Reflexzonen
(Montage-acmenoise)

Die Ausstellung „REFLEXZONEN“ von Detlef Schweiger und Frank Herrmann im Palais Großer Garten Dresden zeigt vom 6. März bis 3. April 2011 raumbezogene Installationen und Objekte, deren Gemeinsamkeit auf der Fähigkeit beruht, Lichtreflexe auf unserer Netzhaut hervorzurufen.
Neben den kinetischen Objekten von Frank Herrmann, bei denen Spiegel, Licht und Wasser zum Einsatz kommen, werden entsorgte Datenträger in Form von CDs/DVDs von Detlef Schweiger in neuen Flächenformationen präsentiert.
In der Mischung aus Tages- und Kunstlicht schafft sich der Besucher durch Bewegung und Veränderungen der Perspektiven zu den spiegelnden Oberflächen seine eigenen optischen Reflexe. Vielfältige Reflexe teils in den Spektralfarben entstehen z.B. durch tausende CD-Silberlinge, die im Festsaal einen dichten Teppich bilden.
Reflexe und Reflektionen ganz anderer Art lösen die Millionen nicht mehr gebrauchter Daten aus, die hier gleichsam mit den bildnerisch recycelten Datenträgern uneinsehbar ausgebreitet Schatten auf das gegenwärtige Informationszeitalter wie voraus ins angenommene Digital Dark Age werfen.
Der barocke Ausstellungsort bietet mit seinen umlaufenden großen Fensterfronten nicht nur die nötige Tageslichtmenge, sondern reflektiert mit dieser Ausstellung zeitgenössischer Kunst auch auf die Erscheinungen barocker Spiegelsääle und spannt wie diese einst ein breites Erlebnisfeld von der Irritation bis zur Faszination.

Am Eröffnungsvormittag kommt es außerdem zu „SOUND_reflexionen“ besonderer Art: Der Multielektroniker und SARDH-Frontmann Balog trifft mit seinen kalten Spiegelsoundflächen auf die schneidenden E-Gitarrenspitzen des aus der Dresdner Improvisations- und Jazz-Szene kommenden Gitarristen Max Loeb.

Eröffnung: Sonntag 6. März 11Uhr
Begrüßung: Frau Dr. Andrea Dietrich, Leiterin Schlösser und Gärten Dresden
Einführung: Herr Jörg Sperling, Kustos Museum Dieselkraftwerk Cottbus
SOUND_reflexion: Balog – Electronics, Max Loeb – E-Gitarre

Öffnungszeiten: Mittwoch – Samstag 14-17 Uhr Sonntag 11-17 Uhr
Eintritt: 3 € / erm. 1,50 €

Gefördert von der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalpflege,
und von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden
Mit freundlicher Unterstützung von Schlösser und Gärten Dresden,
Förderverein Palais Großer Garten e.V., Bürgerstiftung Dresden,
Veranstaltungstechnik Kressmann, Gerüstbau Hein, joe lehmann grafix.

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Veranstaltungsankündigung – Ausstellung Conradstraße 22

Ein Jahr nach der merkwürdigen Ausstellung „Hier ist Nirgendwo“ am Albertplatz, bei der 30 Künstler zusammentrafen, um herauszufinden, welchen Platz Kunst in der Gesellschaft hat, beschäftigt sich die 2.
Ausstellung mit der Wert-Frage.
Innerhalb einer Woche können die Ausstellungsbesucher auf unterschiedliche Werke bieten. Malerei, Bildhauerei, Architekturmodelle, CD- und Buchunikate… Einige Künstler bieten ihre Werke ab 0 Euro an. L´art pour l´art? Kunst für Künstler und oder Gesellschaft? Satire auf eine finanzielle Welt? Wer weiß, vielleicht
ist dies die Gelegenheit, mit einem spontanen Kauf in den neuen Warhol zu investieren.

25. Juni – 02. Juli 15 – 21 Uhr
Vernissage 25. Juni 19 Uhr
Finninsage 02. Juli
Eckladen Friedensstraße / Conradstraße

Conradstraße 22, 01097 Dresden

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Lichthof Rathaus, Lokale Agenda 21-Ausstellung

