Als jemand, der quasi täglich an der Waldschlösschenbrücke vorbei kommt, frage ich mich schon lange, wann das Bauwerk denn nun endlich eröffnet wird. Nicht, weil ich unbedingt mal über die Brücke fahren will oder denke, dass nach Eröffnung alles besser wird, sondern ganz einfach, weil das Thema ja auch irgendwann mal abgeschlossen sein muss (was es wahrscheinlich nie sein wird). Die städtische Linke hat in Person ihres Fraktionsvorsitzende André Schollbach im April erneut um das Thema gekümmert und zwei schriftliche Anfragen an die Dresdner Oberbürgermeisterin gerichtet. Zum einen wollte der Stadtrat wissen, wie viel Geld die Stadt Dresden für dieses Großprojekt bereits ausgegeben hat, zum anderen, wann die Waldchlösschenbrücke voraussichtlich fertiggestellt sein wird.

Hier nun die Antworten zum Thema:
Einen Eröffnungstermin gibt es noch nicht “aufgrund der Unabwägbarkeiten (?), die sich zum einen aus dem komplexen Vertragsverhältnis mit den beauftragten Firmen und zum anderen aus der Verschiebung einzelner Arbeitsgänge” ergeben, gekostet hat das Bauwerk die Stadt bisher 158,3 Mio. Euro.
(Quelle: PM Linke)

Fein. Knapp 160 Mille ausgegeben und weiter Warten auf Godot. Wenn ich solch einen Schwachsinn wie “das komplexe Vertragsverhältnis” lese, da frage ich mich, was denn da das Problem ist. Aber ich bin ja auch kein Rechtsverdreher, sondern nur ein normaler, dummer Bürger…

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Gestern Abend häuften sich negative Dinge. Zuerst riss mir beim losgehen der Schnürsenkel. Manche Leute würden da ja leider gleich zu Hause bleiben, ich musst allerdings meinen Bus erreichen, da ich noch einen Termin hatte. An der Bushaltestelle selbst lagen dann zwei tote Bachstelzen – ein weiteres negatives Vorzeichen! Die Katzen hatte sie nicht geholt, es sah aber auch nicht so aus, als wenn sie gegen die Scheibe der Haltestelle geprallt wären. Sie lagen einfach nur so da, am Anfang dachte ich, dass sie noch leben…
Ja und dann auf der Strecke zum Ullersdorfer Platz kam ich dann im Bus an einem Unfall vorbei. Ein junger Mann war mit dem Fahrrad gestürzt. Er lag auf der Straße auf dem Bauch und blutete ordentlich. Zum Glück waren schon Leute da, die ihm geholfen haben. Ich hoffe, ihm geht es, bis auf ein paar Schrammen wieder gut. Als ich heute morgen selbst die Strecke gefahren bin, verstärkte sich bei mir die Vermutung, dass er wohl eines der zahllosen und extrem gefährlichen Schlaglöcher auf der Quohrener getroffen haben muss. Zur Zeit ist der Straßenzustand eine Katastrophe…
Mir selbst ist dann zum Glück nichts passiert, ich bin ja auch nicht abergläubisch. Trotzdem lässt mich diese Häufung nicht ganz kalt…

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Am Wochenende gab es eine Demonstration der neu gegründeten IG Freiräume, eines politisches Bündnisses verschiedener Akteure in Dresden, deren Interesse es ist , selbstverwaltete, nicht-profitorientierte Räume im kulturellen, sozialen und politischen Bereich zu sichern, zu verteidigen und neue zu schaffen (Selbstdarstellung). Auf der Fahrrad-Demonstration gerieten die Aktivisten ganz offensichtlich mit der Polizei aneinander. Während die IG in ihrer Pressemitteilung von mindesten einem Schwerverletzten spricht und dass die “unnötigerweise eingesetzte” Polizei von Anfang an gegen die ca. 250 Teilnehmer “agressiv” vorging, sprechen die Ordnungshüter von haltlosen Vorwürfen. Man habe nur “die angezeigte Versammlung im öffentlichen Raum abgesichert und danach Gefahren für den Straßenverkehr abgewehrt”.
Den ausführlicheren Bericht einer Teilnehmerin der Aktion gibt es hier.

