Vor kurzem hatte ich ja schon mal was zum Urlaub in unseren Breiten geschrieben, weil mir das wirklich auf dem Herzen lag und liegt. Momentan überlege ich schon – früher Vogel fängt den Wurm – was ich zum Jahresende mache. In der Stadt rumzuhocken habe ich eigentlich keine Lust und endlos viel Geld für den Flug in südliche Gefilde verpulvern, kann ich auch nicht. Ganz abgesehen, von meinen „moralischen“ Bauchschmerzen. So sehr ich ein Verständnis für Fernweh habe, umso weniger kann ich tolerieren, dass viele Leute in der Weltgeschichte herumkutschen, um dann vor Ort nur sinnlos am Strand rumzuliegen. Ein Freund von mir, den es immer wieder nach Asien zieht, schaut sich das Land an, geht auch mal in den Dschungel oder in entlegenere Gebiete, da kann ich wenigstens nachvollziehen, warum er das macht. Wer aber nur Baden will, der kann auch genauso gut an die Ostsee fahren. Obwohl, ich weiß, da ist es meist schon deutlich kühler als in Mallorca. Und oft auch teurer, denn Dank Massentourismus mit vollgestopften Charterflugzeugen und Bettenburgen kostet der Urlaub auf der Baleareninsel meist nicht viel.

Wer Urlaub auf Rügen oder in Bad Doberan macht, der muss feststellen, dass es dort mittlerweile empfindlich teuer geworden ist. Hotels und Pensionen schlagen kräftig zu, wer mit Familie unterwegs ist, kann da eine Menge Geld lassen. Besser beraten ist man an der Ostsee mit einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus, selbstverständlich lohnt sich das erst ab einer bestimmten Personenzahl. Wer’s nicht so dicke hat, der kommt wahrscheinlich am Besten mit einem Campingplatz. Eine Option, die sich aber auch auf die Sommermonate beschränkt, obwohl die Ostsee auch im Herbst und Winter ein attraktives Ausflugsziel ist.

Was man bei der ganzen Preisdiskussion nicht vergessen sollte, ist, dass die Ostsee ja noch etwas größer ist. Im Westen kann man gen Kiel und Flensburg oder bis Dänemark ausweichen, wobei ich allerdings nicht weiß, ob es da im Sommer richtig voll ist. Vermutlich ja. Preiswerter ist es sicher im Osten der Ostsee :-) Danzig ist eine fantastische Stadt (da war ich auch schon!) oder wer noch weiter will, der kann ins Baltikum fahren. Dort sollte es aber, weil ein Stück weiter im Norden, auch ein klein wenig kälter sein. Im Winter heißt es dann ordentlich einmummeln, damit nichts abfriert, im Sommer ist es vielleicht sogar von Vorteil nicht bei 36, sondern nur bei 30 Grad zu braten.

Genug Werbung für den Urlaub gemacht, ich denke, das mit dem Jahreswechselurlaub an der Ostsee könnte funktionieren. Ein günstiges Bahnticket für 29 Euro und ein einigermaßen bezahlbares Zimmer – das wäre schon toll. Silvester auf der Mole stehen. Die ersten Recherchen haben vielversprechende Ergebnisse gebracht. In Stralsund war ich ewig nicht mehr. Da gibt’s ja auch dieses geniale Ozeaneum.

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7 Comments

  1. Ich hab vor zwei Jahren den selben Traum gehabt – und auch im Oktober angefangen, zu suchen. An der dem Dresdner bekannten Küste kam sehr schnell Ernüchterung: das meiste ausgebucht (Traditionsbucher zu Silvester), der Rest sehr teuer und von den Bildern her DDR ohne reloaded.

    Dann kam ich auf die West-Ostsee – Bingo: die Strände bei Kiel – sehr entspannt und kaum mit Leuten gefüllt – dadurch vergleichsweise günstig. Nur die Zugfahrt war auf dem Rückweg etwas nervig, damals lag der 2.1. auf dem Sonntag und entsprechende Massen waren unterwegs, dazu Schnee und Eis…

    Viel Glück bei der Suche…

  2. Danke für den Tipp!

  3. Alternativ auch polnische Ostseeküste, je weiter rein um so besser. So ab Stolp ostwärts findet man dann auch kaum noch deutsche Touris.

  4. Nu isses Stralsund geworden (da wollte ich eh schon lange mal wieder hin zwecks Meeresmuseum) 4 Übernachtungen + Frühstück knapp 200€ und Hin- und Rückfahrt für knapp 100€ für zwei Personen. Das ist ganz OK.

  5. Kleiner Tipp: Geht als erstes ins “alte” Meeresmuseum und kauft euch dort Kombitickets. Damit umgeht man die zum Teil doch recht langen Warteschlangen am Ozeaneum ;)

  6. Besten Dank für den Tipp. Werden wir machen!

  7. Pingback: Dresden – Kultur „zwischen den Jahren“ | Dresdner|Rand

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