Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Blaue Tonne – blaues Auge

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Blaue Tonne – blaues AugeDresdner|Rand

Heute morgen ging ich mal wieder einer einer Lieblingsbeschäftigungen nach und las die Schlagzeilen der MoPo. Am Ullersdorfer Platz steht so ein Zeitungsautomat, wo man das recht entspannt kann, wenn man eh grad mal wieder die Bahn verpasst hat, was ja nicht so selten passiert.

Da war unter anderem das Gesicht einer Dame zu sehen über dem in großen Lettern (sinngemäß) die Schlagzeile prangte: „Sie ist schuld am Chaos mit den Blauen Tonnen“. Nicht grad die feine Art, jemanden so bloß zu stellen.

Bei Radiodresden.de fand ich dann folgende Meldung:

„Die Stadt entschuldigt sich für das Chaos durch die neue blaue Tonne. Seit der Einführung der kommunalen Variante hatte es enorme Probleme gegeben. An den Sammelstellen herrschte entweder Papierchaos, weil die bisherigen Container noch nicht ausgetauscht waren, oder die neuen Tonnen wurden nicht pünktlich geleert. Allein im Januar hagelte es fast 500 Beschwerden an die Stadt. Bis Ende Februar sollen die Probleme gelöst und die fehlenden 2.500 Tonnen aufgestellt werden.“

Gleichzeitig feiert sich die Stadt auf ihrer Seite selbst: … Die städtische Blaue Tonne ist sehr gut von den Dresdnern angenommen worden. Aktuell stehen bereits etwa 16.500 Tonnen. Noch etwa 2.500 Blaue Tonnen müssen ausgeliefert werden.“
Immerhin heißt es dann weiter: “Wir kennen die Probleme und wollen, dass die noch fehlenden Tonnen bis Monatsende ausgeliefert sind, um dann in den regulären Turnus von vier Wochen ab Bestellzeitpunkt übergehen zu können. Wir freuen uns über jeden Dresdner, der eine städtische Tonne bestellt. Es sind unser aller Gebühren, die sie damit stabilisieren.“

Das Ganze ist umso peinlicher, da es vorab einen jahrelangen Streit um die Blauen Tonnen gegeben hatte:

„Im August 2010 verbot die Stadt die Altpapiersammlung über die privaten blauen Tonnen. Das Verwaltungsgericht Dresden gab ihr Recht, ließ aber eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Bautzen zu. Dies entscheid im Juni 2011, dass die privaten Entsorgungsfirmen vorerst ihre Papierbehälter weiterhin aufstellen dürfen bis in zwei bis drei Jahren ein endgültiges Urteil gefällt wird.“ (SZ, Dez. 2011)

Persönlich finde ich es ja gut, dass sich die Stadt die Papiersammlung nicht aus der Hand nehmen lässt. Während die Kommunen nämlich verpflichtet sind, die Entsorgung von Abfällen flächendeckend anzubieten, können sich privatwirtschaftliche Unternehmen meist nur die Rosinen herauspicken. Das wird dann am Ende für den Steuerzahler noch teurer.

Wir haben mittlerweile auch eine städtische Blaue Tonne auf dem Hof, ich muss allerdings gestehen, dass ich noch nicht beobachtet habe, wann bzw. wie oft die bisher geleert wurde. Einen positiven Nebeneffekt kann ich allerdings schon konstatieren: Als wir am Wochenende am Container waren, weil wir größere Pappemengen wegbringen mussten, quollen die Behältnisse nicht mehr über. Sonst war üblicherweise die Pappe kaum noch in den Container zu bekommen, oftmals standen auch größere Mengen daneben…

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Posted in Dresden baut auf 3 months ago at 16:21.

2 comments

2 Replies

  1. E-Haller Feb 16th 2012

    Aber ist es im Sinne des Erfinders, dass man für größere Mengen weiterhin zum Sammelcontainer muss? Ab wann geht die “größere Menge” los? Wer definiert das?
    Das ist doch schon wieder der Samen für Nachbarschaftsstreitigkeiten… ;)

  2. Ach naja, so kompliziert ist es nun auch wieder nicht. Wenn ich weiß, dass das Ding aller vier Wochen abgeholt wird, dann schaue ich halt, ob das passt oder ob ich den Kram lieber wegschaffe. Wir sind doch alle vernünftige und intelligente Menschen, oder?
    Aber wahrscheinlich brauchen wir dafür wieder eine DIN oder zumindest eine dreiseitige Gebrauchsanweisung, schließlich sind wir ja Deutsche :-)


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