Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

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Kunst muss nicht jeder verstehen

Als ich heute morgen am Ullersdorfer Platz mal wieder die Gelegenheit wahr nahm, das Titelbild der MoPo zu inspizieren, hat es mich fast umgehauen. Da steht doch tatsächlich zum gestern beschriebenen Kunstwerk “Trichter”:

MoPo Klokino

Für all die Schwachmaten, die das jetzt toll finden, hier noch mal ein Zitat aus dem Artikel in „art“: “Gerne wurde auch mit der vermeintlichen Verschwendung von Steuergeldern argumentiert. Dabei kam ein Großteil der Mittel direkt von dem Großinvestor ECE, dem Erbauer der nahegelegenen Einkaufsmeile ‚Altmarktgalerie’ – als gesetzlich festgesetzter Anteil aus dem Budget von Hochbaumaßnahmen im Stadtraum.“

Wenn sich da irgendein Politiker – wer ist der Kasper eigentlich und in welcher bescheuerten Partei ist er? – profilieren muss, dann ist das seine Sache. Dass eine Zeitung das Thema auf Krawall bürstet und auf die Titelseite nimmt, dann ist das traurig aber nicht zu verhindern, spricht aber Bände über die geistige Lage in dieser Stadt. Geärgert habe ich mich über die Kommentare zum Artikel des geschätzten Blogger-Kollegen Frank. In seinem Beitrag wird auch deutlich, dass aufgrund welcher Schwierigkeiten auch immer, die eigentliche Idee nicht funktioniert. So hat man wieder einmal eine Sache nachträglich kaputt gemacht. Klasse!

Diese Art Pogromstimmung gegen moderne Kunst geht mir mächtig auf den Senkel. Ich verstehe auch nicht alles und mir gefällt Vieles nicht, aber darauf kommt es nun wirklich nicht an: Es gab einen Wettbewerb, es wurde ein Siegerentwurf gekürt und das Teil wurde, wenn auch mit allerhand Hindernissen, letztendlich gebaut. Hallo Kollegen: That’s democracy! Ihr könnt natürlich auch gern eine Volksentscheid durchführen. Mal sehen, was dabei herauskommt…

Ich bin dafür, dass in Dresden wieder Perücken eingeführt werden, Hofbälle haben wir ja schon. Die ganze Stadt wird mit Putten vollgestopft, feiste Engelein an jedem Haus, neben jeder Parkbank und auf jedem Turm. Dazu läuft überall Barockmusik und wer am tiefsten katzbuckeln kann, der wird Minister. Oh Dresden, Du holde Stadt am Elbstrome…

PS: Sonst freut sich doch der gemeine Dresdner eine zweites Loch in den A…, wenn seine Stadt ins rechte Licht gerückt wird. Offensichtlich haben die meisten noch nicht gehört oder begriffen, worum es Franka Hörnschemeyer ging. Dazu nochmal die “art”: “Bereits im 19. Jahrhundert erkannten die damaligen Stadtplaner, dass Bakterien oder Krankheitserreger die Stadt weit mehr gefährden als berittene Horden und sonstige äußere Feinde. Die alten Festungsanlagen wurden geschleift, und man investierte nunmehr in eine für damalige Verhältnisse hochmoderne Kanalisation. Hörnschemeyers unterirdisches Sichtfenster zeigt die alten, noch immer funktionstüchtigen Kanäle, die sich die Stadt ab 1870 leistete, entworfen von findigen Ingenieuren, die über Fließgeschwindigkeiten und Schachtquerschnitte nachsannen…”

Hier noch der Zieschong zum Thema:

Posted 2 months ago.

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Und du bist raus…

Dynamo darf nächstes Jahr nicht im Pokal spielen

„Was juckt es die Eiche, wenn sich die Sau dran scheuert“, musste ich denken, als ich die PM der Grünen heute las. „Strafe für Dynamo ist zu hart und kontraproduktiv“ kritisieren die Dresdner Grünen das Urteil des DFB gegen Dynamo Dresden, die im nächsten Jahr nicht am DFB-Pokal teilnehmen dürfen. Klar, von Politikern darf man schon erwarten, dass sie sich zu einem Thema von allgemeinem Interesse äußern aber machen wir uns nichts vor: Interessieren wird diese Meinungsäußerung die mächtigen Fußballfunktionäre einen Fliegenschiss. Da wird es auch nichts nützen, wenn die gesammelte Stadtspitze sich erregt.
Der DFB will am ungeliebten Ostverein ein Exempel statuieren und das macht er dann auch. Unabhängig davon, ob das tatsächlich gerechtfertigt ist oder nicht. Trotzdem sollten die Fans endlich mal kapieren, dass Dynamo nicht im luftleeren Raum agiert. Und wenn man immer wieder die Regeln bricht, muss man mit den Konsequenzen leben. Der DFB sitzt nun mal am längeren Hebel, denn der Verband bestimmt, wer mitspielen darf. Ich würde mir wünschen, dass der Verein endlich nur noch mit sportlichen Erfolgen Schlagzeilen macht. In der nächsten Saison wird er im Pokal keine Chance dazu haben. Das ist (nicht nur finanziell) ganz großer Mist…

:-(

Posted 2 months, 2 weeks ago.

