Bei uns auf Arbeit ist es noch üblich, dass man die Geburtstage der Kollegen feiert. Naja, nun nicht mit großem TamTam aber immerhin wissen alle Bescheid Dank internem Kalender und wer grad dran ist, der bringt meist einen leckeren, selbst gebackenen Kuchen mit oder halt etwas Äquivalentes. Der Jubilar selbst bekommt von der Firma im Gegenzug eine Kleinigkeit geschenkt. Statt Alkohol – also Sekt – wie üblich bekommen wir jetzt immer leckeren Saft und etwas Süßes. Eine sehr nette Geste und zudem auch noch förderlich für die Gesundheit.
Sich beschenken zu lassen, ist aus meiner Sicht wesentlich einfacher, als selbst etwas zu schenken. Speziell bei mir macht man eigentlich nichts falsch, wenn man mir Musik zukommen lässt. Das kann eine eigene Zusammenstellung interessanter Stücke sein oder eine CD einer Band, die ich mag. Im schlimmsten Fall habe ich die schon und gebe sie dann bei nächster Gelegenheit weiter. So richtig überflüssigen Mist habe ich noch nie bekommen, sicher auch, weil ich immer sage, dass ich nichts will (hält sich aber eh niemand dran).
Beim Beschenken muss man sich hingegen viel mehr einen Kopf machen. Richtig gute Geschenke findet man sowieso nur, wenn man den Empfänger und seine Interessen richtig gut kennt. Dämlich wird’s, wenn man z.B. zu einer Party (Hauseinzug, Geburtstag oder whatever) bei Leuten geht, die man gar nicht weiter kennt. Klar kann man einfach was zum Trinken oder Essen mitnehmen aber auch da liegt man unter Umständen ordentlich daneben (Vegetarier, Antialkoholiker), ganz abgesehen von dem Bild, was es abgibt, wenn man billigen Wein oder harten Alk mitschleppt. Zum Glück gibt es ja jetzt im Internet Seiten, die sich mit dem Thema beschäftigen und mehr Infos bieten, als man braucht: Was darf so ein Mitbringsel kosten? Was ist der Anlass? Kann ich was basteln? etc. Im Grunde finde ich den Brauch mit den Geschenken zwar recht nett und es ist ja auch en Zeichen dafür, dass man sich zumindest einen Kopf gemacht hat, wie man der betreffenden Person eine kleine Freude bereitet. Aber wir leben in einer Zeit, in der eh jeder viel zu viel Dinge besitzt. Ich bin dann eher ein Freund davon, eine Gegeneinladung auszusprechen, wenn’s mir gefallen hat. Die zusammen verbrachte Zeit ist sowieso, vorausgesetzt man kann sich leiden, das beste Geschenk…

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