Derzeit entzündet sich in Dresden wieder einmal ein Streit an einem geplanten Projekt. Konkret geht es um den Ausbau des „Alten Leipziger Bahnhofs“ – das ist das Areal, das grob zwischen dem Beginn der Leipziger Straße und der Hansa-Straße gleich am Neustädter Bahnhof liegt – zu einer Gewerbestandort von sage und schreibe 12.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Alleiniger Nutzer soll die Firma Globus sein, die hier einen SB-Markt errichten will. Während CDU, FDP und Teile der Bürgerfraktion für den Globus Markt sind und die Linken sich wohl noch nicht so recht entschieden haben, haben die „ewigen Meckerer“ – dazu zählen SPD, die Grünen und die Piraten – auch fachliche Unterstützung: den Dresdner Handelsverband, das City-Management und Unternehmervereine sind ebenfalls gegen die Ansiedlung.

Als Argument wird u.a. genannt, dass der Verkaufsflächenzuwachs 75% der jetzigen Flächen entspricht. Da kann man sich leicht auch ohne Rechenschieber vorstellen, dass die Einzelhändler das deutlich zu spüren bekommen werden. Nicht vergessen werden sollte zudem, dass solch ein Markt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen bedeutet, was am genannten Ort sicher auch nicht ohne Probleme vonstatten gehen wird.

Bisher ist das Areal wohl noch nicht für die Ansiedlung eines solchen Marktes vorgesehen, es gibt ja so genannte Flächennutzungspläne. Am 21. Juni soll das Thema im Stadtrat beraten werden, geht es nach den Befürwortern gibt der Stadtrat an diesem Tag grünes Licht für das Projekt. Gegen die Ansiedlung des Globusmarktes hat sich eine Initiative gegründet, die Unterschriften sammelt, um das Vorhaben zu stoppen.

Globus ohne mich
(Zur Initiative aufs Bild klicken)

Persönlich denke ich, dass der Markt völlig unnötig ist, zumindest in dieser Größenordnung, und der geplante Ort auch alles andere als günstig gelegen. Aber ich bin ja auch nur ein alter Meckerkopp…

PS: Sehr interessant finde ich diese Information, wer die Fäden für das Projekt zieht.

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10 Comments

  1. Da ich mich ein wenig gewundert habe, dass das Thema (zumindest aus meiner Sicht) bisher so wenig Anklang gefunden hat, habe ich eine kleine Suche gestartet und hierbei folgende Beiträge gefunden:

    http://pro3d.de/blog/kommunalpolitik/globus-markt-am-neustadter-bahnhof/

    dort dann denn Link auf

    http://www.entwicklungsforum-dresden.de/index.php/meldung/items/der-alte-leipziger-bahnhof-in-dresden-verkehrsmuseum-oder-supermarkt.html

    sowie beim Neustadt-Blog zwei Beiträge:
    http://dieneustadt.de/?s=globus+mark

    sowie einige relevante Infos im Neustadt-Ticker:
    http://www.neustadt-ticker.de/?s=globus+markt

    Das war’s dann aber auch. Scheint diesmal nicht so recht zu interessieren…

  2. Doch, interessiert schon irgendwie, aber man kann sich (um mal wieder Olaf Schubert zu zitieren) nicht um alles kümmern.

  3. Übrigens ist das, was Thomas Löser in dem von Dir verlinkten Dokument über die “Drahtzieher” schreibt, durchaus interessant. Aber andererseits wundere ich mich über folgende Aussage in diesem Text:

    “Aber auch für das beschlossene ökologische Modellprojekt „Hafencity“ wäre dieser Handels- und Kfz-Magnet direkt vor der Haustür ein Schlag ins Konzept.”

    War es nicht bis vor kurzem noch so, dass man sich als guter Dresdner gegen die “Hafencity” positionieren sollte? Weil dadurch doch die ach-so-tollen alternativen und künstlerischen Projekte gefährdet wären, die sich in den dort gelegenen alten Baracken und Hallen niedergelassen hatten? Und wieso ist die “Hafencity” nun sogar ein ökologisches, also positives Projekt? Es wäre eigentlich nur eine Wohngegend für Reiche geworden, nichts weiter.

