Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Nachtspaziergang

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NachtspaziergangDresdner|Rand

Es ist wirklich schön, in Dresden zu leben. Sicher gibt es genug Kritikwürdiges aber die herrliche, für eine Stadt dieser Größenordnung sehr grüne Umgebung, ist einzigartig. Mir gibt das immer wieder die Kraft, die Mühen des Alltags zu meistern. Darum will ich Euch auf meinen gestrigen Nachtspaziergang mitnehmen.

Von Pappritz aus ging es die Moosleite hinab Richtung Elbe – schon auf diesen wenigen Metern lässt sich leicht vergessen, dass man in der Stadt ist. Unten angekommen, setzten wir uns in den Biergarten der Erbgerichtsklause, um unter alten Linden unseren Gerstensaft zu genießen. Der ist dort zwar recht teuer (3,20€ / 0,5l – ja ich weiß, es geht noch teurer) und das Publikum auch eher recht seltsam (eher „nobel“, wahrscheinlich bin ich zu Neustadt-fixiert) dafür ist die Aussicht auf den Sonnenuntergang an der Elbe grandios. (Natürlich hatte ich mal wieder kein Kamera bei mir)
:-(
Nachdem wir unser Bierchen gezischt hatten, gingen wir die Elbe entlang bis nach Altwachwitz und dort den Wachwitzgrund bergauf. Traumhaft ist wohl die passende Bezeichnung für die Stimmung an solch einem Sommerabend: Die Grillen zirpen und in den Duft der Blumen und Gräser mischt sich das Grillaroma. Es geht vorbei an alten, aufwändig sanierten Häusern, die sich an den Hang ducken, an kleinen Brücken über den Wachwitzbach und waldartig bewachsenen Grundstücken. Der Weg führt entlang an einem alten Kurhaus und einem ungewöhnlichen Kriegerdenkmal. Kurz nach dessen Rondell biegen wir auf den Waldweg zum Fernsehturm, wo wir Augen- und Ohrenzeuge eines unerwarteten Schauspiels werden: Eine Gruppe Musiker sitzt mit ihren Blasinstrumenten übend auf der Terrasse eines Hauses. Wir verweilen ein wenig und lauschen Trompete, Posaune und Tuba, vermischt mit den Geräuschen der Sommernacht. Wir gehen weiter, begleitet vom Klang des Stückes „Der Mond ist aufgegangen“. Das passt, denn mittlerweile ist es schon recht dunkel geworden. Wir passieren den Johannesturm, der als Aussichtsturm für Kurgäste gebaut wurde, und heute als Behausung dient. Sein großer Nachbar, der Fernsehturm liegt direkt vor uns. Wir überqueren den Oberwachwitzer Weg und laufen die Otto-Ludwig-Straße bis zur Ecke Agneshöhe weiter. Dort geht es dann im Dunkeln durch einen kleinen Grund und wir tauchen „Am Reinchen“ wieder „in die Zivilisation“ ein. Von da aus ist es nicht mehr weit bis nach Hause…

Die Einsicht ist da: Eigentlich sollte man solche Nachtwanderungen viel öfter machen. Die Bewegung tut nach dem „sitzenden“ Büroalltag gut und man fühlt sich hinterher entspannt und zufrieden. Leider bleiben wir jedoch viel zu oft vor der Glotze oder vorm Rechner hängen…

Posted in Dresden bewegt 2 years, 5 months ago at 13:30.

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