Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Das ewige Brückenpalaver

Eine Stadt, die am Fluss liegt, hat ein Problem: Um von einem Ufer ans andere zu kommen, braucht man Brücken (Fähren gehen zwar auch aber das ist wohl nicht so effektiv.) Die Elbe fließt mitten durch Dresden und teilt die Stadt sozusagen in zwei Hälften. Kein Wunder also, dass das Thema der Flussquerung hier immer wieder eine wichtige Rolle spielt. Zudem ist gerade Wahlkampfzeit und da meint mancher Politiker mit “tollen” Ideen bei seinem Wahlvolk punkten zu können.


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Heut morgen las ich, dass es jetzt für die Loschwitzer Brücke (bekannt als “Blaues Wunder“) neue Pläne gibt. Dass die über 100 Jahre alte Stahlkonstruktion nicht für den Wahnsinns-Verkehr der Jetztzeit gebaut wurde, leuchtet sicher Jedem ein. Und das nach einem Jahrhundert eine Sanierung not tut, ist sicher auch klar. Doch, dass jetzt der Abriss und Wiederaufbau zur Debatte steht, empfinde ich als total bescheuert. Offensichtlich ist es den Herrschaften nicht klar, welche touristische Bedeutung die Brücke hat, die quasi neben Frauenkirche und Zwinger ein Wahrzeichen der Stadt ist.
Die Rede davon ist, dass die Bauarbeiten bei einer Sanierung zwei Jahre dauern sollen – wie lange würde ein Neubau in Anspruch nehmen? Und was passiert in der Zwischenzeit? Bauen wir nicht doch einen Tunnel (Schon wieder einer!) oder eine “Nebenbrücke”, die den Autoverkehr aufnimmt? Letzteres scheint mir zumindest aus verkehrstechnischer Sicht die sinnvollste Variante zu sein, wenn das Ganze auch wieder zu Lasten der einzigartigen Elblandschaft geht. Ganz ohne Enteignung einiger Anlieger wird solch ein Vorhaben auch nicht funktionieren. Für die Loschwitzer Brücke wäre das aber ein klienes Opfer. Als Fußgänger- und Radfahrerbrücke hält das “Blaue Wunder” mit ein paar Reparaturen sicher noch problemlos die nächsten 50 oder gar 80 Jahre.

Die Rede ist davon, dass die Brücke bis ca. 2025 noch ihre Funktion erfüllt. Es ist also noch ein wenig Zeit, sich ein tragfähiges Konzept auszudenken. Hoffen wir, dass etwas Vernünftiges dabei herauskommt.

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Posted in Dresden streitet and Dresden verkehrt 1 year ago at 09:48. 5 comments

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5 Replies

  1. Auch Wahrzeichen müssen mal überholt werden. Das ist nunmal so.

    Ich wäre für eine temporäre Behelfsbrücke für ÖPNV, Fussgänger und Radfahrer + Ersatzneubau.

    Müssen die Autfoahrer eben sehen, wo sie bleiben. Das Zweibrückenkonzept mit einer potentiell sinnvollen Ausweichbrücke wurde damals ja von den Autofahrervertretern zertreten.

  2. Gegen die Überholung hab ich ja nichts gesagt. Aber schon der Gedanke eines Abrisses verdient (leichte) Schläge (auf den Hinterkopf, die ja bekanntlich das Denkvermögen erhöhen sollen).
    Das mit dem “Müssen die Autfoahrer eben sehen, wo sie bleiben” ist in Dresden sicher nicht mehrheitsfähig.

    ;-)

  3. Man könnte die Pariser ja mal fragen, ob sie ihr Eisenbauwerk abbauen würden.

  4. “Bei einer planmäßigen Bauwerksprüfung wurden Absenkungen in der stadtauswärts Richtung Löbtau führenden Fahrbahn des Brückenzuges Nossener Brücke festgestellt, zwischen der Brücke über die DB-Anlagen und der Brücke über das Gelände des Heizkraftwerkes. Die Absenkungen beeinträchtigen die Verkehrssicherheit und erfordern eine umgehende Instandsetzung der Hinterfüllung zwischen den Bauwerken. Die entsprechende Baumaßnahme, mit der die Firma Teichmann Bau GmbH aus Wilsdruff beauftragt wurde, ist für den Zeitraum vom 1. bis 25. September geplant. Dabei wird der Baubereich auf einer Länge von ca. 30 m ca. 1,20 m tief ausgehoben, mit einer Betonplatte verfestigt und neu wieder aufgebaut. Die Kosten sind mit ca. 58.000 Euro veranschlagt. Während der Bauzeit wird der Verkehr auf eine Fahrspur je Richtungsfahrbahn eingeschränkt.”
    (Meldung der Stadt von heute)

    Irgendwie haben wir in Dresden kein Glück mit den Brücken…


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