Atomprotest
Ich leite hier einfach mal eine Mail an alle Mitleser weiter, die ich heute bekommen habe. Da ich nicht weiß, ob die betreffende Person das will, schreibe ich den Autor nicht drunter:

Hallo,
die Bundesregierung will die Atomkraftwerke auf Druck der Lobbyisten durchschnittlich 12 Jahre laenger am Netz lassen.
Während die Atomkonzerne milliardenschwere Profite einstreichen, wird das Wachstum der Erneuerbaren Energien blockiert, da z.B. zahlreiche Stadtwerke im Vertrauen auf das Auslaufen der AKWs in alternative Energien investiert haben und nun mit Verlusten rechnen müssen: http://www.tagesschau.de/inland/atompolitik128.html
Ebenfalls fatal: das Monopol und damit die Preisbildung beim Strom verbleibt weiterhin in den Händen der vier Großkonzerne.
Besonders pikant ist, dass die Atomindustrie die zukünftige Atomsteuer als Ausgabe vom Betriebsergebnis absetzen kann – mit der Folge, dass dem Staat Einnahmen entgehen. Darüber hinaus werden wir weiter toedlichen Risiken ausgesetzt.
Doch noch sind die Plaene nicht in trockenen Tuechern – jetzt zaehlt unser Protest. Ich habe Merkel gerade mit einem Buerger/innen-Appell aufgefordert, ihre unverantwortlichen Atomplaene zu stoppen. Wenn das Bundeskabinett am 28. September endgueltig entscheidet, soll dieser Appell in großen Zeitungsanzeigen veroeffentlicht werden.
Unterzeichne auch Du den Appell:
http://www.campact.de/atom2/sn8/signer
Darüber hinaus kann ich jedem nur den Wechsel zu alternativen Stromanbietern ohne Anteile von Atomenergie empfehlen. Wir beziehen unseren Strom seit einem halben Jahr von der Naturstrom AG http://www.naturstrom.de/.
Das mit dem Naturstrom werde ich mir mal noch genauer anschauen. Die Petition unterzeichne ich auf jeden Fall! Ich hoffe, Ihr auch…
Tags: Atomprotest
Dass man eine Steuer von einer anderen Steuer absetzen kann (darauf liefe das ja hinaus), wäre aber mal etwas Neues! Stimmt denn das wirklich? Das höre ich hier das erste Mal und finde momentan nirgends weitere Hinweise darauf. Und selbst wenn, wäre noch zu fragen, ob der Nettogewinn für den Staat dadurch nicht trotzdem steigt?
Zumindest habe ich das auch schon gehört. Ich werde mich mal im Netz schlau machen, wie der “Atomkompromiss” den nun eigentlich en detail aussieht. Sobald ich mehr weiß, poste ich das hier.
Der Nettogewinn steigt, ist aber natürlich nicht so hoch, wie er dem braven Bürger verkauft wird…
Ich vermute: wenn ein Unternehmen aufgrund der Steuer weniger Gewinn erzielt, kann natürlich weniger Gewinn besteuert werden(?) Eine Steuer auf Brennelemente verteuert den Betrieb des AKW, also fällt weniger Gewinn an, falls die Steuer nicht auf die Stromkunden umgelegt wird … Am Ende zahlen wir entweder als Stromkunden oder als Steuerzahler.
Also, ich besitze ja kein AKW und weiß nicht, wie man dort die Buchhaltung macht, aber normalerweise spricht man allgemein von “Gewinn vor Steuern” (oder eben “nach” Steuern). Aber es wird doch nicht erst eine Steuer a von den Betriebsergebnissen abgezogen, aus der Differenz der Gewinn berechnet und dieser mit einer Steuer b belegt? Ich habe noch nirgends die Formulierung “Gewinn zwischen Steuern” gehört.Ich gebe zu, dass ich mich hier auf völliges Glatteis begebe (habe ja kein BWL studiert), aber eine solche Berechnung würde doch die Arbeitsweise in Unternehmen völlig verkomplizieren. Liest hier eventuell jemand mit, der Ahnung von solchen Dingen hat?
Die Formel »Gewinn vor Steuern« bezieht sich bei Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft m.W. auf die Körperschaftssteuer und bei Freiberuflern auf die Einkommenssteuer. Mit diesen Steuern wird das Einkommen besteuert (vulgo: der erzielte Gewinn).
Eine Steuer auf Brennelemente mindert (IMHO) den Gewinn des Unternehmens, weil es für die Brennelemente mehr Geld aufwenden muss.
Alternativ könnte die Bundesregierung auch eine Sondersteuer auf jede Kilowattstunde erheben, die mit Atomkraft »erzeugt« wurde. Auch das würde (IMHO) den Gewinn mindern.
Ähnlich war es doch bei den berühmten UMTS-Lizenzen, die unter Hans Eichel für viele Milliarden versteigert wurden. Diese Milliardenausgaben haben die Unternehmen doch dann gewinnmindernd geltend gemacht.
Das ist ja nach Recht und Gesetz alles in Ordnung. Nur führt das den Ansatz bzw. das angestrebte Ziel ad absurdum. Bleibt die Frage, wie man das sonst (im Rahmen der Gesetze) regeln kann. Eine steuerlich nicht geltend zu machende Sonderabgabe ist sicher nicht vorgesehen. Mir fällt dazu nur eins ein: Verstaatlichung! Ich finde sowieso, dass solch essentiellen Dinge wie Energieerzeugung nicht ausschließlich in Privathand gehören.
So, nun weiß ich wenigstens, wer der geheimnisvolle Autor der Nachricht ist, denn ich hatte auch eine Mail von Herrn G. im Postfach. Ich habe ihn soeben gefragt, woher er die Info hat.
Der geheimnisvolle Herr G.? So geheimnisvoll ist der doch garnicht…
Hier also noch der Link zum Thema:
http://www.n-tv.de/politik/AKW-Betreiber-verarmen-nicht-article1431176.html
Zitat:
“Mehr Netto vom Brutto- AKW-Betreiber verarmen nicht
Nach dem Atomkompromiss der Bundesregierung stellt Kanzlerin Merkel klar, dass sich die Versorger nicht an den zusätzlichen Gewinnen durch längere Laufzeiten bereichern werden können. Sie müssten mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen entweder als Steuer zahlen oder in erneuerbare Energien stecken. Zuvor war bekannt geworden, dass die EVU ihre Mehrkosten als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen können, was die Einnahmen des Staates schmälert.”