Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Prießnitzgrund soll Straße werden

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Prießnitzgrund soll Straße werdenDresdner|Rand

Manche Dinge sind so unglaublich, dass einem glatt die Worte fehlen. Deshalb will ich auch nicht allzu viel Worte verlieren, sondern einfach aus einer mail von Freunden zititeren:

Hallo Freunde, habt ihr schon gemerkt, daß im Prießnitzgrund eine Strasse gebaut wird? Bis nach Klotzsche soll sie gehen und 4,50m breit sein und ca 50cm tief. Da ist eine Sperrschicht im Waldboden aus einer Art Gaze, dann Kies, dann Asphalt. Dazu hauen sie die Bäume weg und buddeln. Bis zur ersten Brücke sind sie schon gekommen und es wird täglich mehr. Die Strasse brauchen sie angeblich um mit Baufahrzeugen hinter fahren zu können um gewisse Zuflüsse zur Prießnitz zu sanieren. Die Strasse wurde im letzten Jahr illegal begonnen zu bauen, dann wurde ein Baustop erwirkt. Nun bauen sie wieder- mit lächerlichen Auflagen. Nach der Sanierung soll die Strase auf 3,50 m zurückgebaut werden. :-( also die Strasse an sich- bissel schmaler als jetzt- bleibt erhalten und soll und darf von Anliegern von Waldgrundstücken genutzt werden- so munkelt man. Aber eine wirkliche Bürgerinfo gabs eh nicht.
Deshalb nun die Petition. bitte schicke sie weiter und unterschreibt alle schön und schickts an den Petitionsausschuß.
Besonders gut beschäftigen könnt ihr die Behörde, wenn man den Text noch etwas verändert, erweitert bzw was eigenes schreibt. Dann müssen die sich mit jedem einzelnen Schreiben auseinander setzen.

In diesem Sinne – hier gibt’s die Petition zum download und hier zum lesen:

An den Petitionsausschuß
Landeshauptstadt Dresden
Vorsitzende Frau Ch. Müller
Dr.-Külz-Ring 1
01067 Dresden
PETITION

Wir wenden uns an den Petitionsausschuß mit Bitte um Aufklärung, die Baumaßnahmen im Prießnitzgrund betreffend. Nachdem im letzten Jahr offensichtlich ein Baustop über den begonnenen Straßenbau durch den Prießnitzgrund verhängt wurde, gehen nun seit einigen Wochen die Bauarbeiten weiter.
Der Prießnitzgrund ist eines der wenigen direkten Naherholungsgebiete Dresdens, speziell der Dresdner Neustadt. Gerade in diesem Stadtviertel leben viele nicht motorisierte Menschen und benötigen ein Naherholungsgebiet, das zu Fuß erreichbar ist. Das starke Begängniss im Prießnitzgrund, unabhängig von Tageszeit und Wetter, zeigt das Bedürfnis der Bevölkerung nach diesem stadtnahen Wald. Außerdem trägt Wald in der Nähe der Stadt sicher auch zur Verbesserung der Luft bei. Der Prießnitzgrund wird von Kindern als Spielort genutzt, eine der wenigen Möglichkeiten für die Stadtkinder, Natur als Bewegungsraum zu erfahren. Die Kinder spielen im Fluß, in dem noch Fische leben und Wasserpflanzen, bauen am Sandstrand Burgen und klettern auf den Bäumen herum, erleben während ihres Spiels Tiere und Pflanzen ganz nah als natürlichen Lebensraum. Alles Spiele, die sie auf den sicher pädagogisch wertvollen aber doch künstlichen Spielplätzen nicht können. Die Waldkindergärten , Tagesmütter und Tagesväter, andere Kindergärten und Hortgruppen besuchen den Priessnitzgrund regelmäßig, um diese o.g. Vorteile zu nutzen.
Auch für die sehr große Anzahl der Hundebesitzer in diesem Stadtviertel ist der Prießnitzgrund die einzige Möglichkeit ihre Hunde einmal artgerecht, das heißt ohne Leine, laufen zu lassen, ohne erst mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln die Stadt zu verlassen.

Nun hat die Stadt beschlossen, den Priessnitzgrundweg zu asphaltieren. Als Begründung erfuhren wir von den dort tätigen Bauarbeitern notwendige Sanierungsarbeiten am Zulaufsystem der Prießnitz und die damit verbundene Notwendigkeit, den Weg mit Baufahrzeugen zu befahren.

Daraus ergeben sich nun folgende Fragen an den Petitionsausschuß:

