Vor einiger Zeit hatte ich ehrlich empört hier eine Petition der Grünen zur geplanten Ausgliederung von Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet am Loschwitzer Elbufer gepostet. Daraufhin gab es Kommentare u.a. von einem ortsansässigen FDP-Vertreter, der die Petition als Schmarrn bezeichnete, weil der Stadtrat die Ausgliederung schon längst beschlossen hätte. Da war es wieder mein Problem, das mich häufig dazu bringt, überhaupt nichts zu tun. Denn um sich eine fundierte Meinung zu bilden oder gar eine Entscheidung zu treffen, braucht man vernünftige und vor allem richtige Informationen. Bloggerkollege Frank hat in seinem Beitrag zu obigem Sachverhalt auf eindrucksvolle Weise nachgewiesen, wie schwierig es ist, an dieses Wissen überhaupt heranzukommen. Mein Dank und meine Hochachtung gebührt ihm für seine Ausdauer, mit der er letztendlich doch zu einem Ergebnis gekommen ist. Danke! Seine Schlussfolgerung teile ich 100 Prozent: „Wenn man als Bürger bei jeder Petition und ähnlichen Dingen immer erst so ewig nachhaken muss – na schönen Dank!“ Hinzufügen möchte ich: Wenn die Politik den interessierten Bürger hinhält und verschaukelt, muss sich niemand über „Politikverdrossenheit“ wundern. Aber vielleicht ist das auch der Sinn hinter solchen Aktionen. Wenn sich der Pöbel nicht einmischt, können wir das machen, wozu wir Lust haben.
Wenn zwei Parteien (jetzt nicht unbedingt im Sinne der politischen Parteien gemeint) etwas Gegensätzliches erzählen, ist nur eins klar: eine Seite lügt. Mit dieser Tatsache habe ich immer so meine Probleme. Wenn sich, wie im vorliegenden Fall die Fakten nicht nachprüfen lassen, dann wird’s bitter. Mir ist es einmal passiert, dass ich ein Stück wertvolle Technik verborgt hatte, das dann bei Wiedererhalt beschädigt war. Als „Täter“ in Frage kamen nur zwei Leute, die sich gegenseitig bezichtigten, Schuld zu sein. Einen unbeteiligten Zeugen gab es nicht. Was macht man in solch einer Situation?
Dass ich diesmal auf der richtigen Seite stand und die mir sympathischen Grünen richtig lagen, wenn sie auch mit einigen Weglassungen dem Gesamtbild eine ihnen genehme Tendenz verpassten, ist mir da nur ein kleiner Trost…
So, hier gibt’s noch den Link zur Online-Petition zum Erhalt des Landschaftsschutzgebietes. Würde mch freuen, wenn Ihr unterschreibt…
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Von einem Brandanschlag auf die „Praxis“ in Löbtau hatte ich bereits vor einigen Tagen gehört. Jetzt hat es noch einen weiteren Anschlag, diesmal auf die Bewohner des antifaschistischen Wohnprojektes auf der Robert-Matzke-Straße gegeben. Glücklicherweise gab es nur Sachschäden, Menschen wurden nicht verletzt.
In Löbtau durfte ich anlässlich eines Konzertbesuches selbst erleben, welch feindliche Stimmung gegenüber den Bewohnern des Hauses herrschte. Das Gebäude liegt an einer großen Straße und immer wieder fuhren seltsame Gestalten vorbei, die die Anwohner und ihre Gäste „unter die Lupe“ nahmen. Irgendwie war selbst mir als Besucher schnell bewusst, dass man hier quasi auf dem Pulverfass sitzt. Solch ein alternatives Wohnprojekt schien Manchem ein Dorn im Auge zu sein.
