Parken am Loschwitzer Elbufer
Am Montag war wieder ein Bericht in der Zeitung zum Thema Parken am Elbufer. FDP-Ortsbeirat Dietmar Fischer erregte sich in der SZ darüber, dass das Straßen- und Tiefbauamt einen Alternativvorschlag zur Stellfläche auf dem so genannten Festplatz entwickelt hat, der vorsieht, dass hinter der Alten Feuerwache zusätzlich 20 Parkplätze entstehen. Wie das gehen soll, ist mir nicht ganz klar aber nun ja, solange es dort nicht, wie irgendwann schon mal im Gespräch, ein Parkhaus gibt, ist das schon OK. Die im Artikel anvisierten Kosten von 100.000 Euro halte ich allerdings für eine Frechheit aber wir haben’s ja…
Dass der Festplatz kein Parkplatz sein soll, hat zwei Gründe – zum einen rammeln die Autos stets durch das enge Dorf zur „Freude“ der Anwohner, zum anderen ist der Platz Teil des Landschaftsschutzgebietes. Zudem ist dort verkehrsberuhigte Zone inklusive Spielstraße. Ehrlich gesagt sehe ich auch nicht ein, wozu diese Stellplätze gebraucht werden. So viel lokale Wirtschaft und Kneipen gibt es da nicht und ein paar Meter Verdauungsspaziergang haben noch niemandem geschadet. Ich habe auch kein Verständnis dafür, dass ein Ausflügler, der an der Elbe spazieren gehen will, unbedingt bis an die Elbe ranfahren muss.
Vor ein paar Jahren hätte man noch an der alten Kirschplantage einen Parkplatz einrichten können, jetzt stehen da „hochwassersichere“ Eigenheime. Mittlerweile lassen sich ja solche Flächen auch ohne Versiegelung befestigen. Nun geht da unten eigentlich nichts mehr und so sollte es auch bleiben. Da ich regelmäßig und zu verschiedensten Zeiten in der Feuerwache bin und somit einen ganz guten Überblick über die Parksituation habe, kann ich aus eigener Erfahrung feststellen, dass es eigentlich immer freie Parkplätze auf der Fidelio-F.-Finke-Straße gibt, es sei denn es ist Sonntagnachmittag, wenn all die Ausflügler mit dem Auto bis an die Elbe fahren müssen. Am Ende der Straße kann man sogar kostenlos parken, dann muss man allerdings 200, 300 Meter laufen. Oh mein Gott, das ist ja so weit! So manch feistes Männlein könnte auf diesem Weg ein paar Kalorien verbrennen, anstatt im Landschaftsschutzgebiet seine Dreckschleuder zu parken…
Mal noch so’n dummer Spruch zum Abschluss. Wir müssen uns endlich mal dafür entscheiden, was wir wollen: Drive In-Bequemlichkeit für Jedermann oder lebenswerte und intakte Umwelt. Beides zusammen funktioniert nicht. Und hier noch was Kluges, ist aber nicht von mir:
“Das Streben des höheren Menschen geht nicht auf die Außenwelt, auf Sattessen und bequeme Wohnung, sondern auf eine moralische Vollkommenheit”
Konfuzis
Tags: Festplatz Loschwitz, Parkplätze bauen, Parksituation
Ich freue mich, dass das Thema diskutiert wird. Immerhin scheint Einigkeit darüber zu bestehen, dass nicht 100.000,– für 20 Parkplätze ausgegeben werden sollen. Die Fläche östlich der Trille (ehemaliger Festplatz) bietet 70 Stellflächen, ist bereits gepflastert und um übrigen aufgrund des gültigen Stadtratsbeschlusses vom 21.02.2008 bereits als Parkfläche vorgesehen. In der Folge wurde diese Fläche antragsgemäß auch aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert.
Nach meinem Vorschlag “rammeln” die Autos keineswegs über den Dorfplatz, sondern über den bestehenden Parkplatz Fidelio-F.-Finke-Str. (Alte Feuerwache). Wer die dabei zu überquerende Kreuzung mit dem Elberadweg kennt, kommt, im Gegensatz zu unserem Straßen- und Tiefbauamt, auch alleine mit gesundem Menschenverstand auf eine vernünftige verkehrstechnische Lösung, z.B. eine Verschwenkung des Radwegs an dieses Stelle um damit einen größeren Sichtwinkel zu erhalten oder die klassischen Fahrradsperren, die einen dann zum Absteigen zwingen (sollen).
