Büro, Kaffee, Katastrophe
Da wird immer über Drogen diskutiert – legal, illegal, über Heroin, Kokain, Haschisch, Alkohol und Zigaretten – die wichtigste Droge, der Motor unseres Wirtschaftsleben bleibt bei dieser Diskussion immer außen vor: Kaffee. Zahllose „Schreibtischtäter“ haben ein festes Ritual: Sobald sie in die Firma kommen, nach dem Einschalten des Computers aber noch vor dem Blick auf die eingegangenen Emails befüllen sie die Kaffeemaschine und schalten diese an. Erst wenn diese durch ihr Röcheln zu verstehen gibt, dass das koffeinhaltige Heißgetränk bereitet ist, wird auf die Stechuhr gedrückt und die Arbeitszeit beginnt. Das ist bei uns im Büro nicht anders und ich bin meist der erste aus der Gilde der Abhängigen – mit anderen Worten derjenige, der den Kaffee zubereitet.
In den letzten Tagen ist das jedoch nicht mehr so einfach. Erst ist die eine Maschine dank eines Lochs in der Heizplatte zum Sicherheitsrisiko mutiert (wie geht das eigentlich – der klassische Lochfraß sollte hier nicht greifen?), jetzt spinnt auch noch die andere rum. Den ganzen Vormittag war Begängnis in der Küche und alle philosophierten darüber, woran die Fehlfunktion liegen könnte und was sich dagegen tun lässt. Da sieht man mal wieder, wie die Wirtschaft leidet, wenn der Kaffee nicht läuft… Nach einiger Zeit hat sich das Problem von selbst erledigt – vielleicht ist die Kaffeemaschine ja bei ver.di organisiert und wollte uns nur zu verstehen geben, dass ohne sie nichts geht. Streik beendet, das Bruttosozialprodukt kann wieder erhöht werden. Gerade noch so an der Katastrophe vorbeigeschrammt…
In diesem Sinne:
Wenn der Heizdraht nicht mehr will, wird’s in allen Büros still. Oder so ähnlich.
Tags: Arbeitskraft, Büro, Kaffee
Wann und wo ist das nächste Treffen der AK-Ortsgruppe? :-)
Der neue Star im Büro: