Ohne mich
Ich habe mich gestern vorm Demostrieren gedrückt. Ich hatte keine Zeit und vor allem keine Lust. Ich mag Demos sowieso nicht – alle rennen in einer Reihe und plärren irgendwelche Losungen und die Kälte war ein weiterer guter Grund, daheim zu bleiben. Wenn ich mir die offizielle Berichterstattung anschaue, in der die Händchenhalter und Zeichensetzer wieder mal über den grünen Klee gelobt werden und die Blockierer maximal als “Linksextreme” auftauchen, dann vergeht mir zusätzlich die Lust. Zum Glück gibt es aber auch andere Berichte, wie im Stern, positiv ist auch, dass sich die Polizei diesmal sehr vorbildlich verhalten hat.
Mittlerweile glaube ich nicht mehr daran, dass die Mehrheitsgesellschaft tatsächlich Probleme mit den Nazis hat. Wenn die nur nicht so Unterschichten-proletarisch wären, dann hätten sie’s viel leichter, Fuß zu fassen. Herr Haider hat’s vorgemacht und wenn hier mal so ein Typ auftaucht, dann rennen ihm die “Bürger” hinterher. Zum Glück haben wir momentan nur solche Vollpfosten wie Sarazin, Apfel oder (früher) Schill, die man nicht wirklich Ernst nehmen kann.
So, hier noch was gegen die Depression:
Tags: 13. Februar, Demonstration, offizielle Lesart
Der Film würde mich mal interessieren: http://quo-vadis-dresden.de/2012-02-privat-geht-vor-katastrophe.html
Muss ich mir mal bei Gelegenheit durchlesen, Dresden spielt dabei eine zentrale Rolle:
http://jacobjung.wordpress.com/2012/02/11/der-widerstand-gegen-nazis-ist-in-deutschland-strafbar/
Petra Pau war da und stellte sich in die Menschenkette. Das war eklig. Da bin ich gleich zwei Ecken weiter gegangen. An einem Ampelmast klebte einer dieser Polit-Aufkleber. Eine fast originale Hakenkreuzfahne mit dem Slogan “Nazis raus”. Wie bekloppt ist das denn? Später sah ich am Postplatz Jugendliche mit Bündnis90/Grüne-Fahnen. Aber Halt: Zwei Drittel dieser Fahnen waren grüne Hakenkreuzfahnen. Wie bekloppt muß man sein, um so was zu schwenken? Oder reicht es, bei den Grünen zu sein? Cem, Claudia und Jürgen waren ja auch da und haben tagsüber Wahlkampf gemacht. Sie haben sich auf der Augustusbrücke vor einem Plakat ablichten lassen. Und was enthielt das Plakat? Richtig! Ein schönes fettes Hakenkreuz!
Ohne Hakenkreuze können deutsche Sozialisten nunmal nicht demonstrieren. Es ist ihr Fetisch. Diesen Fetischismus können sie an Tagen wie gestern hemmungslos ausleben. Ich finde das widerlich. Haben diese Leute keine Fantasie, sich ein eigenes “gegen Nazis”-Symbol auszudenken? Es bedarf keiner großen Vorstellungsgabe, um für den 18.2. wieder einen wahren Hakenkreuzexzess auf der Politdemo vorherzusagen. Heil Hinkel!
Eines muß ich zur Ehrenrettung der Sozialisten noch sagen. Einer war im Paulchen-Panther-Kostüm unterwegs. Das war klasse!
PS: zum verlinkte Blog und der Meinung, daß Widerstand gegen Nazis strafbar wäre: Nein ist er nicht. Aber Widerständler stehen auch nicht über dem Gesetz, hier dem Versammlungsgesetz. Es geschieht der Eva und den anderen linken Tüpen ganz recht, wenn gegen sie ermittelt wird. Ansonsten schließe ich mich der Meinung des Kommentators KarlEduard an.
Und dieses Jahr haben die mutigen Widerständler ja gelernt, wie es auch ohne Rechtsbruch gehen kann.
Ich habe persönlich nichts gegen Hakenkreuze (http://de.wikipedia.org/wiki/Swastika). Nur gegen die Naziideologie.
Und ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Du die Stellungnahme von Eva Jähnigen wirklich gelesen hast…
Ich kann verstehen, daß Du verschnupft bist, wenn ich eine ablehnende Haltung gegenüber deiner Lieblingspartei zum Ausdruck bringe.
Ich habe sehr wohl Evas Stellungnahme gelesen. Da stand drin, daß sie ganz lieb war und den großen Jungs nur beim Äpfelklauen zugesehen hat. Dazu nusste sie zwar auch über den Zaun steigen, aber es ging nie um Mundraub. Öh, ja!
Interessant ist, daß sie redet wie eine ertappte Sünderin. Der Linkspopulist Hahn steht wenigstens zu seinen Protesten. Und außerdem ist noch lange nicht klar, ob die Eva schuldig ist. Nur muß ihre Immunität nun mal aufgehoben werden, wenn das rechtsstaatlich untersucht werden soll.
Daß deutsche Sozialisten nichts gegen Hakenkreuze haben, war klar und wird am Sonnabend noch klarer werden. Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen dem uralten hinduistischen Symbol und dem, was ihr euch auf die Fahnen druckt. Was ihr rumschleppt ist das Symbol der Nazis. Punkt! Ihr lauft freiwillig hinter Fahnen her, die mit dem Nazi-Symbol bedruckt sind! Das lässt tief blicken. Man schaue sich nur an, wie glücklich die Claudia hinter dem Nazi-Hakenkreuz auf der Fahne hermarschiert: htp://www.flickr.com/photos/gruene-elbe-weisseritz/6876637793/in/photostream/
Und das ist nichtmal ein durchgestrichenes sondern eines in voller 4/5 -Pracht. Warum fällt mir da spontan der Beginn des Horst-Wessel-Liedes ein?
Und bevor du mir wieder mit irgendwelchen Spitzfindigkeiten kommst, möchte ich dich an den zweitwichtigsten Satz in der Karriere von Bundespräsident Wullf erinnern: “Nicht alles, was recht ist, ist auch legitim.”