Heute morgen durfte ich die Verkehrsbetriebe mal wieder in Aktion erleben. Der Bus erreichte den Ullersdorfer Platz einigermaßen pünktlich, ich stieg aus und ging zur Bahn, die… vor meiner Nase abfuhr. Der Zeiger der Uhr am Ullerdorfer Platz stand zwar schon auf 8 Uhr, aus meiner Sicht gab es aber keinen Grund, die vielleicht zehn Umsteigenden zu verprellen. Eine Omi schimpfte auch gleich: “Das ist wie früher! Die waren schon immer ein Staat im Staat!” Mal abgesehen davon, dass die DVB nicht die Wismut war oder ist, scheinen die Herrschaften in Bus und Bahn ihre Freude an ihrer Macht zu haben. Und der graumelierte Herr mit Brille, der die Straßenbahn lenkte, ist aus meiner Erfahrung nicht der Einzige, der sich so verhält. Ich kann ja durchaus nachvollziehen, dass die ständige Teilnahme am Dresdner Straßenverkehr und die Dummheit mancher Fahrgäste ein erhebliches Frustrationspotential birgt aber die DVB sind halt ein Servicebetrieb und da geht es schließlich darum, die Fahrgäste zufrieden zu stellen. Klar müsse auch Fahrpläne eingehalten werden, man kann es aber auch übertreiben.

Wenn das schon das Ende der Geschichte wäre, hätte ich diesen Post nicht schreiben müssen, auch weil solche Sachen quasi ständig passieren. Unsere großen Verkehrsplaner haben es bis heute noch nicht geschafft, am Ullersdorfer Platz eine Ampel zu installieren, die es den Bussen (und allen anderen Verkehrsteilnehmern) aus Richtung Quohren / Gönnsdorf ermöglicht, die B6 sicher und in vertretbarer Zeit zu überqueren. Das es an dieser Kreuzung nicht ständig kracht, ist ein kleines Wunder…
Wie also ging es weiter? Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, wenn ich die 8-Uhr-Bahn verpasse, den kurzen Weg bis zur nächsten Haltestelle an der Grundstraße zu laufen, auch weil so die Wut über die beschriebene Unverschämtheit verraucht. Als ich dann relativ entspannt an der Grundstraße ankam, stand da zu meiner Verwunderung die Bahn, die mir gerade vor der Nase weggefahren war! Erst dachte ich, dass es wohl einen Unfall gegeben haben muss, was an der Grundstraße auch nicht gerade selten geschieht, doch dem war nicht so. Irgendwas am Signal funktionierte nicht, so dass der Fahrer aussteigen und das Problem von Hand regulieren musste (deshalb habe ich den Fahrer auch gesehen). Aufgrund dieses kleinen Vorfalls konnte ich noch ganz stressfrei in die Bahn einsteigen und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Manchmal ist das Leben doch (ein bisschen) gerecht.

Nachschlag

Ich hatte natürlich nicht damit gerechnet, dass die Bahn auf mich wartet, weshalb ich mir auch die Zeit nahm, diesen kleinen Schmankerl für die Autofreaks zu fotografieren. Mir sind die Benzinkutschen im Prinzip zwar egal aber dieses Fahrzeug, das wahrscheinlich aus dem Melkus-Stall stammt, konnte ich dann doch nicht ungeknipst lassen.

Melkus

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3 Comments

  1. Stimmt. Bis auf die Flosse am Heck.

  2. Der Heckspoiler hat wohl damit zu tun, daß dies eine Rennversion ist. Erkennt man u.A. am Netz in der Fahrertür

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