Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Filme gegen das Wegsehen

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Filme gegen das WegsehenDresdner|Rand

Seit einiger Zeit sind sie in den Straßenbahnen (auch in Bussen?) zu sehen, die kleinen Filmchen gegen Fremdenfeindlichkeit. Im vergangenen Jahr hatten Rektorat und Studentenrat der TU gemeinsam einen Wettbewerb ins Leben gerufen, bei dem die Zivilcourage im Alltag thematisiert werden sollte. Bedingung: Der Spot ist ca. 1 Minute lang und funktioniert auch ohne Ton (da es in den Verkehrsmitteln keine Lautsprecher gibt).

Die zweite Runde des Wettbewerbes läuft noch, Bewerbungsschluss ist der 15. Januar. Das ist zu schaffen, denn für die Teilnahme genügt ein Skript oder einfach nur eine großartige Idee. Die drei besten Konzepte werden umgesetzt, die Gewinner erhalten je 500 Euro. Alle Infos finden sich hier.

Hier die Sieger vom Vorjahr:

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Posted in Dresden bildet and Dresden für alle 2 years, 1 month ago at 19:03.

5 comments

5 Replies

  1. Gesucht werden Filme, die sich “auf möglichst neue Art mit den Themen Toleranz, Fremdenfreundlichkeit und Zivilcourage auseinandersetzt.”
    Die neue Art sollte stärker betont werden. Von den drei Siegerfilmen der ersten Runde hat das nur einer geschafft. Alle anderen waren der klassische Klischeeabklatsch, der uns schon seit den 90zigern um die Ohren gehauen wird.
    - Bei “sich selbst” (von dir hier nicht verlinkt) trägt der Böse natürlich ein Hemd mit Frakturschrift drauf. (Fraktur ist übrigens seit Gutenberg ein Ausdruck deutscher Kultur. Deshalb ist die Lutherbibel auch in Fraktur gesetzt worden.)Aber er ist natürlich der Nazi, der die arme studentische Aushilfsküchenkraft daran hindert, die gesestzlichen Hygienebestimmungen einzuhalten. Gibts keine Waschbecken in der Küche? Aber gut, wenigstens ist die Pointe noch erkennbar und ganz lustig.
    - Bei “nicht allein” lungern natürlich sinistre Glatzen die ganze Zeit in dunklen Unterführungen (Achtung, Wortspiel!), um arme Vollbartträger zu bedrängen. Gut, daß sofort progressive Jugendliche mit `nem Knüppel einschreiten. Das geht, weil sie ebenfalls da rumlungern, um gefährdete Lockenköpfe vor sinistren Glatzköpfen zu schützen (Achtung Wortspiel!) Ein völlig hohles Filmchen, was nicht mal gut gemeint ist, geschweige denn, gut gemacht.
    - Der Trickfilm “Zivilcourage im Alltag” hat gar nichts mit dem Stura-Wettbewerb zu tun, sondern ist eine gemeinsame Aktion des Bürger.Courage eV und der DVB. An Pepe Danquarts “Schwarzfahrer” kommt er nicht ran.

    Der einzige Film, der auf eine scheinbar neue Art an das Thema herangeht, ist “die ideale welt”. Er regt mit seinen Thesen zum Nachdenken an. Leider entpuppt sich das ganze als Missionierungsfilm für eine monotheistische Weltreligion. Denn das ist die angebotene Lösung für die Ängste des blonden Menschen. Der Angehörige der momotheistischen Weltreligion steht mit ihm auf dem Dach eines Gebäudes und zeigt ihm die erweiterte Perspektive. Ich gehe nicht davon aus, daß der Mann mit Häkelkäppi den Blonden nach der Abblende in die Tiefe stürzen wird.
    Deshalb geht dieser Film nur scheinbar einen neuen Weg. Denn als Missionierungsfilm sind solche Topoi durchaus bekannt. Macht einfach die Probe aufs Exempel und stellt euch statt des Immams einen kath. Priester vor. Oder Frau Käßmann.
    Ich als Laizist wehre mich entschieden dagegen, über die Hintertür “Propagierung von Fremdenfreundlichkeit” mit Missionsarbeit konfrontiert zu werden. Für welche Religion auch immer.

    Wenn diese drei die besten aller eingereichten Filmchen waren, dann gute Nacht. Es könnten aber auch nur die drei politisch besten sein. Leider wissen wir nicht, was überhaupt eingereicht wurde.
    Ich hoffe stark auf eine Verbesserung des Niveaus in der nächsten Runde. Immerhin möchte ich als Nutzer von Bahn und Bus nicht weiter mit solcher primitiven Propaganda belästigt werden.

  2. Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich stimme Dir zu. Ich find die Sachen auch eher lahm und klischeebeladen. Nicht zu vergessen belehrend. Aber so scheint’s der Bürger zu brauchen. Wie man’s allerdings besser machen soll, in einer Minute ohne Ton – ich hab auch keine Lösung parat.
    Uns Adolf konnte die Frakturschrift übrigens nicht leiden.

    Das Filmchen (mit Ton) gefällt mir dagegen ganz gut auch wenn es sicher noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist:

  3. Ja, das ist ein gutes Filmchen. Es nimmt im Grunde den Gedanken auf, den Friedrich A. Hayek in seinem Buch ” Der Weg in die Knechtschaft” beschrieben hat. Dieses Buch erschien in den 40ern in England als “The Road to Serfdom” . Ein Kurzfassung als bebilderte Volksausgabe gabs auch. Ich hab die verlinkt. Klickt auf meinen Nick. Wie aktuell das alles ist, sieht man ja derzeit an der Entwicklung in Venezuela.
    PS: Ich glaube nicht , das solche lahmen Teile der “Bürger zu brauchen scheint. Eher war die Jury, der Meinung, der Bürger brauchte das oder die anderen Einreichungen waren noch schlimmer – was ich vermute. Denn der Siegerfilm, dieses Missionsmachwerk, wurde aus Berlin eingesandt.

  4. Danke für den Link. Da hab ich wieder viel Material für die Werbung :-)
    Die Frage nach Henne und Ei – ob die Bürger so blöd sind oder gern so blöd gesehen/gehalten werden – die werden wir auch nicht klären. Ich bin ja immer der Meinung, dass das ebenso wie das gesamte System wie ein Regelkreis funktioniert. Welche Art von Regelkreis das ist, muss ich noch herausfinden.


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