Beim Durchstöbern alter Fotos bin ich auf diese Fundstück gestoßen und ich habe mich entschlossen, das Bild noch vor Jahresende zu veröffentlichen, zwecks Jubiläums:

drewag1913

Die Tafel befindet sich an einem alten Strommast am Weg zwischen Rockau und der Keppgrundmühle. Leider konnte ich auf der DREWAG-Seite nichts zur Geschichte des Unternehmens finden, ob also die DREWAG von heute aus der hier verewigten hervorgegangen ist. Stimmt das, was in der Wikipedia steht, dann ist es ein anderes Unternehmen. Allerdings wird in der Onlineenzyklopädie ein Buch von Dietrich Exner: “Geschichte und Geschichten ums Dresdner Gas – 175 Jahre öffentliche Gasversorgung 1828–2003″ referiert, so dass es auch schon vor 1930 eine Drewag gegeben haben könnte.

Die Meldung des Tages!

Dresdner Waldschlößchenbrücke wird am 24./25. August mit Brückenfest eröffnet

Nun ist es scheinbar doch so weit. Die Stadt verkündet offiziell die Eröffnung der WSB. Schade, dass ich an diesem historischen Tag nicht in der Stadt sein werde…

Hier die Meldung zum “Brückenfest

PS: Mindestens genauso sensationell und fast übersehen:

Prager Carree ist verkauft – Beurkundung erfolgt
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Heute, 19. Juni, haben die Landeshauptstadt Dresden und die REVITALIS REAL ESTATE AG den Kaufvertrag zum Erwerb des Grundstücks am Hauptbahnhof notariell beurkundet. Damit konnten die Verkaufsbemühungen der Stadt endlich zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden, nachdem in der Vergangenheit bereits geplante Veräußerungen u. a. durch das Jahrhunderthochwasser 2002 und die Finanzkrise 2008 gescheitert waren.

In diesem Jahr feiert olle Richi Wagner seinen 200sten Geburtstag und der alte Meister wird allerorten gefeiert; selbstverständlich auch in Dresden. Und das nicht nur, weil Wagner ein großer deutscher Komponist war, sondern auch, weil er eine direkte Verbindung zur Stadt hat. Sicher werden zahlreiche Fans des bedeutenden Komponisten die Gelegenheit nutzen und einen kulturellen Kurzurlaub in Dresden machen, um an einer der Veranstaltungen zum Festjahr teilzunehmen.

Wagner – Ein bewegtes Leben

Geboren wurde Wilhelm Richard Wagner, so der vollständige Name des Herren, zwar in Leipzig, einen Teil seiner Kindheit und Jugend verbrachte er aber in der sächsischen Landeshauptstadt, wo er die Kreuzschule besuchte.
In Leipzig studierte Richard Wagner ab 1831 Musik, dann war er in verschiedenen Stellungen in Würzburg, Bad Lauchstädt, Magdeburg, Königsberg, Riga und ab 1843 wieder in Dresden als Königlich-Sächsischer Kapellmeister an der Hofoper tätig. Zuvor hatte Wagner versucht, in Paris Fuß zu fassen, was ihm aber nicht so recht gelungen war. In der französischen Hauptstadt kam der junge Komponist allerdings mit allerhand revolutionären Ideen in Berührung, was dazu führte, dass Wagner im Frühjahr 1849 am Dresdner Maiaufstand teilnahm.
Die der Deutschen bürgerlichen Revolution von 1848/49 zugeordneten Volksunruhen, an denen sich neben Wagner und Gottfried Semper u.a. auch der russische Revolutionär Michael Bakunin beteiligte, wurden von preußischen und sächsischen Truppen niedergeschlagen. Wagner und seine Kampfgefährten mussten fliehen, die Aufständigen wurden steckbrieflich gesucht. Eine Teilamnestie des sächsischen Königs Johann im Jahr 1860 ermöglichte es Wagner, sich auch wieder in seinem Geburtsland frei zu bewegen. Nach Dresden hat es den Meister allerdings nicht wieder gezogen. Über die Schweiz, Weimar, London, Paris und Wien gelangte Wagner nach München, wo der junge König Ludwig der II. sein Mäzen wurde. Doch auch hier musste der Komponist wieder seine Stellung räumen, weil sein aufwändiger, verschwenderischer Lebensstil die Bevölkerung verärgerte. Dieses Leben über die Verhältnisse war auch mehr als einmal der Grund dafür, dass Wagner einen Ortswechsel vornehmen musste. So entzog er sich den Forderungen seiner Gläubiger.
Letztendlich „landete“ Wagner in Bayreuth, das mit „Grünem Hügel“ und Festspielhaus noch heute das Zentrum der Wagner-Anhänger ist.