1. Wann und in welchem Maße wurde die Dresdner Bevölkerung, speziell die Anwohner des Prießnitzgrundes, die Dresdner Neustädter in die Planung der Bauarbeiten einbezogen ?
2. In welchem Maße wurde die Bevölkerung durch geeignete Medien von den Maßnahmen in Kenntnis gesetzt ?
3. Warum wird überhaupt eine Asphaltstraße gebaut? An vielen Orten in der Dresdner Heide kann man sehen, das die Baufahrzeuge der Forstwirtschaft auf den Waldwegen fahren, wenn es eine Notwendigkeit gibt. Der linksseitige, nun bebaute Weg ist durchaus breit genug gewesen, um das Durchfahren der Baufahrzeuge zu ermöglichen, so wie ja schon öfters Baufahrzeuge der Forstwirtschaft diesen Weg genutzt haben.
4. Wie wurde der Bedarf für diese Straße ermittelt?
5. Warum ist die Firma, die die Sanierungsarbeiten an den Zuläufen durchführt auch gleichzeitig die Firma die die Straße baut? Ist es möglich, dass diese Firma sich hier mit einem angeblichem Bedarf einen weiteren Auftrag an Land gezogen hat?
6. Nachfragen bei den Bauarbeitern haben ergeben, daß die Strasse nach Abschluss der Sanierungsarbeiten der Zuläufe nicht vollständig zurückgebaut wird. Ist diese Aussage richtig?
7. Welchen Grund hatte die zuständige Zulassungsbehörde nur einen Rückbau auf 3 m anzuordnen und keinen kompletten Rückbau?
8. Welchen Bedarf gibt es nach Beendigung der Sanierungsarbeiten an den Zuläufen noch für eine Straße durch den Prießnitzgrund?
9. Wie wurde dieser eventuelle Bedarf ermittelt?
10. Als wie wichtig wurde bei der Entscheidungsfindung zu diesen Baumaßnahmen der Naturschutz erachtet ?
11. Als wie wichtig wurde bei der Entscheidungsfindung der Gedanke der Naherholung für die Bürger erachtet.
12. Wie soll gewährleistet werden, daß die Straße im Prießnitzgrund nicht als Rennstrecke von Bikern oder gar Motoradfahrern genutzt wird und dadurch eine Gefährdung von Fußgängern eintritt.
13. Wie soll gewährleistet werden, daß die Straße des Prießnitzgrundes nicht von Autofahrern als Stauabkürzung genutzt wird ?
14. Welche geeigneten Maßnahmen stellt sich die genehmigende Behörde vor, um die massive Beeinträchtigung des natürlichen Waldbodens durch die Asphaltsperrschicht auszugleichen?
15. Beabsichtigt die Stadt neben die Straße einen Fußweg zu bauen?
16. Wird es auf der Asphaltstraße eine Geschwindigkeitsbegrenzung geben um Fußgänger und Hunde vor schnell fahrenden Fahrzeugen zu schützen?
17. Ist sich die Behörde über den massiven Verlust an Lebensqualität, die Naherholung betreffend, bewusst, die durch den Bau einer Straße durch den Prießnitzgrund für die Bürger erwächst?

Die Unterzeichner der Petition fordern einen Baustop der Bauarbeiten im Prießnitzgrund bis die Frage des Bedarfes einsichtig geklärt ist.

Die Unterzeichner der Petition fordern den sofortigen Rückbau der bereits gebauten Straße und die Wiederherstellung des natürlichen Waldbodens, da die Asphaltsperrschicht der Bodenökologie dieses stadtnahen Erholungsgebietes schadet. Außerdem schadet die Umwandlung des Waldweges in eine Asphaltstraße der Qualität der Nutzung des Prießnitzgrundes als Spiel- und Erholungsort.

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Posted in Dresden streitet and Dresden verkehrt 2 years, 3 months ago at 09:01.

12 comments

12 Replies

  1. Meine ersten Gedanken: Die dann drei Meter breite Straße wird wohl kaum vollständig zurückgebaut — schließlich stellt so eine Befestigung ja auch einen Wert dar.

    Skandalös ist der Bau ohne Planungsverfahren, aber unter einem scheinbar einleuchtenden Vorwand. Künftig muss der Stadtrat solchen Baumaßnahmen prinzipiell einen Riegel vorschieben. Solche Eingriffe in die Natur müssen dem Planungsrecht unterliegen.

    Bleibt nur die Konsequenz: der Verkehr muss so stark reguliert werden, dass jeder »Missbrauch« ausgeschlossen bleibt, also Tempo 20, Poller, Schikanen …

  2. Na ich hoffe noch, dass es gestoppt wird. Was soll denn das Ganze? Wem nützt diese Straße überhaupt und wer will sie?
    Ich hatte grad ‘ne Anfrage von der MoPo – ich denke, das wird größere Kreise ziehen!

  3. Seit der Zeit der Kügelgens ist der Prießnitzgrund ein Refugium für die Neustädter, die einzige Möglichkeit, zu Fuß die Heide zu erreichen.
    Nur was unmittelbar und messbar dem Tourismus und damit der Wirtschaft dient, wird noch erhalten und gepflegt, die kleinen Dinge am Rande, die doch eine Stadt erst lebenswert machen, verschwinden eins nach dem anderen oder werden so verändert, dass sie ihren Charme verlieren.

    Auch im 19. Jahrhundert wurde Dresden von bürgerlichen Stadträten regiert. Aber es waren Dresdner, Bürger der Stadt, in der die Nachhaltigkeit erfunden wurde.

  4. Wie gesagt – noch nicht aufgeben! Bis jetzt ist die Sache noch nicht gegegssen!

  5. dd-jazz Oct 16th 2009

    Mir fällt dazu ein Begriff aus der Architektur ein : “versiegelte Flächen”.., schlimmer lässt es sich nimmer eindeutig beschreiben-

  6. Dazu gibt es auch einen Beitrag von Dresden Fernsehen:
    http://www.dresden-fernsehen.de/default.aspx?ID=6090&showNews=530296

  7. Mit anderen Worten – die Straße bleibt :-(
    Zum Kotzen!

  8. ich hoffe doch sehr stark, dass sich dahingehend noch alles zum guten wendet…andererseits habe ich das auch schon in Betracht auf eine gewisse Brücke getan und Dresden, diese einst so wundervolle Stadt, nein, vielmehr die Regierung dieser Stadt hat mich eines “Besseren” belehrt. Die einzigartige Schönheit dieser Stadt wird mit den Füßen getreten, dass es mich, als “Ur-Dresdener” schmerzt. Die Petition findet hier in unserer WG 100%ig drei Unterzeichner.

  9. Das freut mich!

  10. Stefan Bergner Nov 2nd 2010

    Ihr werdet es einfach nicht bereuen. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.


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