Auch wenn wir in Dresden, anders als z.B. im Hoyerswerda der frühen 1990er Jahre relativ ruhig leben, scheint das rechtsextreme Fußvolk wieder mobil zu machen. Denn dass die Anschläge einen anderen als den politischen Hintergrund haben, kann ich kaum glauben. Auch wenn manch „braver Bürger“ angesichts solcher „Vorfälle“ sich freudig die Hände reiben dürfte, weil ihm die bunten Gestalten in seiner Nachbarschaft nicht passen; zu einem Brandanschlag, bei dem es Tote geben kann, lässt sich eigentlich keiner von diesen Leuten hinreißen – dazu braucht es ein bestimmtes extremistisches Potential. Der Weg der Wahl ist dann wohl eher eine Klage oder eine Beschwerde.
Wie auch immer man weltanschaulich steht – Brandanschläge sind definitiv kein Mittel zur politischen Auseinandersetzung. Hier muss man die Dinge so benennen, wie sie sind: Ein Brandanschlag auf ein bewohntes Haus ist ein Mordversuch! Die Täter müssen so schnell wie möglich identifiziert und mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft werden. Andernfalls signalisiert man ihnen, dass ihre Tat gar nicht so schlimm ist. Das ist die „beste“ Motivation für weitere, ähnliche Handlungen und irgendwann stirbt dabei ein Mensch…
Posted 1 week, 5 days ago. 4 comments
Nicht nur Dynamo fabriziert „Dank“ seiner aktionsfreudigen „Fans“ immer wieder traurige Schlagzeilen, auch andere Fußballvereine der Landeshauptstadt bleiben von solchen Störenfrieden nicht verschont. Jetzt gab es „Mische“ beim Spiel zwischen dem Dresdner SC und Post Dresden: „Die Auftaktpartie des Dresdner Sportclub gegen den Post SV Dresden wurde beim Stand von 2:0 … in der 55. Minute abgebrochen. Zuvor hatten etwa 15 Vermummte von außerhalb die Tribüne gestürmt und wollten die Transparente der DSC-Fans entwenden. Der sofort einschreitende Ordnungsdienst konnte dies verhindern. Nach dem Eintreffen der Polizei wollte der Schiedsrichter die Partie wieder anpfeifen, doch die Spieler des Post SV sahen ihre Sicherheit gefährdet und ließen das Spiel abbrechen. Die Entscheidung über den Spielausgang wird nun das Sportgericht treffen…“
(Quelle DSC Aktuell)
Seit langem haben sich die Randalierer die niederen Spielklassen für ihre Aktivitäten ausgesucht, nicht nur in Dresden. Aufgrund des geringeren Budgets der Clubs sind die Sicherheitsmaßnahmen meist nicht ganz so scharf, so dass mehr „Spielraum“ für die Randalierer bleibt. „Die Übergriffe vom Wochenende zeigen deutlich, dass auch in und um Dresden die Gewalt in den unteren Ligen ein Problem darstellt… Die Polizei ist zum Teil unterbesetzt und die Politik zeigt andererseits wenig Interesse daran zu verhindern, dass Stätten des Sports zu rechtsfreien Räumen verkommen. Es ist einzig und allein dem beherzten Eingreifen des Ordnungsdienstes und dem couragierten Auftreten der DSC-Fans zu verdanken, dass niemand ernsthaft verletzt wurde“, erklärt der Georg Wehse von der Linksjugend in seiner Pressemitteilung. So kann man es natürlich auch sehen.