PS: Habe gerade voll Erstaunen gesehen, dass dies mein 600ster Post ist. Wer den nächsten Kommentar (den 1.600sten!) abgibt, den beglücke ich mit einem kleinen Geschenk…

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Winter returns

Da hatten wir nun gedacht, der Winter sei vorbei, doch seit Sonntag Abend schneit es wieder unaufhörlich. Die letzten beiden Tage durfte ich wieder ordentlich schippen. Gerade heute Nacht ist ganz schön was runtergekommen, ich schätze mal so wenigstens 5cm. Das hat gleich mal wieder dazu geführt, dass das Chaos auf den Straßen herrscht. Wobei ich mich kaum beklagen kann, bei mir hat das Ganze keine allzu großen Auswirkungen gehabt. Allerdings bin ich am Ullersdorfer Platz Leuten begegnet, die den Bus 20 Minuten vor mir genommen haben. Und der Stau bei der Auffahrt auf die B6 war gewaltig, wenn auch nicht so krass, wie der auf der B6 selbst von Weißig. (Oder wie ein Kollege erzählte, auf der Pillnitzer Landstraße, wo der Rückstau vom Blauen Wunder bis zum Gare de la Lune reichte). Etwas enger war es bis zur Einmündung der Grundstraße und dann später zwischen Weißem Adler und Weißem Hirsch aber ansonsten lief’s eigentlich ganz entspannt. Mal sehen, wie’s heute Abend geht…

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Gerade habe ich zufällig diese Meldung gefunden:

Sachsens Verkehrsstaatssekretär Roland Werner (FDP) und der tschechische Vize-Verkehrsminister Lukáš Hampl haben in der letzten Woche in Prag einen Antrag auf europäische Studiengelder zur Vorplanung und weiteren Grundlagenermittlung der grenzüberschreitenden Neubaustrecke Dresden – Prag unterzeichnet. Dieser soll bis kommenden Donnerstag, den 28. Februar, bei der Europäischen Kommission eingereicht werden. Die Neubaustrecke, für deren Bau der Freistaat Sachsen sich „mit Nachdruck“ einsetzen möchte, soll vor allem dem Güterverkehr dienen und perspektivisch gesehen die Kapazitäten Richtung Südosteuropa erhöhen.

Quelle

Es geht hier um einen “Antrag auf europäische Studiengelder zur Vorplanung und weiteren Grundlagenermittlung”, mit anderen Worten: Die konkrete Umsetzung der Pläne kann noch eine Weile auf sich warten lassen. Um welche Pläne geht es dabei? Auf der Seite der Grünen Landtagsabgeordneten Eva Jähnigen lesen wir dazu von einer “Neubaustrecke Dresden-Prag mit der Untertunnelung des Erzgebirges”, Genaueres dazu gibt es hier in einem Flyer des Landes zu erfahren. Ehrlich gesagt, sieht das für mich nach unserer sächsischen Variante von Stuttgart 21 aus.

“Ziel ist, die Reisezeit im Personenverkehr zwischen Dresden und Prag von derzeit zwei auf ca. eine Stunde zu reduzieren sowie die Kapazität für den Güterverkehr bedeutend zu steigern.”

Da kann ich nur fragen, ob’s bei den Kollegen hackt. Die zwei Stunden nach Prag sind völlig OK, die Kosten für den Ausbau rechtfertigen den meines Erachtens sehr hoch angesetzten Zeitgewinn nicht. Ich denke auch, dass die im ersten Teilsatz anvisierte Verkürzung der Reisezeit nur der Sand ist, das in die Augen der Leser gestreut wird. Tatsächlich geht es bei dem Neubau um die Verbilligung und Vermehrung des Güterverkehrs. Dabei kann es sich ja eigentlich nur um Massengüter handeln, bei denen ein schneller und billiger Transport von ausschlaggebender Bedeutung ist. Ein positiver Effekt für die hiesige Wirtschaft ist also kaum zu erwarten. Und dass die Tschechen bei uns plötzlich Getreide oder Steine oder andere “Schüttgüter” in großen Mengen kaufen, das glaube ich mal noch nicht. Autos stellen sie auch selbst her, um was geht’s hier also???

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Heute haben also die Bauarbeiten auf der Bautzner Straße begonnen. Mir ist das nur aufgefallen, weil seit heute der Ersatzbus fährt. Ich bin heute erst an der Grundstraße ausgestiegen, weil ich noch etwas erledigen musst und wunderte mich nur, dass rechts von mir noch ein Bus steht (weil da sonst nie einer steht). Beim Vorbeifahren sah ich dann “Ersatzverkehr 11″. OK.

