In den aktuellen DVB-Infos 4/2011 (das ist die kleine A5-Zeitung, die frei in der Straßenbahn verfügbar ist) steht ein Artikel zum „Verbesserten Nahverkehrsangebot im Schönfelder Hochland“. Kern ist die Aussage, dass das Angebot der Linien 98A, B & C und der Überlandlinien 226 und 228 verbessert und diese besser an die DVB-Linien angepasst werden.
Keine schlechte Sache. Mal sehen, wie’s in der Realität funktioniert. Jetzt muss nur noch die Straßenbahn nach Weißig gebaut werden oder steht das nicht mehr zur Debatte?
- auf allen Linien werktags mindestens einen 60-Minutentakt und am Wochenende 120-Minutentakt –
- die Einsatzzeiten werden erweitert analog zu vergleichbaren Stadtgebieten (was heißt das konkret?)
- der Schülerverkehr wird berücksichtigt
- „nicht umsteigefrei mit Bühlau verbundene Ortschaften“ erhalten direkte Anbindungen
(z.B. Cunnersdorf, Schönfeld)
- Anrufbusse (analog Alita) in den Abendstunden
Fähre benamsen
Ebenfalls im DVB-Info war zu lesen, dass derzeit ein Name für die neue Fähre Niederpoyritz-Laubegast gesucht wird. Selbige wird bis zum nächsten Frühsommer in Laubegast gebaut und soll wahrscheinlich noch nächstes Jahr zum Einsatz kommen. Es gibt auch was zu gewinnen, eine „Längsfahrt“ mit der „Elbflorenz“…
Posted 2 months ago at 15:39. 2 comments
Heute ist mir beim Arbeiten ein Recht seltsamer Fehler aufgefallen (s. Bild):

Die Rechtschreibkontrolle bei Word kennt die „Verkäuferin“ nicht, zumindest bei mir nicht. Das muss ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten sein, als der Mann noch das Geld nach Hause brachte und die Frauen es ausgeben durften (mit Zustimmung des Mannes). Komisch nur, dass es damals noch kein Word gab oder andersrum ausgedrückt, Word erst nach dieser Zeit entstanden ist. Zur Ehrenrettung von Herrn Gates sei gesagt, dass es bei den anderen getesteten Wörtern sowohl die männliche als auch die weibliche Form gibt.
Das Frauen manchmal etwas seltsam sein können durfte ich aber heute morgen erleben, bei einer Fahrkartenkontrolle der DVB in der Straßenbahn. Da stritt sich eine ältere Dame mit der Kontrolleurin. Erstere wollte irgendwohin bei Freiberg und hatte am Automaten auch unter Beihilfe des Straßenbahnfahrers nicht das passende Ticket gefunden. Da sie der festen Überzeugung war, dass sie nur zu dem ihr bekannten Preis fahren wollte, ist sei dann wohl ohne Ticket ins Fahrzeug gestiegen. Immerhin war sie so clever sofort bei „Anlaufen“ der Kontrolle zu zuständigen Fachfrau zu gehen. Mit der diskutierte sie lautstark ihr Anliegen. Zwar hatte sie nicht ganz Unrecht, andererseits weiß jedes Kind, dass fahren ohne Fahrschein schwarzfahren ist. Die Kontrolleurin erklärte, dass die Fahrgästin (so ein geiles Wort, das Word auch nicht kennt) einen Fahrschein benötigt und da es in der Band keinen (Achtung Information!) Verbundraum-Fahrschein gab, hätte sie sich einen für zwei Euronen ziehen müssen. Die aufgebrachte Fahrgästin älteren Baujahrs erwiderte daraufhin dass sie nur den ihr bekannten Preis bezahle und der Straba-Fahrer (immerhin angestellt bei der DVB) habe ihr auch nicht weiterhelfen können. Woraufhin die Kontrolleurin meinte, der Fahrer sei zum fahren da und von den Fahrkarten hätte er keine Ahnung, das sei ja schließlich nicht sein Gebiet. Auweia! Frauen sind schon manchmal ganz schön seltsam.
Das Streitgespräch versaute mir die Lektüre meiner Morgenpost, die ich mir in Ermangelung sinnvollen Lesestoffes am Automaten gezogen hatte, ganz ohne Beihilfe eines Fahrers oder Führers. Am Ziel war ich dann ganz schön geschafft, ob der weiterhin zeternden Fahrgästin, die ich am liebsten zur Teufelin geschickt hätte…
Posted 10 months, 1 week ago at 18:14. 1 comment
Seit einiger Zeit wird auf der Straße zwischen Gönnsdorf und Pappritz gebaut – hier soll direkt vor dem Supermarkt eine neue Haltestelle entstehen. Die Ampel an der Baustelle ist sicher bei vielen Anwohnern “beliebt”, am Wochenende von Freitag 14 bis Montag 4 Uhr soll es gar eine Vollsperrung geben. Heute morgen wurde ich an der Bushaltestelle Zeuge, wie über diese Maßnahme diskutiert wurde. Grundtenor war in etwa „Das geht garnicht! Wie sollen wir unsere Einkäufe erledigen? Was machen die denn da überhaupt? Die wollen uns doch nur ärgern.“ Ehrlich gesagt, verwundert mich diese Reaktion schon etwas. Geht man mal davon aus, dass die Sperrung notwendig ist, so ist das doch besser, solche Sachen passieren am Wochenende als mitten in der Woche. Zum einen, weil all diejenigen, die zur Arbeit müssen, nicht über Gebühr belastet werden, zum anderen weil auch – bis auf die Gastronomen – die ortsansässigen Gewerbetreibenden davon profitieren. „Jedem Menschen Recht getan, ist eine Kunst die keiner kann“, sagte schon meine Großmutter und wo sie Recht hatte, da hatte sie einfach Recht.