    • Ja, die positive Positionierung zur Hafencity ist etwas seltsam. Vielleicht hat Herr Löser wie Herr Karboth ja…
      Ich schreib’s lieber nicht, sonst kriege ich noch ein Klage an den Hals :-)

  4. Hier habe ich noch was zum Thema “ökologische Hafencity” gefunden. Das Projekt ist als CO2-neutraler Stadtteil geplant: http://ratsinfo.dresden.de/vo0050.php?__kvonr=1717

  5. Hm … wenn das hier tatsächlich umgesetzt wird, dann würde ich es mal gelten lassen: “Angestrebt wird dabei eine Baukultur, die hinsichtlich der Qualität an die großen städtebaulichen Traditionen Dresdens (z. B. Gartenstadt Hellerau, Hans-Richter-Siedlung) anknüpft.”

    Das wäre ja immerhin etwas Positives. Aber ansonsten bin ich immer sehr skeptisch, wenn ich “CO2-neutral” lese: CO2-Neutralität wird häufig nur auf dem Papier erreicht, weil ein par CO2-Zertifikate gegengerechnet werden oder weil irgendwo in Afrika als “Ausgleich” für das hier unverändert weiter produzierte CO2 ein paar Bäume gepflanzt werden (die von den Einheimischen einige Jahre später vielleicht wieder umgesägt und verfeuert werden).

    Dass die Häuser in der Hafencity eine gute Energieeffizienz haben sollen, ist ja ganz nett, aber neue Häuser werden auch andernorts ohnehin meist mit besserer Energieeffizienz gebaut als früher – insofern wäre das nichts außergewöhnliches.

  6. Du hast schon Recht, die Co2-Neutralität ist mehr Greenwashing als alles andere. Aber irgendwie muss man das ja verschlagworten. CO2-arm klingt auch nach allem und nichts. Was für den einen arm ist, stellt für den anderen Reichtum dar ;-)
    Ich habe das eigentlich nur erwähnt, weil dieser Anspruch die plötzliche Begeisterung der Grünen erklärt. Insgesamt ist das Projekt ja sehr grün (geplant). Den “Masterplan” der Stadt habe ich hier verlinkt: http://www.dresdner-rand.de/dresdner-streitfaelle/#Leipziger%20Vorstadt

  7. Hier eine aktuelle PM der Linken
    Die Fraktion DIE LINKE wird in der morgigen Sitzung des Dresdner Stadtrates beantragen, den Tagesordnungspunkt “Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 6007, Dresden-Neustadt, Globus SB-Markt am Alten Leipziger Bahnhof” zu vertagen. So soll erreicht werden, dass der Stadtrat über die Ansiedlung der von Globus und Edeka geplanten Einkaufszentren im Zusammenhang und nicht isoliert voneinander entscheidet.

    Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Dresdner Stadtrat, André Schollbach:

    “An zwei Standorten, die nur wenige hundert Meter voneinander entfernt liegen, werden Einkaufszentren mit jeweils mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche geplant. Würden beide Vorhaben tatsächlich in dem geplanten Umfang realisiert, wären nicht unerhebliche negative Auswirkungen zu befürchten.

    Aus diesem Grund müssen beide Vorhaben im Zusammenhang betrachtet werden. Man kann nicht so tun, als hätte das eine nichts mit dem anderen zu tun. Deshalb werden wir eine Vertagung der Entscheidung über das Globusvorhaben beantragen, um so eine gemeinsame Behandlung beider Einkaufszentren im Stadtrat zu ermöglichen.”

  8. Hier wieder etwas Aktuelles aus einer PM der Linken:
    “… In seiner vergangenen Sitzung vertagte der Dresdner Stadtrat die Entscheidung über die geplante Ansiedlung eines Globus SB-Marktes am Alten Leipziger Bahnhof, um das Projekt gemeinsam mit dem von Edeka geplanten Vorhaben am Albertplatz behandeln zu können. Oberbürgermeisterin Orosz (CDU) ignorierte den Willen des Stadtrates und setzte Globus nun wieder allein auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Stadtrates…”

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