Heut morgen war ich mal wieder bei unserem Bäcker im Dorf. Der ist nicht nur einfach zu erreichen, auch sind die Brötchen da besonders lecker. Das sehen auch andere so, denn als ich ankam, hatte sich bereits eine ansehnliche Schlange gebildet. Wer nun denkt: Dorf, sozialistische Wartegemeinschaft, da wird ordentlich geschnattert und der neueste Klatsch ausgebreitet, der täuscht sich. Gut, es war kalt und 8.20h am Samstagmorgen* ist auch eigentlich eine Zeit, zu der man noch im Bett liegen sollte, doch das Bild, das sich mir bot, lässt sich einfach nur mit dem Ausdruck “deprimierend” beschreiben. Da stehen ca. zehn Leute, den Blick auf den Boden oder starr in die Ferne gerichtet da sprechen kein Wort. Als höflicher Mensch grüße ich selbstverständlich, doch die Blicke, die ich darauf ernte, sind eisig, verbiestert. Äh hallo, was seid ihr denn für Menschen? Wundert sich da eigentlich irgendjemand über den Zustand der Gesellschaft, wenn nicht mal auf so einer Ebene Kommunikation stattfindet?
Zum Glück kamen dann noch zwei Herren, die sich angeregt unterhielten und die sich auch nicht belästigt fühlten, als ich einen Einwurf hatte, schließlich ging es um ein Thema, das alle Pappritzer bewegt, den Ausbau der Staffelsteinstraße. Es gibt also doch noch echte Menschen hier und nicht nur Automaten…

PS: Ich weiß, dass es auch Morgenmuffel gibt aber doch nicht alle!

* Ich weiß, dass ich eigentlich Sonnabend sagen müsste aber hier habe ich eine dieser Spracheigenarten der westlichen Okkupanten übernommen, wobei ich nicht sicher weiß, ob wir früher, “in der guten alten Zeit”, tatsächlich immer Sonnabend gesagt haben. Aus meinem Munde wird man aber niemals solche unterirdischen Formulierungen wie “aus Bahnsteig 7”, “an Weihnachten” oder “zwischen den Jahren” vernehmen. Ja, das gelobe ich!

2 Comments

  1. Ist der Titel dieses Beitrages jetzt auch zum Motto des gesamten Blogs geworden, oder passiert dort oben auf den einsamen Höhen einfach nichts mehr?

  2. So isses. No more bock.

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