In letzter Zeit war es hier etwas ruhig, was vorrangig daran lag, dass ich nicht im Land, sondern im Urlaub weilte. Genauer gesagt in Irland.
Den Aufenthalt werde ich an dieser Stelle nicht auswerten – von Irland selbst war das kaum möglich, da ich dort eher selten ans Internet gekommen bin. Was auch mal ganz angenehm war, schließlich hänge ich ja hier quasi den ganzen Tag vorm Computer. Ehrlich gesagt, habe ich die Abstinenz eigentlich sehr genossen. Wir sind auch in Irland selbst eher wenig in Städten unterwegs gewesen und stattdessen lieber durch die unglaublich grüne und nicht minder beindruckende Landschaft gewandert.




Die ersten Erlebnisse in der Heimatstadt waren dann gleich wieder ernüchternd. Mit uns in der S-Bahn fuhr ein westzonaler Schnösel mit ermäßigter Fahrkarte, der dann bei der Kontrolle den Dummen spielte und auch noch damit durchkam. 60 Cent beim ÖPNV gespart aber im Hilton nächtigen. Das sind mir die Richtigen!
Am Neustädter Bahnhof kamen uns dann gleich zwei Betrunkene aus der Bahn entgegen, die im schlimmsten Sächsisch irgendeinen Senf von sich gaben. Willkommen daheim!
Naja, solche „Problemchen“ hauen mich nicht aus den Socken, den Anfang der Arbeitswoche habe ich auch ganz gut überstanden. Montag bin ich noch mit Bus und Bahn gefahren, was sich als weniger tolle Idee herausstellte. Seitdem das Gymnasium oberhalb des Ullersdorfer Platzes im Betrieb ist, stehen dort noch mehr parkende Autos an der Straße nach Gönnsdorf. Da es hier recht eng ist, braucht der Bus Minuten, bis sich mal eine Lücke ergibt; die eine Seite ist quasi zu. Hat er stadteinwärts dieses Hindernis überwunden, muss er sich noch über die B6 in die Haltestelle quälen. Die Gesamtaktion, die sich räumlich über kaum mehr als 500 Meter erstreckt, kann gut und gerne fünf bis zehn Minuten in Anspruch nehmen. Ich bin für ein striktes Parkverbot an der Straße und dafür, dass endlich eine Ampel an die Kreuzung kommt. Apropos Busse: Im aktuellen „DVB-Info“ (03/2010) stand, dass ab Mitte August neue Hybridbusse in Dresden eingesetzt werden, u.a. auch auf den Linien 61 und 63. Mal sehen, wann ich ein dieser Gefährte, welches ausschließlich durch Elektromotoren angetrieben wird, vor die Linse bekomme…
Zu berichten gibt es von uns noch, dass wir seit Freitag dem 13. eine kleine schwarze Katze als neue Mitbewohnerin haben. Bisher giften sich die kleine Cleopatra, kurz Cleo, und die Jungs noch an, hoffentlich kehrt aber bald Ruhe ein. Immerhin hat sich der kleine Wirbelwind schon an uns gewöhnt und ich durfte ihr gestern Abend beim Fernsehen den Bauch kraulen…

Zwei klitzekleine „regionale“ Themen noch, für die, die interessiert, wie das kulturelle Leben hier in Pappritz tobt. Unser Dorfclub hat sein „Pappritzer Blättchen“ verteilt, eine mittlerweile sauber ausgedruckte A4-Seite auf der mal wieder zum Wettbewerb „Schönster Vorgarten – schönster Balkon“ eingeladen wird. Außerdem gibt es eine Anzeige für das Kirschenfest am 28./29. August – aber an dem Wochenende bin ich eh nicht im Lande Sachsen. Insgesamt ein für mich eher wenig interessantes Druckerzeugnis. Ehrlich gesagt – mir sind “schöne Vorgärten” Schnurz und Kirschkernweitspucken kann ich auch ohne anschließende Messung. Laaaaaangweilig!
Im Newsletter der Landeshauptstadt war zudem zu lesen, dass wohl bald der Spiel- und Sportplatz unterhalb der Feuerwehr fertig gestellt werden soll. Am Ende ist er dass sogar schon, muss ich mal genau hinschauen morgen…
Hier noch ein hübsches Bild von unserer Bushaltestelle, die wieder einmal von den Hütern der nationalen Kultur bzw. deren geistiger Gefolgschaft ansprechend gestaltet wurde. Man beachte die deutsche RECHTSschreibung. Am Besten, man risse die Tennishalle ab, dann verschwände vielleicht auch dieser Ungeist….