Wer meine Pressemitteilung als Ortsbeirat gelesen hat, hat sciher nicht überlesen, dass ich darin auch die volle Absperrung des Dorfplatzes mit den Pollern einfordere, d.h. ab Senfbüchse. Damit wird der Dorfplatz auch nciht mehr zum Parkplatzsuch-/ wendeplatz. In meiner Bürgerversammlung am 24.04. 2010 fand dieser Vorschlag positive Resonanz.
Vernünftig zu erreichende Parkplätze am Loschwitzer Elbufer bringen den Anwohnern der Fr.-Wieck-Str. eine erhebliche Steigerung ihrer Lebensqualität, erhalten den wunderschön gepflegten Pachtgarten am jetzigen Parkplatz Fidelio-F.-Finke-Str., udn sie stabilisieren Umsatz und Arbeitsplätze nicht nur in der elbnahen Gastronomie, sondern auch in den vielen inhabergeführten Läden und Galerien rund um den Körnerplatz.
Das klingt alles ganz vernünftig und ist in der Form sicher durchaus vertretbar. Nur können wir uns wohl grundsätzlich nicht einigen. Der gigantische Motorisierungsgrad unserer Gesellschaft führt dazu, dass wir immer mehr Orte dem Auto opfern. Man denke nur an den Altmarkt, der jahrelang ein gigantischer Parkplatz war. Jetzt gibt es ja zum Glück eine Tiefgarage, da muss man die Blechlawinen wenigstens nicht mehr sehen.
Was ich sagen will: Parkplätze sind für mich kein Kriterium für Lebensqualität. Freie Plätze, auf denen Kinder z.B. toben können oder Menschen insgesamt feieren schon eher. Zudem ist in Loschwitz Alles bequem per Fuss erreichbar, die Händler werden immer nur vorgeschoben, weil angeblich deren Geschäft pleite geht, wenn die Leute mal laufen müssen. Ist aus meiner Sicht totaler Quatsch. Gerade an den Ausflugstagen (Samstag, Sonntag, Feiertag) ist zudem das Fahrzeugaufkommen am Blauen Wunder so groß, dass man nach Möglichkeit die Kiste stehen lässt. Ich musste gestern abend zur Feuerwache und habe geschlagene 20 Minuten von der Einmündung Tännichtstraße bis zu meinem Ziel gebraucht. Das ändert sich auch mit mehr Parkplätzen nicht, sondern wird maximal schlimmer…
Mal noch eine andere Sache. Wenn das Ganze so kommt, wie Sie sich das vorstellen (wovon in dieser Stadt ja leider auszugehen ist), möchte ich Ihnen einen kleinen Tipp geben: Investieren Sie ein paar zusätzliche Euro in eine Parkplatzanzeige, damit die Leute nicht sinnlos dort langkurven, um am Elbufer festzustellen, dass dann dort doch nichts frei ist. Lustig wird sicher auch die Ausfahrt über den Parkplatz. Ich warte schon darauf, wenn sich die ersten Autos dort verkeilen, weil einer der Fahrer die Nerven verliert…
Das diese “Kneipen” insbesondere von älteren Menschen genutzt wird u die nicht immer gut Fuß für einen deinen vielbeschworenen Verdauungsgänge sind, scheint dir noch nicht aufgefallen zu sein. Unterhalt dich mal mit den Wirten!
Und was bitte ist an dem Festplatz so schützenswert, dass dort nicht ein paar Autos stehen könnten? Richtet ein Elbhangfest z.B. da nicht viel mehr Schaden an der Natur an?
Meinst Du das jetzt mit vollem Ernst?
Ich habe mich noch ein wenig mit dem Thema befasst: Herr Fischer scheint hier ganz einfach Unsinn geschrieben zu haben.
http://frankinformiert.wordpress.com/2010/09/01/petition-fuer-die-bewahrung-der-dresdner-elblandschaft/