Heute morgen hing (oder sagen wir besser lag) an unserer Bushaltestelle dieser Zettel:

Brille verloren

Sehr schön finde ich die Formulierung: “Der ehrl.(iche) Finder wird gebeten…”. Entweder der Finder ist ehrlich und gibt sie ab, dann bedarf es dieser Spezifizierung nicht oder der Finder ist nicht ehrlich, dann lacht er drüber. Das Finden allein macht weder ehrlich noch unehrlich…

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3 Comments

  1. Das stimmt so nicht ganz, denn es unterstellt, dass der Status der Ehrlichkeit bzw. Unehrlichkeit unveränderlich ist. Doch das sind beides keine unveränderlichen Zustände. Der Absender des Zettels hofft darauf, dass der Finder entweder bereits ehrlich ist und es auch bleibt oder dass er unter dem Eindruck des Appells ehrlich wird.

  2. Das mit der Ehrlichkeit wäre also geklärt. Da können wir ja jetzt über Spitzfindigkeit diskutieren.

  3. Auwei, da habe ich ja wieder was losgetreten :-)
    Nichtsdestotrotz finde ich die Formulierung zumindest unglücklich. Da der Schreiber die “Ehrlichkeit” nur in Bezug auf seine Brille sieht, wird bzw. bleibt der Finder bei Abgabe selbiger ehrlich. Deswegen ist es Unsinn, den “ehrlichen Finder” zu bitten, diese abzugeben. Der “Finder” hätte es auch getan. Der Appell an die Ehrlichkeit ist hier in einer unpassenden Konstruktion verpackt. Das Adjektiv ist nichts weiter als ein “moralischer Geschmacksverstärker”. q.e.d. :-)

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