Posted 3 weeks, 2 days ago at 19:50. 2 comments
So ein blöder Tag. Eine unserer Katzen wurde heute von einem Auto angefahren. Direkt vor unserem Haus. Zum Glück haben wir das sofort mitbekommen. Erst dachten wir, da gibt’s wieder mal Streit mit den Nachbarkatzen…
Die kleine Miez liegt jetzt im “Krankenhaus” beim Tierarzt auf der Fischhausstraße. Das Becken ist gebrochen. Gegen so einen doofen Eisenkasten haben die zerbrechlichen Wesen kaum ein Chance. Wir hoffen, dass trotzdem alles wieder ins Lot kommt. Das wird zwar recht teuer aber egal. Ich hasse Autos! Aber als wir sie zum Arzt schaffen mussten, waren wir froh, eins zu haben. Ich stell mir vor, wie schlimm das ist, wenn sowas mit einem Kind passiert…
Usere Süße vorm Fenster der alten Wohnung.
Nachtrag:
Das Mausel liegt noch immer im Krankenhaus. Gestern hat sie eine Bluttransfusion bekommen, damit sich ihr Zustand stabilisiert. Operieren wollten die Ärzte noch nicht. Immerhin hat sie schon ein bissel “Energiepaste” (so was in der Art wie hier verlinkt) gefuttert.
Posted 6 months, 2 weeks ago at 20:00. 6 comments
Jaja, ich weiß, das ist eine reißerische Überschrift. Wenn ich aber geschrieben hätte, dass wir gestern früh ein Kaninchen versucht haben einzufangen, das aus dem Stall weggelaufen ist, dann hätte das doch niemanden interessiert, oder?
Also, wie gesagt, gestern klingelte es, als wir gerade mit dem Frühstück fertig waren und die Nachbarin stand ganz aufgeregt vor der Tür – das Karniggel war weg. Nachts hatte sie das schwarze Tier nicht mehr einfangen können – welche Wunder – und so versuchten wir es am Morgen. Ich war mir relativ sicher, dass es unter den Boxen sitzt aber wirklich zu sehen bekamen wir es nicht. Also durchsuchten wir erst einmal die weitläufige Wiese und die angrenzenden Gehölze. Ohne Erfolg. Als ich mich irgendwann wieder umdrehte, saß das kleine Schwarze vor dem Stall, unter dem es postwendend wieder verschwand, als wir uns zu dritt näherten. Es folgte eine ziemlich langwierige Aktion mit Hakenstil und Umzingelung, in deren Folge wir das Tier wieder in den Griff und in den Stall bekamen…
Eigentlich wollte ich schon lange mal wieder was stadtpolitisches schreiben, z.B. über den Streit zum Kulturpalast oder über das ewige Hin- und Her beim Technischen Rathaus aber genau betrachtet weiß ich gar nicht, was ich darüber schreiben soll. Wie wohl die meisten Bürger dieser Stadt bin ich kein Fachmann, was die Themen betrifft. Es gibt Für- und Wider-Argumente; die Bruchlinien sind meist identisch mit den Parteigrenzen. Wenn man z.B. das technische Rathaus nimmt und die Diskussion darüber, ob es da tatsächlich einen Giftskandal gibt oder nicht. Die einen sagen ja, die anderen nein. Fakt ist: Eine Seite lügt, denn das beide Seiten Recht haben, ist unmöglich. Doch wem soll ich glauben? Weder sitze ich im Technisches Rathaus, noch bin ich Gutachter, noch habe ich eines der Gutachten gelesen. Ich bin auf das angewiesen, was in der Presse steht. Soll ich denen glauben, denen ich politisch nahe stehe, nur weil sie mir sympathischer sind?
Für mich ist das eines der Grundübel unserer Demokratie: So etwas wie unabhängige, sachliche Sammlung von Fakten, anhand derer ich mir eine Meinung bilden kann, gibt es nicht. Das wäre eigentlich Aufgabe der Medien aber die erfüllen ihre Aufgabe aus meiner Sicht ungenügend. Wobei die auch alles andere als leicht ist, denn letztendlich hat der Journalist das gleiche Problem wie sein Leser. Natürlich kann er viele, viele Standpunkte zu einem Thema einholen, diesen oder jenen Experten befragen und sich am Ende ein Bild daraus machen. Aber ob seine Sicht der Dinge die richtige ist, ob er nicht (aus Oberflächlichkeit oder unwissentlich sei einmal dahingestellt) entscheidende Aspekte übersehen hat, dass stellt sich auch erst mit der Zeit heraus. Es ist zwar schön, dass in der Demokratie um die beste Lösung gerungen wird aber aus meiner Sicht geht es hier in Dresden eigentlich immer nur um Parteipolitik und nicht um die Lösung von Sachfragen (das ist wahrscheinlich andernorts auch nicht besser). Ich kann mich als „einfacher Bürger“ nicht mit jedem Thema soweit beschäftigen, dass ich eine sinnvolle Entscheidung treffen kann. Insofern brauche ich das Vertrauen zu denjenigen, deren Beruf es ist, diese Entscheidungen zu treffen. Ein Vertrauen, dass mir zum großen Teil verloren gegangen ist…
Und was haben die beiden Themen miteinander zu tun? In erster Linie eins: Die fehlende Erfahrung, dass in dieser Gesellschaft etwas verbessert werden kann, dass man als einfacher Bürger überhaupt einen Einfluss hat, führt zu einem Rückzug ins Private. Banale Dinge werden wichtig, Wichtiges wird anderen überlassen. Und die entscheiden nach Interessen-, Kassen- oder was auch immer für einer Lage. Regional genauso wie global.
Angeblich sind Katzenbilder eine todsichere Sache, wenn es darum geht, Besucher auf seine Seite zu ziehen. Lustig, nicht? Das Internet könnte DAS Informationsmedium schlechthin sein, aber die Leute surfen durchs www, um sich Katzenbilder anzuschauen. Mir gefallen die Tiere übrigens auch…
Posted 10 months, 3 weeks ago at 14:21. 2 comments