Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Dresdner Streitfälle


Bookmark this on Hatena Bookmark
Hatena Bookmark - Dresdner Streitfälle
Share on Facebook
Post to Google Buzz
Bookmark this on Yahoo Bookmark
Bookmark this on Livedoor Clip
Share on FriendFeed
Dresdner StreitfälleDresdner|Rand

Wie in jeder anderen Stadt auch, sind sich die Bürger Dresdens nicht immer einig, was für die Stadt und ihre Bewohner das Richtige ist. Hier ein paar Informationen zu den derzeit wichtigsten Streitfällen.

 
Waldschlösschenbrücke

Der Kabarettist Olaf Schubert macht sich über den Brückenstreit lustig

Die “Mutter” aller Streitfälle ist der um die Waldschlösschenbrücke. Deren Befürworter hatten sich nach über einem Jahrzehnt Für und Wider durchgesetzt. Seit 2007/8 wird an der Brücke gebaut, 2012 im Mai soll die Brücke fertig gestellt sein. Als Reaktion auf den Bau der Brücke entzog die UNESCO dem Dresdner Elbtal den Titel des “Welterbes”. Es gibt zwar meines Wissen noch immer Versuche, den Bau zu stoppen aber ehrlich gesagt, sehe ich keinen Sinn mehr darin. Die Brücke steht ja quasi schon. Warten wir ab, wie sich das Bauwerk auf die Verkehrssituation in Dresden auswirkt, erst dann wird sich herausstellen, ob die Kritik verstummt – weil’s halt so schön bequem ist – oder wieder lauter wird, wenn die Brücke nicht die an sie geknüpften Hoffnungen erfüllt. Dass das Thema Brücken in einer Stadt am Fluss ständig für Auseinandersetzungen sorgt, ist sicher nicht verwunderlich, weshalb die Waldschlösschenbrücke nur ein Teil des Dresdner Brückenstreits ist.

 

Ausbau der Königsbrücker Straße

Eher “Highway to hell” als “Road to heaven”: Die Königsbrücker Straße

Die Königsbrücker Straße ist die wichtigste Ausfallstraße nach Norden hin. Sie beginnt am zentralen Albertplatz in der Neustadt und verläuft in ihrem unteren Teil direkt durch das Szeneviertel. Klar, dass “die Königsbrücker” ein echter Zankapfel ist. Während die einen den Verkehr fließen lassen und dazu die Straße am Besten in Autobahnbreite ausbauen möchten, sehen die anderen durch die Straße ihren Stadtteil zerschnitten. Seit nunmehr zwei Jahrzehnten gibt es ein ewiges Hin und Her und keine für beide Seiten akzeptable Lösung.

Königsbrücker muss leben! Bürgerinitiative “Königsbrücker muss leben”

 
Aktuelles: DNN 30.09.2011
 
Das “Wiener Loch”

Expedition ins Reich der Baugruben

Seit 1990 fand in Dresden wie andernorts im Osten Deutschlands auch, ein gewaltiger Stadtumbau statt. Gerade die Innenstädte waren schnell Spielplatz für allerhand illustre Bauunternehmer und Geldgeber, die zum Teil fragwürdige Projekte umsetzten, deren Folgen man heute z.B. auf der Prager Straße begutachten kann: gesichtslose Shoppingcenter allerorten. Im großen Poker um die Filetstücke muss die Stadt Dresden wohl einige Fehler gemacht haben, denn der direkt vorm Hauptbahnhof gelegene Wiener Platz über den quasi der Zugang zur Innenstadt erfolgt, brachte keinen Hauptgewinn sondern nur Spott und Millionen-Kosten. Das “Wiener Loch” ist mittlerweile so berühmt-berüchtigt, dass die Baugrube es sogar zu einem Eintrag in die Wikipedia geschafft hat. Gelegentlich gibt es mal einen mehr oder weniger ernst gemeinten Vorschlag, was denn aus dem Loch werden sollte. Zuletzt wollte ein Student für 120 Millionen Euro ein riesiges Aquarium draus machen. Nur Investoren hatte der gute Mann keine zur Hand. Da geht’s ihm ja wie der Stadt. Der letzte Stand (Ende März 2012) ist, dass es aktuell keine Interessenten für das Grundstück am Wiener Platz gibt.