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Jagd auf den „Problem-Behr“

Über die gelegentlichen Vorwürfe gegen den Ortsvorsteher von Schönfeld-Weißig, Hans-Jürgen Behr, hatte ich schon geschrieben. Momentan werden wieder solche Vorwürfe laut, die Grüne Stadtratsfraktion will eine rechtliche Prüfung zu angeblichen Eigeninteressen und Täuschungsmanövern Behrs einleiten. Die Dienstaufsicht soll sich mit dem Politiker, den die Grünen zum Problem-Behr befördern, befassen. Diesmal geht es um den Bau einer Kita in Weißig.

Hier der Wortlaut der PM “Dienst-Aufsicht muss sich mit „Problem-Behr“ beschäftigen”:

Die skandalösen Vorgänge um die Rolle des Ortsvorstehers von Schönfeld-Weißig Hans-Jürgen Behr beim Bau einer Kita ist eine Sache für die Dienstaufsicht. Die GRÜNEN im Dresdner Stadtrat werden seine Vernebelungstaktik gegenüber dem Ortschaftsrat und der Verwaltung einer rechtlichen Prüfung unterziehen lassen. Die Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN Stadtratsfraktion Christiane Filius-Jehne, in deren Wahlkreis der „Hochland-Behr sein Unwesen treibt“, hat von den Dauerskandalen des „CDU-Fürsten“ die Nase voll: „Seit Februar des vergangenen Jahres führt Behr seinen Ortschaftsrat samt Verwaltung der Landeshauptstadt Dresden am Nasenring durch die politische Arena. Zum wiederholten Mal verquickt er unverdrossen private und öffentliche Interessen. Ihm fehlt dabei jegliches Gefühl für Regeln, die ein öffentliches Amt mit sich bringt. Vielleicht versteht er ja die Sprache der Justiz!“

In der 8. Sitzung des Ortschaftsrates am 15. März 2010 ließ Behr die Leiterin des Eigenbetriebs Kindertageseinrichtungen die Fortschreibung des Fachplanes Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege für das Schuljahr 2010/2011 vortragen. Am 9. August 2010 wurde es in der 12. Sitzung des Ortschaftsrates konkret. Dort trug Frau Bibas vor, dass für Anmietung und Betreiben einer neu einzurichtenden Kindertagesstätte auf dem Grundstück Hauptstraße 4 in Weißig, 60 Krippen und 72 Kindergartenplätze vorgesehen seien. Der Mietpreis betrage 7,75€ Kaltmiete und 4,00€ für die Nebenflächen. Schon Mitte 2011 könne mit dem Einzug gerechnet werden. Als Anbieter/Vermieter/Eigentümer wurde die Österreich Haus- und Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG mit Sitz in Berlin genannt. Der Eigentümer würde den Umbau bezahlen. Damit ein geeigneter Träger der zukünftigen Einrichtung bestimmt werden könne, würde der Eigenbetrieb eine Ausschreibung durchführen.
Behr hatte damals den Tagesordnungspunkt zur Erörterung gebracht und trotz seiner Befangenheit mitgestimmt. Den Ortschaftsräten war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt, dass Behr selbst die Verträge als Bevollmächtigter unterzeichnet hatte. Dies war erst im Bauausschuss des Stadtrates aufgefallen. Die Abstimmung musste daraufhin wiederholt werden. Doch damit noch nicht genug. Jetzt wurde bekannt, dass Behr nicht nur als Bevollmächtigter des Bauträgers fungierte, sondern sogar Eigentümer des Grundstückes ist. Die Verwaltung hatte deshalb in dieser Woche angekündigt, den geschlossenen Vertrag zu kündigen.

