31. May 2011 · 10 Kommentare · Kategorien: Uncategorized

„Dresden freut sich auf den 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag“, verkündet die Stadt und weiter heißt es „Die Vorfreude ist schon überall zu spüren: auf den Straßen und Plätzen der Stadt, in den Quartieren und in den Gesichtern der Menschen.“ Fast schon könnte man glauben, die Newsletter-Lyriker und ihre Leser stehen kurz vor der kollektiven Entrückung.

Da wird das Hirn sein!

Persönlich freue ich mich überhaupt nicht, dass die Stadt von 120.000 religiösen Eiferern überrannt wird, weshalb ich allen, denen es ebenso geht, die Veranstaltungen der Giordano Bruno Stiftung empfehlen möchte. Auf deren Website heißt es übrigens: „In diesem Jahr findet der evangelische Kirchentag in Dresden statt. Im Freistaat Sachsen, wo knapp drei Viertel aller Menschen konfessionsfrei sind; in Dresden, wo 80 % aller Einwohnerinnen und Einwohner konfessionsfrei sind!“

Auch wenn ich die Zahlen nicht nachprüfen kann, bin ich überzeugt, dass die Christen hierzulande in der Minderheit sind, auch wenn sie sich immer als Mehrheit gerieren. Glauben soll jeder Mensch, was er will aber wenn eine Gruppe meint, sie hätte den Alleinvertretungsanspruch für alle, dann wird’s Brühe. Die Herrschaften können mir mit ihrem „christlichen Abendland“ gestohlen bleiben. Die brauche ich genauso wenig wie irgendwelche Steinzeitmoslems oder reaktionäre Juden und wie sie noch alle heißen, also alle die, die meinten, sie hätten den Stein der Weisen gefunden und müssten mich mit ihren Erkenntnissesn beglücken; notfalls auch zwangsweise. Deutschland ist ein säkulares Land und Religion ist Privatsache und damit Basta! Ich glaube persönlich weder an einen großen Schöpfer, noch jemanden „im Himmel“, der die Geschicke der Welt lenkt, noch daran, dass ich nach meinem Tod wie auch immer weiterlebe. Wenn ich das rundliche Besteckteil aus der Hand lege, fressen mich die Würmer. Ende und aus. In ein paar Jahren bin ich vergessen, wie fast alle Menschen, die bisher gelebt haben. Ich komme damit gut klar und muss mich deswegen jetzt nicht gleich aufhängen, weil ja alles keinen Sinn hat. Wie andere mit dem Thema umgehen ist ihre Angelegenheit. Eine Massenbewegung muss man daraus aber nicht machen, schon gar nicht eine, die massiv in die Gestaltung der Gesellschaft reinfuscht. Sobald Religion politisch wird, dient sie sowieso immer nur zur Unterdrückung Andersdenkender…

10 Comments

  1. Vielen Dank für das Pingback und gute informative Unterhaltung bei unseren Veranstaltungen wünscht
    Michael Brade
    GeFAHR e.V.

  2. Ist mir eine Ehre und Freude zugleich. Ich werde mir ganz sicher Einiges anschauen. Derzeit überlege ich noch, welches T-Shirt ich die nächsten Tage anziehen werde. Mein Lieblingsshirt zum Thema Christentum habe ich leider nicht mehr:

  3. “Sobald Religion politisch wird, dient sie sowieso immer nur zur Unterdrückung Andersdenkender… ”
    das ist so nicht ganz richtig, z. B. die Befreiungstheologie…

    übrigens: Giordano Bruno hat auch eine Zeitlang in Dresden gewohnt

  4. Ok, die Befreiungstheologie hatte ich nicht auf dem Schirm. Da hast Du recht. Die ist in den offiziellen Kirchen aber auch nicht besonders beliebt. Ehrlich gesagt ist das für mich weit mehr Christentum als die andren, weils halt Partei für die Unterdrückten und Entrechteten nimmt…

    “Giordano Bruno hat auch eine Zeitlang in Dresden gewohnt”
    In der Wikipedia hab ich dazu leider nichts gefunden: http://de.wikipedia.org/wiki/Giordano_Bruno

    Hier mal noch ein interessanter Link: http://nicsbloghaus.org/2011/02/21/herr-dr-fincke-ueber-die-boese-giordano-bruno-stiftung/

  5. sorry, das war in Wittenberg, nicht Dresden

  6. Jetzt ist mein Vertrauen in die Wikipedia weider hergestellt ;-)
    Nicht so schlimm…

  7. Ich habe – passend zum Kirchentag – zwar auch gerade erst etwas Religionskritik geäußert, aber ich habe mit dem Kirchentag an sich gar nicht so große Probleme. Solange Gläubige uns anderen nicht vorschreiben, was wir zu tun haben, dürfen sie meinetwegen auch gern irgendwelchen Gottes-Theorien. Auch wenn ich das nicht für ein logisches Herangehen halte (aber das Leben an sich ist auch nicht besonders logisch ;-) ).

    Soweit ich weiß, wird beim Kirchentag letztendlich ein finanzieller Gewinn für Dresden erwartet. Also sollen die Schäfchen doch kommen! Außerdem kann man ja auch keiner Menschengruppe mit gemeinsamen Ansichten verbieten, sich mal irgendwo zu treffen.

    Ich muss allerdings zugeben, dass ich mit dem Kirchentag schon deshalb kein Problem habe, weil ich dazu nur sagen kann: „Ich bin dann mal weg!“. Denn ich verbringe die Tage lieber woanders ;-)

  8. Wort vergessen – es sollte heißen “dürfen sie meinetwegen auch gern irgendwelchen Gottes-Theorien anhängen”.

  9. die deko, die überall in der stadt rumsteht (kreuze, rosa container) nervt mich schon sehr. irgendwie fällt’s mir da schwer, toleranz zu zeigen.

  10. Na dann zeigen wir halt keine Toleranz! Wie unsere Christenfreunde auch.

    God created

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