Beschleunigter Denkmalsschutz
Das Amt für Kultur und Denkmalschutz vermeldet am heutigen Tag die Beschäftigung vier neuer Mitarbeiter. Das ist sofern von Bedeutung, da Eigentümer denkmalsgeschützter Häuser einen Anspruch auf steuerliche Begünstigung für ihre Investitionen in das Objekt haben. In Dresden gibt es etwa 13.000 solcher Kulturdenkmäler.
Ein wenig verwirrt haben mich dann jedoch die Zahlen, die zum Thema von der Stadt präsentiert werden:
„2009 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 792 denkmalschutzrechtliche Genehmigungen für öffentliche Bauherren und Bürger, 1101 Stellungnahmen an die Bauaufsichtsbehörden und 504 Genehmigungen für Bodeneingriffe ausgestellt bzw. erarbeitet. Weiterhin haben Sie 1076 Negativatteste (Verzicht auf Vorkaufsrechte der Gemeinde bei Einzeldenkmalen) erstellt.“
Nun wurden als Folge der Verwaltungsreform vom ehemaligen Regierungspräsidium 2.000 (!) Altfälle übernommen, zwischenzeitlich seien die Hälfte der Altfälle abgeschlossen. „Es kam zu längeren Wartezeiten von.“ – wie lange steht hier leider nicht. Ich würde mal auf ein knappes Jahr schätzen. Wenn es jetzt schneller geht, ist das natürlich nur zu begrüßen, schließlich wird so ein Gebäude ja nicht besser, wenn es leer steht.
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Die steuerliche Begünstigung der Investitionen ist auf jeden Fall eine gute Sache, da die Auflagen bei der Sanierung eines solchen Objektes meist ordentliche Zusatzkosten verursachen. Viele Bauherren lassen deshalb die Hände davon und die schönen Häuser verfallen. Wenn dann erst einmal das Dach eingestürzt und die Wände nass sind, wird der Rest dann einfach weggeräumt. Eine Katastrophe in einer Stadt wie Dresden, die so viel historische Bausubstanz verloren hat.
Passend zum Thema möchte ich auf zwei Dinge hinweisen: Nachdem die ehemalige Ausflugsgaststätte Donaths Neue Welt in Laubegast jahrelang leer stand und im August 2004 abbrannte sind mittlerweile die Trümmer beseitigt. Jetzt ist der Blick auf den nicht ganz so historischen Lidl-Markt wieder ungetrübt. Wirklich zum Heulen.

So sah das schöne Haus mal aus. Hab das Foto grade wieder gefunden und bin dabei etwas nostalgisch geworden. Manchmal ärgere ich mich, dass wir nicht in Laubegast geblieben sind…
Positives gibt es hingegen aus Tolkewitz zu berichten. Dort werden derzeit am Krematorium die Schornsteine abgerissen, die zu DDR-Zeiten angebaut wurden. Jetzt werden die nicht mehr gebraucht und der Jugendstilbau erhält sein altes Aussehen wieder.

Tags: Amt für Kultur und Denkmalschutz, Donaths Neue Welt, Krematorium Tolkewitz, Laubegast, steuerliche Begünstigung von Investitionen in Denkmale, Tolkewitz
Hab mal noch ein Foto von Donath’s Neue Welt ergänzt. Davon ist ja nun leider nichts mehr da…