Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Hochhaus hoch hinaus

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Hochhaus hoch hinausDresdner|Rand

Seit 1990 ist in Dresden bautechnisch Einiges passiert und trotzdem gibt es noch immer zahlreiche wertvolle Gebäude, die ungenutzt vor sich hin gammeln. Eines dieser Gebäude ist das unter Denkmalschutz stehende Hochhaus am Albertplatz, in dem vom Bau 1929 bis zum Kriegsende die Sächsische Staatsbank ihren Sitz hatte. Nach 1945 war das älteste Dresdner Hochhaus die Zentrale der Dresdner Verkehrsbetriebe, die 1997 hier auszogen. Seitdem steht das Gebäude leer, bis auf die gelegentliche Nutzungen für kulturelle Events. Jetzt gibt es (mal wieder) ein neues Konzept für den Bau, der danach Gastronomie, Büroflächen und Wohnungen beherbergen soll, daneben ist der Bau eines „hochwertigen“ Einkaufszentrums entlang der Antonstraße geplant. Bäume, Wasserspiele und Arkaden sollen die Attraktivität des „Albertparks“ sichern.
Schaut man sich den Entwurf des Ganzen an, so ist zu sehen, dass durch die weitere Bebauung, das Hochhaus optisch ziemlich in den Hintergrund tritt, die neue Baumasse zwischen vier und fünfmal so groß ist, wie der Bestand. So richtig glücklich bin ich nicht damit aber was soll’s – eine Freifläche mitten in der Stadt ist wohl zu viel erwartet. Auch, dass mal nicht wieder die ganze Gegend mit „Einkaufsmöglichkeiten“ zugeklatscht wird – wo kommt eigentlich immer die Kaufkraft her? – ist nur ein seliger Wunsch. Aber ich will nicht meckern. Die Neustadt kann schon noch ein wenig Markttreiben vertragen. Von dem schönen Straßenbahnhof in Pieschen ist auch der Großteil erhalten wurden, wenn auch nur Dank der Einrichtung profaner Supermärkte. Momentan zählt vor allem, dass die Gebäude erhalten bleiben – in ein paar Jahrzehnten wird die Gebrauchsarchitektur vielleicht wieder abgerissen und die historische Bausubstanz steht für neue Planungen zur Verfügung. Was mir allerdings noch nicht ganz klar ist: An dieser Stelle müssen auf jeden Fall Parkplätze vorhanden sein, denn der Albertplatz ist auch ein großer Straßenknotenpunkt, den täglich zahllose potentielle Konsumenten passieren. Die wird sich ja niemand entgehen lassen wollen und ohne die geht sicher auch das ökonomische Konzept nicht auf. Apropos Konzept: Das sieht vor, dass der „Albertpark“ nach der Fertigstellung „an einen Investor verkauft werden [soll], der Erfahrung mit Einkaufszentren und Wohnanlagen hat.“ Was bitte sehr bedeutet das nun schon wieder? Man baut das Ganze um es dann zu verticken? Was passiert, wenn der Käufer kurzfristig abspringt? Muss die Stadt dann wieder einspringen?
Eins ist auf jeden Fall schon mal erfreulich: So wie’s jetzt aussieht, müssen sich die Betreiber des Alten Wettbüros keine Sorgen machen – der Bebauungsplan endet am Turnerweg.

Hinweis:
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Posted in Dresden baut auf 2 years ago at 18:17.

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