Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Stadt voller Baustellen

Gestern war wieder Stadtratssitzung, das merkt man anhand der zahllosen Pressemitteilungen, die ich noch immer kriege. Hier mal eine Auswahl der Themen, die Dresden derzeit beschäftigen:

Die CDU beschwert sich, dass Dynamo einen zweiten Geschäftsführer einstellen will, obwohl kein Geld da ist und der Fußballverein quasi unter Aufsicht der Stadt steht. Da muss ich den Konservativen mal ausnahmsweise recht geben, wobei ich natürlich nicht weiß, ob die CDU-Abgeordneten über den Vorgang wirklich so uninformiert waren. Falls ja, ist das schon ein ganz schön starkes Stück und Dynamo verscherzt sich auf diesem Wege die städtische Unterstützung.

Die Grünen freuen sich über die verbesserte Bürgerbeteiligung beim Hochwasserschutz in Laubegast. Vielleicht können die Anwohner in meinem alten Stadtteil verhindern, dass sie auch solch tolle Bauwerke wie eine Hochwasserschutzmauer bekommen. Zu wünschen wäre es ihnen. Mich müsste das Thema von der Höhe aus betrachtet zwar nicht mehr so sehr interessieren aber ich hänge nochziemlich an dem Stadtteil. Als ich gestern aus der Stadt kommend am Elberadweg lang fuhr, kamen mir wieder die ganze Erinnerungen, z.B. an den Übergang zwischen Laubegast und Tolkewitz. Auf diesem kleinen Stück war es meist deutlich kälter als in der Umgebung, eine Kälte, die richtig in die Sachen kroch. Im Sommer gab es hier in der Flutrinne zahllose Frösche die quakten, hier habe ich Füchse, Fasane, Stieglitzschwärme und einen Grünspecht gesehen…
Kleine Info am Rande, für alle die, die’s noch nicht mitbekommen haben: Die Reinigung der Elbwiesen muss am Wochenende aufgrund des Hochwassers ausfallen und wird auf den 17.4. verschoben. Da bin ich wenigstens in der Stadt. Morgen wäre nix geworden.

Eine Meldung der Linken beschäftigte sich mit der Staatsoperette. Wieder so ein endloses Thema. Auch wenn ich mit der Musik nichts anfangen kann, ist es schon ein unwürdiger Zustand, das es nicht mal bei solch einer Mainstreamsache voran geht. Mehr als einmal habe ich schon darüber gelesen, dass der Zustand der Leubener Spielstätte katastrophal sein soll. Das Heizkraftwerk als neues Quartier ist wohl wieder aus dem Rennen, oder? War jetzt nicht irgendein mysteriöser Sponsor aufgetaucht, der ein Musical bauen wollte oder verwechsle ich da etwas? Wer soll da eigentlich den Überblick behalten? Ich würde mich ganz bescheiden über einen kleinen bezahlbaren Club für Konzerte abseits popmusikalischer Verwertungsmechanismen freuen. Zentral gelegen und gut erreichbar. Eine Operette brauche ich nicht…

Die Linksjugend meldete sich mit ihrer Kritik an den Einsparvorschlägen der Stadtführung zu Worte. Kulturpalastumbau vs. Schulsanierung heißt hier die Stoßrichtung. Ich weiß auch hier nicht, was ich davon halten soll. Gibt es denn schon eine Einigung über den Kulturpalast und was damit geschehen soll? Auch hier habe ich völlig den Faden verloren. Das ewige hin und her sorgt bei mir im Allgemeinen dafür, dass ich irgendwann das Interesse verliere. Na wie auch immer – ich bin mal vor ca. zehn Jahren im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit in einer Schule im Hecht gewesen und was ich da gesehen habe, konnte man nur als Katastrophe bezeichnen. An den Wänden von denen Farbe abblätterte, hingen irgendwelche Bravo-Poster-Larven, das Mobiliar sah aus wie aus DDR-Zeiten und war selbstredend vollkommen zerschlissen. Wo da die Begeisterung am Lernen herkommen soll, das muss mir erst einmal jemand erklären. Da wir in der Schule waren, um Bilder zu machen, strichen wir umgehend die Segel und gingen ins St. Benno-Gymnasium. Der Unterschied war unglaublich…

Dresden, Stadt voller Baustellen. In diesem Sinne möchte ich einen alten Werbespruch in Erinnerung rufen: Es gibt viel zu tun, packen wir es an!

Posted 2 years, 1 month ago at 15:54.

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Endlos Trouble um Dynamo

Eigentlich sollten die Dresdner Fußballfans zufrieden und glücklich sein, denn Dynamo (ja, ich weiß, es gibt auch noch andere Vereine in der Landeshauptstadt) hat seit letztem Jahr ein schickes neues Stadion. Aber wir wären nicht in Dresden, wenn damit alles in bester Ordnung wäre. Also, dass Stadion ist schon OK aber die finanzielle Situation des Verein sist wieder einmal prekär. 2008 musste Dynamo durch ein kommunales Darlehen in Höhe von 1,25 Millionen Euro gerettet werden, wodurch der Verein praktisch seine Autonomie verlor. Die Stadtverwaltung hat Dank einer Satzungsänderung jetzt erhebliche Mitspracherechte, was den Verein betrifft. Die stellt mal einfach so vom Verein nicht autorisierte, laut Dynamo-Hauptgeschäftsführer Stefan Bohne falsche Zahlen zur Diskussion. Folgt man der offiziellen Darstellung von Dynamo, sind die aus den Nutzungsverträgen resultierenden Mehrbelastungen ab der kommenden Situation existenzgefährdend.
Doch das ist längst nicht der einzige Anlass für Ärger. Die Logo- und Namensrechte des Vereins wurden an Dr. Kölmel, den Betreiber von Kinowelt verpfändet. Der Etat von Dynamo bleibt jedoch auch trotz dieser Maßnahmen unterdeckt, die für Dynamo unvorteilhaften Nutzungsverträge für das Stadion müssen nachverhandelt werden, um Schlimmeres zu verhindern. Eine Faninitiative sieht vor allem den Aufsichtsrat des Vereins für diesen Zustand in der Verantwortung. In einem offenen Brief werden die betreffenden Personen scharf aber in sachlicher Art kritisiert. Die traurige Dynamo-Geschichte geht weiter. Seit der Wende macht der Verein kaum noch sportliche dafür umso mehr wirtschaftliche Schlagzeilen. Die Dresdner können das nur noch mit Galgenhumor kommentieren

Posted 2 years, 2 months ago at 18:16.

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Stimmung im Stadion

Video vom Dynamo-Testspiel gegen Wien – habe ich grad im Netz gefunden. Die Fans werden das sicher schon lange kennen aber ich als “ferner Beobachter” war einigermaßen überrascht, dass es diese Bilder gibt. (Warum eigentlich? – Hat ja heute Jeder eine videofähige Kamera.)

Weiteres Material finde Ihr hier.

Die “gute Stimmung” dürfte wieder einmal negative Auswirkungen auf die sportliche und ökonomische Situation Dynamos haben. Beim nächsten Pflichtspiel ist das Stadion wahrscheinlich leer. Der Verein sah sich zu scharfen Maßnahmen gezwungen. Was es allerdings mit den “verbotenen Bannern” auf sich hat, konnte ich noch nicht herausfinden. Bild schreibt dazu: “Sie [die bösen Fans] solidarisierten sich auf nicht genehmigten Spruchbändern mit Kriminellen…”

Posted 2 years, 3 months ago at 20:04.

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