 

Kulturpalast

Ein historisches Dokument: Interview mit Professor Kollhoff, Sachsenbau Chemnitz, um 2004

Der Dresdner Kulturpalast – eröffnet 1969 – ist ein echtes Stück DDR-Architekturgeschichte. Allein deshalb ist er Manchen schon ein Dorn im Auge. Das Wandbildnis “Der Weg der Roten Fahne” dürfte noch sein übriges dazu tun.
Ganz abgesehen von der verschiedenartigen Rezeption der äußeren Hülle gibt es auch keine Einigkeit darüber, wie der Bau im Inneren gestaltet werden soll. Die Vorschläge im seit 1994 schwelenden Streit reichen von der totalen “Entkernung” bis hin zur sanften Sanierung, vom exklusiven Spielort für die Philharmonie bis zum Multifunktionsbau für Veranstaltungen aller Art. Zwar gibt es einen Stadtratsbeschluss vom 24. März 2011 zum Umbau des Kulturpalastes nachdem Konzertsaal, Hauptbibliothek und das Kabarett “Die Herkuleskeule” in den Kulturpalast einziehen sollen (hier eine wunderhübsche Powerpoint-Präsentation) aber gegen diesen Beschluss regte sich recht schnell Widerstand, u.a. vom Architekten des Bauwerkes. Wann das Thema abgeschlossen ist, ist bisher nicht absehbar. Als ein Nebenkampfplatz des Streites hatte der Architekt des Kulturpalastes, Dr. Wolfgnag Hänsch, einen Urheberrechtsklage gegen die Stadt angestrengt, um den Mehrzwecksaal zu erhalten und seine eigenen Umbaupläne umgesetzt zu sehen. Das Leipziger Landgericht entschied im April 2012, dass die Stadt den Umbau im Inneren auch ohne Zustimmung des Architekten durchführen kann.
Mittlerweile sieht es für dei Zukunft des Kulti wieder recht trübe aus. Eine schon fest eingeplante Förderung der EU kommt nicht und nun (Stand 02.04.2012) wurde bekannt, dass die verbleibenden Mitarbeiter der städtischen Konzert- und Kongressgesellschaft zu Ende September des Jahres ihre Kündigung erhalten.
16.09.2011 + 30.01.2012 + Finanzierungsvorschlag der Verwaltung vom 14.03.2012

 

Kulturkraftwerk Mitte

Kleiner “Rundflug” durch das Kraftwerk gefällig?

Eigentlich ist das Kulturkraftwerk kein Streitpunkt mehr, denn es gibt einen Stadtratsbeschluss, aus dem ehemaligen Kraftwerk einen Kultur-Standort zu machen. Kurz zusammengefasst dargestellt wird das Vorhaben in diesem Beitrag des Dresden-Fernsehens. Soweit so gut, doch jetzt geht es um die Finanzierung der Pläne und da ist noch viel Ungemach zu erwarten, denn Finanzbürgermeister Vorjohann sieht das Projekt aufgrund einer „unzureichende Finanzkraft“ Dresdens als undurchführbar an…

 

Krankenhausstreit

Ende Januar 2012 gab es in Dresden einen Bürgerentscheid zu den Krankenhäusern Neustadt und Friedrichstadt. Während die einen in die Zukunft beider Häuser nur durch die Zusammenführung in einer gGmbH sahen, wollten die anderen – auch aus Angst vor einer späteren Privatisierung – die Krankenhäuser als Eigenbetriebe der Stadt erhalten. Der Bürgerentscheid ging zugunsten der Befürworter der Eigenbetriebe aus. Zu erwarten ist allerdings, dass das Thema trotz dreijähriger Bindungsfrist an den Entscheid auch in nächster Zeit immer wieder eine Rolle spielen wird.

 

Freier Eintritt im Schlosspark Pillnitz

Das Schloss Pillnitz gehört sicher zu den attraktivsten Ausflugszielen der Landeshauptstadt. Seit dem Ausbau des ehemaligen Rittergutes zum barocken Lustschloss unter August dem Starken im 18. Jahrhundert war der Zugang zum Park des Schlosses für alle Bürger frei. Jetzt hat das Land in Form des Staatsbetriebes Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen beschlossen, einem Eintritt zu erheben. Eine Bürgerinitiative kämpft für den Erhalt der freien Zugänglichkeit, wie es jetzt aussieht, wird aber ab 2. April 2012 mit einer jahrhundertealten Tradition gebrochen…

To be continued…

8 Replies


Leave a Reply