Die Frage ist nur, wie man das Problem lösen will. Massive Polizeieinsätze kosten Geld und wirklich effektiv ist das wohl auch nicht. Ehrlich gesagt, empfinde ich diese Einsätze auch als Belastung für die Anwohner. Ich kann mich erinnern, dass mal das kleine Stadion in Laubegast regelrecht eingekesselt war, weil es irgendein Pokalspiel gab. Man konnte sich nicht mehr entspannt in seiner Umgebung bewegen, weil alles voller Polizeifahrzeuge stand. Das hat für mich immer so was bürgerkriegsartiges und da stehe ich echt nicht drauf…
Ein breites Bündnis aus Initiativen, Vereinen und Fraktionen startet Petition für die Bewahrung der Elblandschaft
Hier mal wieder eine aus meiner Sicht interessante Mitteilung ohne Kommentar…
„Parken in Blasewitz und Loschwitz ist ein Dammbruch“
Gemeinsam mit Vereinen und Verbänden starten die Stadtratsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD und DIE LINKE zum Elbhangfest eine Unterschriftenaktion gegen die Zerstörung des Landschaftsschutzgebietes am Elbufer.
Denn das Landschaftsschutzgebiet ist bedroht! Es gibt derzeit Bestrebungen, im Loschwitzer Bereich einen dauerhaften Parkplatz am Elbufer einzurichten und das derzeit praktizierte Parken am Blasewitzer Ufer zu legalisieren. Beides setzt voraus, dass die Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert und „parkfest“ – also versiegelt – werden.
Die Fraktionssprecherin der GRÜNEN Fraktion Christiane Filius-Jehne erklärt zu den Zielen der Petition: „Wir wollen dieses Landschaftsschutzgebiet in seiner Gänze erhalten. Wir wollen das Ballspiel, das Bierchen, den Biber und die Blumen nicht Blech, Beton und Autolärm opfern. Jede Ausgliederung aus diesem Schutzgebiet ist ein Dammbruch, der letztlich zu einer allmählichen Zerstückelung und damit zu einer Zerstörung des Landschaftsschutzgebietes und des Kulturraums führt. Wer an einer Uferstelle Parkplätze schafft, kann sie in anderen Uferbereichen nicht ablehnen.“
In dem Aufruf heißt es ferner: „In Dresden vereinen sich Landschaft und Architektur zu einer Kulturlandschaft von einzigartiger Schönheit. Der Kulturraum Dresdner Elbtal ist über Jahrhunderte gewachsen und begeistert immer wieder Touristen und Einheimische. Altstadt, historische Villenquartiere, Dorfkerne, Wald- und Grünflächen, Parks und Gärten, landwirtschaftliche Flächen und Weinanbau bilden diese Einheit innerhalb des städtischen Raumes.“
„Die Elbwiesen prägen das Bild unserer Stadt,“ so Andre Schollbach Vorsitzender der Stadtratsfraktion DIE LINKE.
Der Fraktionsvorsitzende der SPD Dr. Peter Lame: „Für die Dresdner und ihre Gäste sind die Elbwiesen ein Ort, an dem man Seele, Geist und Körper auftanken, an dem man Dresden begreifen kann – mitten in der Stadt und doch Großstadtlärm und -Hektik entrückt.“
Hintergrund:
Aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes, der Erhaltung und Sicherung des charakteristischen und einzigartigen Stadt- und Landschaftsbildes und der Entwicklung von Naherholungspotentialen wurde 1996 das Landschaftsschutzgebiet LSG 6 “Dresdner Elbwiesen und -altarme” ausgewiesen, das im Stadtgebiet Dresden den Fluss selbst, dessen Auen und die im Wesentlichen baufrei gehaltenen Teile der Niederterasseterrasse, der Flutrinne, des Ostrageheges und des alten Elbarmes zwischen Tolkewitz und Zschieren umfasst.
Die Initiative wird unterstützt von den Stadtratsfraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN SPD-Fraktion, Fraktion DIE LINKE, Grüne Liga Dresden/Oberes Elbtal e.V., Dresdner Erben e.V., BUND Kreisgruppe Dresden , NABU Regionalverband Meissen-Dresden, Gäa e.V./Vereinigung ökologischer Landbau, Entwicklungsforum Dresden e.V.,, Fachbereich Naturschutz und Landschaftsgestaltung im Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.
ENTWURF DER PETITION
Posted 2 months, 1 week ago. 4 comments