Die Zeit an der Grundstraße habe ich genutzt, noch ein paar Fotos von den Protestschildern zu machen. Dabei habe ich festgestellt, dass es noch eine ganze Menge mehr gibt, als ich bisher gesehen hatte. Das kommt halt davon, wenn man mit der bahn vorbeirauscht. Mal sehen, ob ich es noch schaffe, den Rest zu ergänzen.

Der Bus kam dann früher als erwartet, fast hätte ich ihn noch verpasst. Kann auch sein, dass meine Uhr etwas nachgeht. Auf jeden Fall hatte ich insgesamt den Eindruck, dass wir fast ein bisschen schneller als mit der Bahn sind, das kann aber auch täuschen. Die Straßen waren zudem sehr leer. Auffällig war nur, wie fertig die Straße ist, was man im Bus durch die vielen Stöße viel deutlicher merkt als in der Straßenbahn.
Bisher kann ich mich also nicht beklagen aber im Laufe des Jahres wird es sicher noch viel Gelegenheit dazu geben ;-)

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Plakat der FDP gegen Gleisumbau

Plakat der FDP gegen Gleisumbau

Ich hatte ja hier schon zweimal was zum geplanten Gleisumbau auf der Bautzner (Land)Straße geschrieben [1,2] – jetzt springt die FDP den Anwohnern der Straße bei, mit einem hübschen kleinen Schüttelreim. Echte kleine Pöten. Ist das eigentlich außerhalb des Wahlkampfes erlaubt? Also nicht das Dichten, sondern das Plakate aufhängen?

Ergänzung:

“Die gesamte Dresdner Verkehrspolitik wird von den Verkehrsbetrieben gemacht und damit einem einzigen Verkehrsträger untergeordnet. Und der informiert noch nicht mal ausreichend, stehen Bauarbeiten wie jetzt auf der Bautzner Straße und der Bautzner Landstraße bevor.”
Diese Formulierung findet sich in der heutigen DNN. Zwar wird in den nächsten beiden Sätzen klar, von dem diese Aussage kommt, nämlich von der FDP und dort namentlich vom allseits beliebten Holger Zastrow aber doch wirkt das Ganze als wäre dies ein journalistisch sauber eruierter, unumstößlicher Fakt, schließlich fehlt im Artikel (anders als bei mir) jede Kennzeichnung als persönliche Meinungsäußerung. Ein besonders schönes Beispiel manipulativer unabhängiger Berichterstattung…

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Seit einiger Zeit bewegt das Thema des Gleisumbaus schon die Anwohner der B6 vor allem auf dem Weißen Adler und in Bühlau. Einer der Kritikpunkte der Anwohner war, dass sie nicht über die Maßnahme informiert wurden waren. Da soll nun Abhilfe geschaffen werden. Am nächsten Donnerstag lädt die DVB zu einer Einwohnerversammlung ein, bei der die „Maßnahme vorgestellt“ werden soll. Zitat: „Die Veranstaltung dient dem Ziel, die vorgesehenen Gleisbauarbeiten in der Bautzner Straße und der Bautzner Landstraße sowie die zu erwartenden Folgen für Anlieger und auf den Verkehrsfluss gemeinsam mit den Einwohnerinnen und Einwohnern zu erörtern und deren Vorschläge und Anregungen aufzunehmen. Diese werden anschließend im Stadtrat behandelt.“ Kann man nur hoffen,dass auch jemand von der Stadt anwesend ist, der sich gleich noch zum Komplex Straßensanierung Ja oder nein äußert.

Das wird sicher eine lustige, sehr stimmungsvolle Veranstaltung. Garantiert besser als Kino und völlig kostenlos! Meine Veranstaltungsempfehlung für nächste Woche lautet also:

Einwohnerversammlung zum Umbau der Straßenbahngleise im Zuge der B 6 – Bautzner Straße und Bautzner Landstraße – durch die Dresdner Verkehrsbetriebe AG

Wann: Donnerstag, 14. Februar 2013, 18 bis 20 Uhr
Wo: Großer Ballsaal im Parkhotel Weißer Hirsch, Bautzner Landstraße 7, 01234 Dresden

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