Mauersegler retten
Jeden Tag eine gute Tat! – Wer erinnert sich nicht an diesen Anspruch? Gestern Abend hatte ich dazu mal wieder Gelegenheit. Wir waren zuerst mit Freunden im Bautzner Tor zum Schnabulieren gewesen und da das zweite Bier bei der Hitze schon recht heftig anschlug, entschlossen wir uns, uns lieber mit Wasser bewaffnet an die Elbe zu setzen, anstelle uns weiter zu benebeln. Gesagt, getan!
Am Rosengarten sahen wir dann einen Vogel auf dem Boden liegen, von dem wir zuerst dachten, er sei tot. Bei genauerer Inspektion stellte sich jedoch heraus, dass es ein Mauersegler war, der sich da verängstigt aber noch lebend im Banne der Erdanziehungskraft befand. Die Freund vermuteten, dass er sich etwas gebrochen hatte, doch meine Theorie, die sich schlussendlich als richtig erwies, besagte, dass der kleine Piepmatz nur Pech gehabt hatte. Mauersegler verbringen nämlich den Großteil ihres Lebens in der Luft, man geht sogar davon aus, dass sie im Fliegen schlafen. Vermanövriert sich so ein Tierchen und stürzt ab, sieht es für seine Überlebenschancen jedoch schlecht aus, selbst wenn es sich nicht verletzt. Mauersegler können nämlich, so behände sie auch in der Luft sind, nicht vom Boden aus starten…
Mein erster Versuch, den Piepmatz wieder in die Luft zu bringen, erwies sich leider als untauglich. Ich dachte, es funktioniert, wenn ich den Mauersegler nur hoch genug in die Luft werfe. Was ich nicht beachtet hatte: Das Tierchen war viel zu überrascht und konnte so nicht starten. Das Resultat: Der Kleine hing in über zwei Meter Höhe am Baum und klammerte sich Kopfunter mit seinen beachtlichen Krallen an einem Ast fest. So ein Schmarrn! Ich musste also so weit es ging, heranklettern, unten standen Frau und Freunde mit einer Decke, um das Vögelchen aufzufangen. Letztendlich glückte die Operation, nicht ohne jedoch, dass ich beim Abstieg vom Baum abrutschte und mir eine ordentliche Schramme holte. Was tut man nicht alles für solch eine arme Kreatur?

Hier nun endlich mein eigenes Bild vom Mauersegler…
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Der zweite Versuch endete dann glücklich: Wir setzen den Mauersegler einfach auf die Wiese am (Elb-)Hang und mit einigen Flügelschlägen gelang es ihm dann schlussendlich auch, an Höhe zu gewinnen und wieder aufzusteigen. Wenn das auch schief gegangen wäre, hätten wir ihn aufs Brückengeländer gesetzt. Das klingt zwar brutal aber wenn der Mauersegler ins Wasser fällt, ist er sowieso nicht zu retten. Da muss man einfach realistisch sein.
Wir hatten schon einmal die Gelegenheit, einen Mauersegler zu retten, den unsere Katzen sich aus der Luft geschnappt hatten. Damals sind wir auf den Dachboden gegangen und haben ihn aus dem Dachfenster „geschmissen“. Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute…
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