Strahlender Sonntag
Tag der offenen Tür in Rossendorf
Ja, ich weiß, der „strahlende Sonntag“ ist abgeschmackt. Aber das Wetter war am Sonntag ja nun wirklich gut. Oder sagen wir lieber heiß. Trotzdem ließen wir uns von den Ü30-Temperaturen nicht davon abhalten, nach Rossendorf ins Forschungszentrum zu fahren, so wie es viele andere auch taten. In der Forschungsrichtung herrschte regelrecht Volksfeststimmung, Fressbuden und Schlagerbühne inklusive. Die Sächsische Zeitung hatte wohl auch die Werbetrommel gerührt…
Organisatorisch gab es absolut nichts zu meckern – wir waren, da wir uns mit Freunden verabredet hatten und viel zu spät dran waren – ins Auto gehüpft und MIV-mäßig vorgefahren. Am Eingang standen gleich „Posten“, die uns sicher und schnell zu einem Parklatz geleiteten. Zudem gab es wohl auch Shuttlebusse, die zum Ullersdorfer Platz fuhren. Für Verpflegung, Unterhaltung aber auch für fachliche Unterweisung war ausreichend gesorgt.
Meine Frau traf einen ihrer Studienkollegen wieder, der sich freute, dass die Menschen in Zeiten von GNTM & Co. noch solch ein Interesse an Wissenschaft zeigen. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie viel die einzelnen Besucher da verstanden haben. Meine Frau und ich, wir sind beide Chemiker, mit anderen Worten Naturwissenschaftler, und haben zumindest ansatzweise etwas Ahnung. Wer sich seit der Schule nicht mit Themen wie radioaktiver Strahlung befasst hat, sieht da sicher noch weniger durch, als wir das taten. Aber egal: Die Wissenschaftler erteilten bereitwillig und geduldig Auskunft und so manch neue Erkenntnis stellte sich ein: Ich lernte z.B., dass es kein großes Problem ist, Antimaterie zu erzeugen, das passiert quasi ständig spontan. Die hochreaktiven Teilchen zu stabilisieren und gezielt einzusetzen – das ist die hohe Kunst.
Als besonders beeindruckend stellte sich für uns ELBE dar, nicht der Fluss, sondern ein riesiger Linearbeschleuniger, mit dessen Hilfe sich verschiedenste Strahlungsarten definiert erzeugen lassen. Diese Strahlen dienen dann u.a. zur Materialforschung.
Quelle: Homepage des FZD
In Erinnerung geblieben ist mir auch das Gespräch mit einem Wissenschaftler, dem wir Fragen zur Kernfusion stellten. Er war – obwohl es sein Arbeitsgebiet direkt betraf – auch der Meinung, man solle die regenerativen Energien ausbauen. Denn der Aufwand, der um die Kernfusion betrieben wird, ist doch ganz schön enorm. Um z.B. Sonnenenergie zu nutzen, braucht es nur Parabolspiegel und Salzlauge, eine wirklich simple und leicht beherrschbare Technik. Letztendlich wäre es aber wesentlich besser, wenn mit Kernfusion Energie erzeugt wird, als derzeit durch Spaltung. Der entscheidende Vorteil: Es kann nicht zu Katastrophen wie Tschernobyl kommen, da die Reaktion im Havariefall einfach abbricht, anstatt weitere Kettenreaktionen auszulösen…
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