Feiern am Elbhang
An diesem Wochenende stand in Dresden vor allem das Elbhangfest auf dem Plan.
Freitag ging es am späteren Abend zu Fuß bergab durch Zachen- und Wachwitzgrund zum Gare de la Lune. Hier sollten „The Russian Doctors“ spielen, das Spaß-Seitenprojekt von „Die Art“. Wieder Erwarten musste ich keinen Eintritt zahlen, dafür wurde jede Bier mit einem „Kulturfuffziger beaufschlagt. Erst gestern erfuhr ich, dass am traditionell kostenlosen Freitag 8 Euro Eintritt verlangt wurden waren, was dann auch dazu geführt hat, dass die Besucherzahlen wohl ein ganzes Stück niedriger ausfielen. Ehrlich gesagt kann ich das gut verstehen. Allzu viele kulturelle Highlights, für es lohnt, einen Obolus zu entrichten, gibt es nicht. Für den Besuch von Marktständen oder Fressbuden oder eines Hinterhofgartens muss man nicht wirklich zahlen. Früher gab es am Sportplatz noch eine große Bühne, auf der Konzerte liefen, doch das ist vorbei. Heute hält fast nur noch die Feuerwache die Fahne hoch.
Nach Ende des Konzertes ging ich dann noch zum Künstlerhaus, in der Hoffnung noch was von der angekündigten Installation mitzubekommen und ein paar Freunde zu treffen aber als ich ankam, war schon alles dunkel. Trotzdem hat sich der Ausflug für mich gelohnt, denn vorm Künstlerhaus saß noch eine Gruppe freundlicher Mitmenschen, mit denen ich mich fast noch eine Stunde angeregt unterhielt. Einer der Anwesenden arbeitete als Restaurateur und erzählte mir viel Interessantes über das Dresdner Kulturverständnis. Vielleicht sollte ich meine eher negative Meinung doch noch mal überdenken. Aber ich bin ja eh kein Hochkulturfan sondern eher ein Punk…
Samstag war ich in der tschechischen Hauptstadt und erst am Sonntagabend wieder zurück. Als ich mich kurz vor Acht auf den Weg zur Feuerwache machte, waren die Straßen schon recht leer. Wirklich angenehm: Kein Auto störte unterwegs. Dafür musste ich um allerhand Fußgänger herumkurven. Naja, es gibt Schlimmeres. Das Konzert von Andre Alabaster & The Curved Beaks war sehr schön, danach fasste ich beim Abbau mit an.
Die Stimmung war eher mäßig, denn wie bereits gesagt, die Besucherzahlen waren es auch. Ob sich das Fest für den Verein gelohnt hat, muss sich erst noch zeigen. Einige Händler hatten schon zeitig ihre Stände abgebaut, der Einlass war auch schon aufgegeben. Vielleicht ändert sich das Ganze ja dahingehend, dass Freitag und Samstag voll kassiert wird und Sonntag dann der eher freie Tag ist. Wer weiß. Ich hab jetzt auf jeden Fall erst einmal genug von Dresdner Stadtteilfesten. Die Tendenz ist einfach nicht zu übersehen: teurer, kommerzieller, langweiliger. Eigentlich kann man nur hingehen, wenn die Massen schon wieder oder noch zu Hause sind…
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