Die Grüne Ortschaftsrätin Manuela Schott wertet das Vorgehen des als „klares Täuschungsmanöver“, was schon dadurch zum Ausdruck gekommen sei, dass bei der ersten Abstimmung den Ortschaftsräten die Unterlagen ohne Unterschrift vorgelegt wurden. Schott empfindet das Verhalten Behrs inzwischen als Last für die Ortschaft Schönfeld-Weißig. „Man kann nie sicher sein, welche wirtschaftlichen Interessen Behrs sich hinter so manchen Vorlagen verbergen.“ Daher hat sie in der jüngsten Ortschaftsratssitzung verlangt, dass Behr die Karten offen auf den Tisch legt. „Behr muss sich entscheiden, ob er sich weiterhin wirtschaftlich engagieren oder die öffentlichen Belange seiner Ortschaft als Ortsvorsteher vertreten will.“

Außerdem ist durch das Verhalten Behrs der Ortschaft schon jetzt ein erheblicher Schaden entstanden. Der Bau der benötigten Kita wird sich weiter verzögern.

Problem-Bären sind laut Wikipedia übrigens solche, die „ problematische Verhaltensweisen zeigen, deren Schwere jedoch noch keinen Abschuss des Tieres rechtfertigt.“ Mit anderen Worten: Auch wenn das Wortspiel lustig ist, so hätten die Grünen Behr zum Risiko-Behr erklären müssen, wenn sie ihn abschießen wollen…

Posted 2 months, 3 weeks ago.

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Mit Verlaub, Sie sind ein A….

Nein, ich habe heute morgen Joschka Fischers berühmten Satz nicht benutzt aber er hätte mein Empfinden ganz gut ausgedrückt. Was war passiert? Irgendwo auf meinem Arbeitsweg stieg eine ältere Frau (Omi) mit zwei kleinen Kinder in den Bus – das Ganze muss man sich jetzt als Hörspiel vorstellen, da ich mich nicht umgedreht habe, um das Elend zu beobachten.

Die Kinder sind natürlich wie alle Kinder in den Bus gestürzt und wollten gleich – möglichst in verschiedene Richtungen – sich einen tollen Platz suchen. Da aber direkt gegenüber der Tür was frei war, griff Omi ein und eines der Kinder am Arm, dass darauf hörbar Schmerzen hatte und zerrte es zum vorgesehenen Sitz. Schon da herrschte Oma ihre Enkel in einem absolut lieblos-gereizten Ton an. Nun bin ich sowieso ein Freund von „das macht man so“ – wenn also Erwachsene Schutzbefohlenen ihre Weltsicht als einzig wahre aufdrücken aber andererseits haben sie die Verantwortung und auch irgendwo das Recht, ihre Anschauungen bei den Kleinen zu verankern. Ich habe auch schon „antiautoritäre“ Situationen erlebt, in denen das Kind Eltern oder Großeltern auf der Nase herumtanzt und die nicht in der Lage sind, ihm / ihr Grenzen zu setzen. Ist auch nicht fein aber diese Gefahr war bei Omi nicht gegeben. Sie war offensichtlich überfordert und unfähig der Lage ohne (körperliche und verbale) Gewalt Herr zu werden.
Die Kinder hatten sich trotz der Rüffelung schnell gefangen und waren wieder fröhlich und fingen an zu singen. Woraufhin Omi sie wieder in einem absolut unmöglichen Ton maßregelte, sie sollten doch still sein etc. Nachdem ein paar mal so gegangen war, fing ich dann an zu schniefen – der typische alte, vor sich hinbrabbelnde Sack halt – weil sich meine Wut über die Omi immer mehr steigerte. Als die dann bei entsprechender Gelegenheit ihre Kleinen wieder ankeifte, sie sollen ruhig sein, weil es den Mann – gemeint war ich – störe, platze mir dann der Kragen: „Sie gehen mir auf die Nerven! Lassen Sie endlich die Kinder in Ruhe!“, fauchte ich die „Dame“ an, die dann ihrerseits irgendwas von sich gab, dass ich mir nicht gemerkt habe. Zwar stieg das Trio dann noch in die Bahn um, ich habe aber versucht, Abstand zu gewinnen, nicht weil ich mich schämte, sondern weil ich eine Eskalation vermeiden wollte. Die Omi war dann auffällig ruhig.

Normalerweise mische ich mich nicht in die Erziehung anderer ein aber das war mir dann doch einen Zacken zu scharf. Solch eine militante Abrichtung zu guten, angepassten Mitmenschen kann ich nicht ertragen. Wenigstens Kinder sollten die Freiräume haben, ein wenig außer der „Norm“ zu agieren. Wobei dieses still-verbiesterte aus-dem-Fenster-Starren und andere-Menschen-übersehen wahrscheinlich nur in Deutschland als Normalzustand betrachtet wird. Das höchste Gut hierzulande scheint mir immer noch die „Ruhe“ zu sein.

Ach, lasst mich doch in Ruhe…

Posted 3 months, 3 weeks ago.

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