Leute vernünftig von Loschwitz in die Neustadt kommen? Und wen das Kopfsteinpflaster stört, der kann ja (Achtung Ironie!) über die Schillerstraße fahren…
Um es kurz zu machen – ich werde diesen Weg nicht mehr benutzen, ebenso wenig wie den Rückweg. Da bin ich erst bis zur Plattleite auf dem stadteinwärts rechten Fußweg – weil ich grade auf der Seite war – gefahren; ohne Abzusteigen (ich gebe zu, ich bin ein bissel stolz auf mich!). Das ging eigentlich ganz gut, nur atmet man am Rande der B6 mehr Abgase als Sauerstoff ein. Ist also besonders mit dem Anspruch etwas für die Gesundheit zu tun, keine ernst zunehmende Option.
Vom Streckenprofil ist der Weg entlang der B6 ganz schön heftig. Einmal auf dem Weißen Hirsch angelangt hat man das Schlimmste hinter sich; die Steigung von der Mordgrundbrücke an ist mörderisch. Richtig schlimm war dann aber der Aufstieg an der Quohrener Straße. Da war ich einige Male kurz davor, abzusteigen aber ich habe durchgehalten. Und: Ich habe die ganze Strecke in knapp mehr als einer halben Stunde geschafft. Keine schlechte Leistung!

Heute habe ich es dann auf anderem Wege versucht. Der ganz dicke Brocken, der Berg nach Gönnsdorf hat mich zwar gefordert aber mittlerweile habe ich mich ja fast dran gewöhnt (schön wär’s :-)) Dann geht es erst einmal abwärts zum Ullersdorfer Platz und von dort aus ein kleines Stück Richtung des Namensgebenden Nachbarortes. Danach bog ich nach links in den Heidemühlenweg ab und folgte der Verlängerung (alte Zwei bzw. Z auf der Wanderkarte). In der Nähe der Forstbaumschule endet der Weg und verzweigt sich nach rechts bzw. links. An dieser Stelle heißt es ein Stück nach links zu fahren (HG-Weg, Richtung Weißer Adler), um nach kurzer Zeit auf das Doppel-E abzubiegen. Dem musste ich dann nur noch folgen, um am Parkplatz an der Fischhausstraße herauszukommen. Die letzten Meter zum Waldschlösschen fuhr ich dann auf der verhältnismäßig leeren Straße.
Die Strecke in der Heide ist zumindest auf den von mir befahrenen Hauptwegen eisfrei und über weite Strecken viel ebener als die meisten Straßen zur Zeit. Schlaglöcher gibt es keine und nur an einer Stelle war der Waldboden von Forstfahrzeugen zerfahren. Der Parkplatz an der Fischhausstraße ist das holprigste Stück der die meiste Zeit leicht abwärts führenden Strecke, die ich am Abend selbstverständlich in die entgegengesetzte Richtung befahren habe. Die Wege waren ziemlich aufgeweicht und von Holz-LKWs zerfahren. Da kamen mir manche Steigungen wesentlich heftiger vor. Welche Wunder? Nicht erspart geblieben ist mir auch der Aufstieg nach Quohren. Das war diesmal eine Nummer zu hart und ich hab auf halbe Höhe Luft geholt. Als ich dann in Quohren auf dem Berg war, wurde es schlagartig kalt, noch kälter auf dem Weg in den Kessel…
Auf jeden Fall werde ich in nächster Zeit auf dieser Strecke von und zur Arbeit unterwegs sein. Ich freue mich schon aufs Frühjahr und meine ersten Begegnungen mit Rehen, Füchsen und anderem Waldgetier. Bis es soweit ist, genieße ich einfach schon mal die frische Waldluft! ;-)

Posted 1 year, 11 months ago at 19:37.

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Dresden fährt Rad

Immer mehr Dresdner sind mit dem Fahrrad unterwegs. Das hat eine bisher noch unveröffentlichte Studie der TU Dresden ermittelt. Passend dazu bekam die Landeshauptstadt gestern von Verkehrsminister Tiefensee Fördermittel in Millionenhöhe für den Aufbau eines Fahrradverleihsystems bewilligt – bis 2012 sollen 35 Leihstationen entstehen und 600 Mietfahrräder angeschafft werden. (Dazu gibt es allerdings auch Bedenken.)
Doch wie reagiert die Rathausspitze auf diese positive Nachrichten? OB Helma Orosz stellt den wichtigsten Verkehrsplaner der Stadt kalt. 18 Jahre lang leitete Gerhard Rietscher die renommierte Hauptabteilung Mobilität, die bereits im Februar abgewickelt wurde, jetzt wird Rietscher zum „Berater für besondere Fragen“ unter Baubürgermeister Jürgen Marx von der CDU „degradiert“, ohne eigene Mitarbeiter und Kompetenzen. Rietscher galt der regierenden CDU wohl als „autofeindlich“, weil er wiederholt dafür eingetreten ist, seiner Ansicht nach überdimensionierte Verkehrsprojekte auf ein verträgliches Maß zu stutzen. In der heutigen SZ beschreibt Gerhard Rietscher seine Position so: „Lobbyisten für Autofahrer gab und gibt es in Dresden genug. Deshalb habe ich stets versucht, für die anderen Verkehrsteilnehmer mit meiner Stimme ein Gleichgewicht in Debatten zu bringen. Ich bin aber kein Gegner der Autofahrer.“ Die OB sieht das wohl anders. Mit Rietscher hat sie einen unliebsamen Kritiker an der autofreundlichen Verkehrspolitik ihrer Partei entmachtet. Der findet nämlich: „Öffentlicher Raum ist nicht Transportband und Abstellfläche für Autos, es ist Lebensraum.“ Und Frau Orosz, wie sehen Sie das?

Posted 2 years, 6 months ago at 16:47.

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