Biberalarm
Als ich am Herrentag unterwegs war und mit meiner Frau in der Straßenbahn sitzend an der Baustelle der Waldschlösschenbrücke vorbei fuhr, hörte ich, wie jemand erzählte, dass der Bau derzeit wegen eines Bibers gestoppt sei. Ehrlich gesagt hielt ich das für einen Scherz und hab das Ganze auch gleich wieder vergessen. Heute belehrte mich der von einer Twittermeldung induzierte Blick in die Zeitung eines Besseren. Es ist wohl tatsächlich so, dass an der noch nicht fertig gestellten Brücke ein Biber gesichtet wurde und das vom Chef des Straßenbauamts Reinhard Koettnitz höchstpersönlich. Somit können auch die Brückenbefürworter nicht von gegnerischer Propaganda sprechen. Laut obigem Artikel soll es in Dresden, genauer gesagt in Zschieren, schon Biber geben; der jetzt gesichtete sei ein aus dem elterlichen Bau vertriebener Jungbiber, quasi auf Wohnungssuche.
Da die Waldschlössschenbrücke kein guter Ort für das Tier sei, solle man ihn lieber jetzt vertreiben, meint Gottfried Mann vom Bund für Umwelt und Naturschutz, denn hier könne der Biber keine winterfeste Burg bauen. Ganz abgesehen davon, dass er den Elberadweg vielleicht überschwemmt, füge ich mal hinzu. Vielleicht gibt es in Dresden ja bald die Stelle eines Waldschlößchenbrückenbibervergraulers…
:-)
So sieht der richtige (amerikanische) Biber aus, zum Justin Bieber geht’s hier, liebe Teenies!
(Quelle: Wikipedia)
Ehrlich gesagt, würde ich das Nagetier aber zu gern einmal sehen. Leider kann ich mich aber nicht stundenlang auf die Lauer legen. Ehrlich gesagt wusste ich bisher noch nicht, dass es im Dresdner Raum Biber gibt. In Dessau/Rosslau sollen welche ansässig sein aber hier, das war mir neu.
Tags: Baustopp, Biber, Biberalarm, Justin Biber, Reinhard Koettnitz, Waldschlösschenbrücke
Tagaktive Biber habe ich bei Aken während einer Radtour entdeckt, doch im heißen Sommer 2003 kamen sogar die Wildschweine an die Elbe saufen und alle waren etwas überhitzt..
Aber dieser kleine Stadtfreak-Revoluzzer eignet sich doch gut als Brückendrama-Maskottchen und Herrn Koettnitz Aussage: “Die Ansiedlung des Biber sei ein Beweis für das Gute der Brücke” ließe sich karikierend verwenden…Die Einnahmen könnten Schulen und Kitas zugute kommen, bspw. für Umweltschutzprojekte ;-)
Hat Herr Koettnitz das tatsächlich gesagt??? Unglaublich. Realsatire pur.
Musste jetzt erst Mal nachschauen, wo Aken eigentlich liegt. Peinlich. Das ist ja genau die Ecke, von der ich sprach…
http://www.aken.de/index.php?id=118001000090
Ich will gern mal wieder einen Tag erleben, an dem ich weder Frau Müller von der CDU noch Herrn Koettnitz vom Beton- und Asphaltamt in der Zeitung sehe …
Jeden Sonntag, lieber Stefanolix, jeden Sonntag :-)
Beton- und Asphaltamt – sehr schön. Das werde ich mir merken!
Nachtrag:
“Ein Experte der Unteren Naturschutzbehörde aus dem Umweltamt war heute an der Waldschlößchenbrücke, um sich vor Ort über die eventuelle Ansiedlung eines Bibers zu informieren.
Ein Biber konnte an den Stützkonstruktionen am Uferbereich nicht mehr festgestellt werden. Es ist also unwahrscheinlich, dass sich das Tier dort noch weiter aufhält bzw. dauerhaft angesiedelt hat.
Die Untere Naturschutzbehörde wird weiterhin regelmäßig das betroffene Gebiet beobachten, um sich bei Erfordernis um das Tier zu kümmern.
Der Platz, an welchem das Tier gesehen wurde, befindet sich an einer stählernen Hilfsstütze in Ufernähe. Erst zum Jahresende soll dort das Mittelteil der Brücke nach dem Einschwimmen aufgesetzt werden, bis es endgültig mit der Vorlandbrücke verbunden ist.”
Diesen Artikel finden Sie im Web-Auftritt unter
http://www.dresden.de/de/02/035/01/2010/05/pm_053.php