Fahrrad statt Auto
Die Dresdner Sektion des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) hat ein kleines virtuelles Mitteilungsblatt, die Speiche, dessen aktuelle Ausgabe vor kurzem erst erschienen ist. Als Abonnent des Ganzen muss ich gestehen, dass ich die Themen immer nur überfliege. Diesmal bin ich dann aber doch hängen geblieben. Steht doch da tatsächlich drin, dass es einen Entwurf der Grünanlagensatzung gibt, der es Radfahrern verbieten soll, durch die Grünanlagen der Stadt zu fahren. Wer denkt sich eigentlich solch einen Schwachsinn aus? Höchstwahrscheinlich militante Autofahrer. Da kann man nur hoffen, dass diese Satzung nicht kommt. Denn wenn das Radfahren an Attraktivität verliert, steigen auch wieder mehr Leute in ihr Gefährt um und das wäre ziemlicher Mist.
Mit dem Thema Auto beschäftigt sich auch ein Vortrag am 14. Juni. Prof. Hermann Knoflacher, emeritierter Professor für Verkehrsplanung an der Technischen Universität Wien, rechnet dabei schonungslos mit der “Faszination Auto” ab. „Am Anfang stand das Auto für freie Fahrt, für Mobilität und für Freiheit. Doch was ist aus diesen Träumen geworden? Heute hat das Auto massiv in unsere Lebenswelten eingegriffen, sowohl Natur und Gesellschaft als auch das Individuum sind vom Virus Auto befallen: Landschaften wurden zerstört, Städte für Autos angelegt, und sobald ein Mensch ins Auto steigt, verändert sich sein Wesen. ‚Wir ziehen uns mehr oder weniger freiwillig in abgedichtete Häuser mit Lärmschutzfenstern zurück, um den Außenraum dem Krach, dem Staub und den Abgasen der Autos zu überlassen’, stellt Hermann Knoflacher fest.“
Vortrag
Montag, 14. Juni 2010, 19.30
Grüne Ecke, Bischofsplatz 6, 01097 Dresden
Tags: Autowahnsinn, Grünanlagensatzung, Radfahren verboten
Freie Fahrt für freie Bürger. Wenn’s nicht so traurig wäre, wäre es lustig…
randOM’s Ergänzung:

Das Schild stammt aus dem Shop der Jungen Union! (http://ju-shop.junge-union.de)
Noch Fragen, Kienzle? Ja Hauser: Warum betoniert diese Leute niemand ein? Kienzle: Das müssen wir erst Mal durchrechnen, ob wir noch genug Beton haben. Einmauern oder Straßen bauen, beides können wir uns nicht leisten…
Autos haben nicht nur die äußere Lebenswelt umgeformt und Abhängigkeiten erzeugt. Das Auto wurde auch zur perversen Wunschmaschine ganzer Generationen, gerade auf Grund seiner Tödlichkeit (und damit verbundenen Macht).
Kinder wachsen unter der Bedrohung “Vorsicht AUTO!” auf. Das hat Konsequenzen für die Subjektentwicklung dieser Kindern.
Dazu eine kurze Satire “Postmoderne Waschmaschinen” – http://rauchen.gmxhome.de/zigarettenkirchechomsky/auto_mann.htm -.
Grüße
Ada
Auch wenn der Artikel sicher satirisch gemeint ist, das Hauptproblem der Autos besteht doch darin, dass es zu einem Fetisch, zu dem Beitzstandanzeiger schlechthin geworden ist. Und was die Eltern an “Autoliebe” vorleben, ahmen die Kinder nach. Leider.
Persönlich konnte ich mich nie für Formel1, Motocross und ähnlichen Motorsport erwärmen. Für mich ist ein Auto ein Fortbewegungs- und Transportmittel. Nicht mehr. Wahrscheinlich habe ich einen genetischen Defekt…