Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Haltestellengespräche

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Ein Vorteil der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel liegt darin, dass man ungefragt Volkes Stimme hören darf. Zum Glück ging’s heute morgen nicht um das gestrige Bayern-Spiel, das nebenbei gesagt ganz OK war, sondern um das Thema Nummer 1 – das Wetter. Natürlich ist es zu kalt aber der April ist nun mal wechselhaft – wer erinnert sich nicht an Omis Spruch „April, April, der weiß nicht, was er will“. Gestern Abend schneite es gar für zwei Minuten am Ullersdorfer Platz, bevor ich im schönsten Sonnenschein den restlichen Weg nach Hause bergauf-bergab radelte. Natürlich werden die Menschen unruhig, wenn es im April noch so kalt ist aber gleich wieder am Klimawandel zu zweifeln, das muss dann doch nicht sein (wie geschehen). „Wetter“ ist nun mal eine statistische Größe und da gibt es immer mal wieder Abweichungen nach oben und unten. Ich kann mich noch an einen Februar-Tag während meiner Studentenzeit erinnern, als ich in den Semesterferien auf der Baustelle arbeitete, im T-Shirt! Im Februar! Einer der Diskutanten brachte dann noch die These ins Spiel, dass die nächste Eiszeit bevorstünde, wenn der Golfstrom versiege. Davor bewahre uns der liebe Gott oder wer auch immer da die Hand drauf hat. Denn dann wird es richtig heftig kalt. Und da es andernorts wärmer wird, steigt sicher auch der Meeresspiegel. Ich dachte mir: Nur gut, dass ich im Hochland lebe! Bei der nächsten Flut sitze ich auf der Agneshöhe und schieße die Bilder für die Twittergemeinde in der ganzen Welt oder so…
Das zweite Aufregerthema des Morgens war dann die fünfminütige Verspätung des Busses. Leider kommt der bei uns meist etwas nach der Zeit, was aber auch leicht zu erklären ist, denn der Bus fährt fast eine ganze Stunde und dabei über die Nossener Brücke und das Blaue Wunder. Da stockt es gerade in den Morgenstunden im Allgemeinen eigentlich immer. Insofern sind die fünf Minuten nun nicht wirklich schlimm. Aber eigentlich erregten sich die Herrschaften nicht über die Verspätung, sondern darum, dass der Busfahrer, hätte er an der Endhaltestelle sofort kehrt gemacht, den Zeitplan wohl noch eingehalten hätte. „Aber nein, der muss ja erst Mal pinkeln“ etc. Ich war ja kurz davor, die Stichworte „Fahrtenschreiber“ und „gesetzliche Pausen“ in die Runde zu werfen aber ich ließ es dann doch. Statt dessen erinnerte ich mich lächelnd an meinen Urlaub in Marokko. Dort läuft der öffentliche Nah- und Fernverkehr noch etwas anders als bei uns: Wenn man Pech hat, fährt der Bus einfach an der Haltestelle vorbei, wenn er nämlich schon überfüllt ist und man muss auf den nächsten warten. Müßig zu erwähnen, dass unsere Maßstäbe der Pünktlichkeit in Nordafrika versagen… Na dann: Euch allen eine gute Fahrt und weiterhin einen schönen Frühling! Wer’s lieber zuverlässig haben will, der kann ja seinen Urlaub am See in heimischen Gefilden verbringen.

PS: Ich bin kein Lauscher aber leider nicht in der Lage “abzuschalten”. Wenn ich zwei babelnde Omis hinter mir sitzen hab, bleibt mir nur, auf das Ende der beiden, äh der Fahrt zu hoffen
;-)

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Posted in Dresden verkehrt 1 year, 9 months ago at 18:49.

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