Heute möchte ich nur auf eine Ausstellung hinweisen, die noch bis zum 26. im Lichthof des Rathauses zu sehen ist: “Zukunft für Dresden – Projekte von heute mit Sinn für morgen”: „Die Lokale Agenda 21 für Dresden e. V. informiert in dieser Ausstellung über nachhaltige Dresdner Projekte, die durch Bürgerschaft, Verwaltung, Initiativen und Unternehmen initiiert werden, u. a. aus den Bereichen Bildung, Klima und Energie.“ (dresden.de).
Idiotischerweise ist der Lichthof nur Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Als arbeitender Mensch bin ich damit von der Teilnahme ausgeschlossen. Ich verstehe nicht, warum nicht wenigstens an einem Tag in der Woche länger geöffnet sein kann. Echte Bürgernähe ist das.
Die Veranstaltungen heute und morgen beginnen ebenfalls schon um 18 Uhr. Wahrscheinlich muss der Hausmeister dem Vortragenden den Schlüssel übergeben oder sowas in der Richtung. Egal, ich habe sowieso keine Zeit, da anderes zu tun.
Zu oben genanntem Thema gibt es noch bis zum 30. Juni einen Wettbewerb des Lokale Agenda-Vereins. Neben den Kontaktdaten braucht es eine Kurzbeschreibung sowie „eine ausführliche Projektbeschreibung einschließlich Zielsetzung, Zeitplanung und Begründung für die Zukunftsfähigkeit (max. 2 Seiten)“ Bildmaterial wird auch gewünscht, in digitaler Form auf DVD oder CD.
Vielleicht hat ja noch jemand auf die Schnelle eine zukunftsfähige Idee zur Hand. Unter Umständen wird die ja sogar irgendwann mal umgesetzt. Man kann ja nie wissen. Bei „Einfach genial“ – ja ich hab den Kram auch schon gesehen – waren manchmal richtig gute Sachen dabei, nur dass sich dann niemand gefunden hat, was draus zu machen. Ein wirklich innovatives Produkt oder eine tolle Idee umzusetzen, übersteigt häufig die Kraft des Privatmenschen. Zudem muss das Ganze ja auch ökonomisch was bringen und wenn das Projekt zu wenig abwirft, dann bleibt’s halt in der Schublade. Bildung – das diesjährige Thema – ist da etwas dankbarer, denn da geht es nicht in erster Linie um die Moneten…

PS: Das hat zwar gar nichts mit dem Thema zu tun und wirklich zukunftsfähig ist es auch nicht aber es gibt jetzt eine direkte Flugverbindung London-Dresden. Toll! Da werde ich sicher mal zu dem einen oder anderen Konzert auf die Insel jetten. Wenn ich mir das leisten kann…

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Performance

Gestern war ich zur Eröffnung der Aktion „Ohne Uns!“ im ehemaligen Stasi-Knast auf der Bautzner Straße. Es war nicht mein erster Besuch an diesem Ort; ich hatte mich schon lange dafür interessiert und vor drei oder vier Jahren mal die Gelegenheit genutzt, mir das Gefängnis anzuschauen. Ich erinnere mich auch noch an die Zeit, als noch eine Betonmauer vor dem Haus stand, an der ein Graffiti prangte: „Mahnmal für Staatsterror“. Umso mehr war ich verwundert, als mir einige Freunde erzählten, dass sie noch nie in der Gedenkstätte waren, darunter auch einige gebürtige Dresdner.

Ausstellung

Wie auch immer, der Anlass für meinen neuerlichen Besuch war die derzeitige Ausstellung im Knast, die mit einer Performance von fünf Frauen eröffnet wurde, die am 4. Dezember 1989 das MfS-Gebäude in Erfurt besetzten. Diese fünf, vier davon hatten selbst „eingesessen“, waren die ersten in der DDR, die den Mut dazu aufbrachten, in die „Höhle des Löwen“ zu gehen .
Während der Performance spielten dann auch die persönlichen Geschichten dieser Frauen eine zentrale Rolle. Einem Bekannten war das Ganze zu „esoterisch“ weil eine der Künstlerin mit einer Trommel rumzog und am Ende gemeinsam „gechantet“ wurde. Das ist in unserer Kultur vielleicht etwas ungewöhnlich aber schließlich ging es genau darum, aus der Gemeinsamkeit Kraft zu entwickeln, nicht am Rande zu stehen, sondern in die Mitte zu treten, sichtbar eine Position einzunehmen. Selbst bei so lapidaren Dingen wie der Aufforderung, sich für alle sichtbar aufzustellen und mit einem Kohlestift ein Zeichen auf Papier zu hinterlassen, merkt man, wie schwierig es sein kann, aus der Gruppe herauszutreten, sich angreifbar zu machen. Eine schöne, nachvollziehbare Metapher für die Situation in der DDR und ein Hinweis an einen selbst, wie feige man gelegentlich ist (und war).

Gedenkstätte Bautzner Straße Zellentrakt

Im dritten Stock des Hafttrackts dienten die Zellen als Räume für kleinere Installationen, von denen mir am besten die von Detlef Schweiger gefiel. Der Dresdner Künstler hatte bei der Birthlerbehörde Tondokumente des originalen Funkverkehrs von den Ausschreitungen am Dresdner Hauptbahnhof (8. Oktober?) zu einer verstörenden Collage zusammengestellt.

Ohne uns-Website

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