Aufgefallen ist mir aber schon seit langem, dass die Dresdner ein sehr gestörtes Verhältnis zu ihrem öffentlichen Nahverkehr haben. Nun meckert der Sachse an sich sehr gern und es gibt auch immer wieder Gelegenheiten, sich über unhöfliche Fahrer, verpasste Anschlüsse etc. zu ärgern aber ernsthaft betrachtet, haben wir in Dresden einen recht guten ÖPNV (zu gut deutsch: Öffentlicher Personennahverkehr).
Ich habe aber bisher nicht nur einmal gehört, dass ein verärgerter Bürger die hiesigen Verkehrsbetriebe als „Staat im Staat“ schalt. Persönlich stecke ich da zu wenig drin, mir ein Urteil zu erlauben – klar ist natürlich, dass die DVB als kommunaler Betrieb eng mit der Lokalpolitik verwoben sind – schließlich sind Verkehrsfragen auch soziale Fragen. Persönlich empfinde ich die Kritik aber häufig als ungerecht – wenn es das gute Netz nicht gäbe, wären noch viel mehr Autos auf der Straße. Und das kann ja letztendlich auch niemand wollen, oder?
PS: Ja, ich bin Verfechter des ÖPNV. Das hat vor allem „ideologische“ Hintergründe, nicht weil ich denke, dass es so toll ist, an einem Montagmorgen im Bus mit vielen anderen Leuten zu sitzen, die noch Bettwärme ausströmen und lieber schliefen, als sich auf den Weg zur Arbeit zu machen, die miese Laune haben etc. Im Auto ist es sicher bequemer, ich kann meine Musik hören usw. Aber der gesellschaftliche Preis des motorisierten Individualverkehrs ist mir einfach zu hoch. Ständig steigt der Bedarf an Straßen, auch neue Autos verpesten die Luft. Ganz zu schweigen, von der Energie und den Rohstoffen, die in so einem Auto stecken und der Menge an persönlichen finanziellen Mitteln, die dadurch gebunden werden. Wir haben ein Auto, mit dem meine Frau täglich nach Radeberg zur Arbeit fährt und das reicht auch aus. Ein weiteres Fahrzeug können und wollen wir uns nicht leisten. Wenn nur die Hälfte der Menschen auf ein Stück Bequemlichkeit verzichten würde, wäre allen geholfen. Und der ÖPNV wäre sicher auch attraktiver, schon allein, weil die Busse nicht mehr so oft im Stau stünden.
Posted 2 years, 3 months ago at 09:48. 28 comments
Dresden ist auf dem Weg zur Weltstadt. Das merkt man daran, dass es in Bussen und Bahnen immer öfter englische Ansagen zu hören gibt. Heut morgen vernahm ich also: „Der Bus hält etwas länger, um den Anschluss zu garantieren– the bus stopps for a short connection service“ (oder so ähnlich). Wenige Sekunden später hielt meine Linie 61 dann tatsächlich an der Haltestelle am Ullersdorfer Platz und… der Schienenersatzbus fuhr ab. Die gerade angekommenen ÖPNV-Benutzer konnten der EV11 nur noch hinterher schauen. No connection service today.
In letzter Zeit hab ich immer wieder Klagen über die Verkehrsbetriebe gehört. Meist entzündeten sich solche Argumentationen an Baumaßnahmen bzw. daran, dass der EV an der Nordstraße um die Ecke wartet, während die Fahrgäste im Regen stehen oder an ähnlichen Problemen. Persönlich hab ich schon erlebt, dass ein Busfahrer einer junge Vietnamesin mit Kinderwagen die Tür vor der Nase zumachte und abfuhr – ganz bewusst, wie ich dem Herren unterstelle. Ich will mal nicht von ausländerfeindlichen Motiven ausgehen, sondern vielmehr davon, dass es ihm einfach zu lange dauerte, bis die Mutti aus dem Knick kam. Die Zeit drängt und die kann ja auch den nächsten Bus nehmen.
Gelegentlich rege ich mich auch darüber auf, dass der Bus in Pappritz zum Teil bis zu vier Minuten vor dem Zeitplan abfährt. Das ist natürlich blöd für alle, die kurz vor knapp kommen, denn der nächste Bus kommt erst eine halbe Stunde später. Aber ich habe auch schon erlebt, dass mich ein Busfahrer, der mit seinem Gefährt, das ich lesend übersehen hatte, schon auf der Kreuzung stand, noch einsteigen ließ.
“Es ist nicht alles schlecht” möchte man da als alter Meckersachse sagen aber manchmal wünschte ich mir als Fahrgast doch ein wenig aufmerksamere Bus- und Bahnlenker. Vielleicht liest das hier ja auch der eine oder andere und zeigt beim nächsten Mal etwas mehr Entgegenkommen…
Posted 2 years, 5 months ago at 09:35. 2 comments