Überall Wagner

Umstritten ist Wagner, den die einen für ein Genie, die anderen für ein „Pumpgenie“ hielten, nicht nur wegen seines künstlerischen Werkes (was wohl normal ist), sondern auch wegen seiner antisemitischen Einstellung. Kein Wunder das Adolf Hitler, den die Musik Wagners begeisterte, auch die Ansichten des Komponisten gut hieß und die Nazis Wagners Werk mit Freuden vereinnahmten. Als jemand, der sowieso kein gesteigertes Interesse an klassischer Musik hat, ist dies für mich ein weiterer Grund, mich dem Wagner-Hype zu verweigern. Regelrecht geärgert habe ich mich darüber, dass das diesjährige Wave-Gotik-Treffen den Komponisten ins Logo aufgenommen hat. Sicher, es gibt Bands, die sich in ihrem Bombast auf Wagner beziehen, Laibach ist sicher eine der bekanntesten davon. Aber ich sehe nicht ein, wozu das Untergrund-Festival auf den Wagner-Zug aufspringen muss. Aber das ist nur ein echtes Randgruppenproblem.

Erwähnen möchte ich noch, dass es im Liebethaler Grund ein fettes Wagner-Denkmal gibt und nicht zu vergessen, das Wagner-Museum in Graupa. Das Denkmal habe ich schon oft besichtigt, weil dort ein schöner Wanderweg entlang führt, im Museum war ich noch nicht. Ich nehme mir einfach die Freiheit, Richard Wagner zu ignorieren. Zumindest soweit mir das möglich ist.

Am Wochenende kommt mich das erste Mal mein Cousin besuchen. Er ist ein ganzes Stück jünger als ich und, wenn ich ihn richtig einschätze, eher der ruhige Typ, der nicht allzu viel Anschluss daheim hat. Zur Szenedisko muss ich ihn nicht mitschleppen, da ist zu erwarten, dass er damit nichts anfangen kann. Sightseeing ist wiederum nicht so mein Ding, zumal ich nicht weiß, welche Sehenswürdigkeiten in Dresden ihn interessieren würden.

Da haben wir ja zum Glück so einiges im Angebot, vom klassischen Touri-Rundgang durch die Altstadt, über eher Special Interest Sachen wie das Hygiene- und Militärmuseum bis hin zur „city that never sleeps“-Neustadt. Mals schauen, was ihn interessiert. Am Ende beliben wir bei uns oben auf dem Berg, schließlich soll das Ganze ja nicht in Stress ausarten. Vielleicht gehen wir ja auch noch eine Runde ums „Karree“, vorausgesetzt das Wetter spielt mit, schließlich haben wir ja auch Sehenswertes im Hochland, wie den schönen Helfenberger Park, das Schloß Schönfeld oder, wenn’s nicht ganz so weit sein soll, den Blick von der Agneshöhe. Irgendwas wird mir da schon einfallen.

Etwas schwierig gestaltet sich die Tatsache, dass auch ein befreundetes Paar sein Kommen angesagt hat. Leider habe ich nicht die Zeit für endlose Privataudienzen. Also werden dann wohl zwei ziemlich unterschiedliche Welten aufeinander prallen, denn mit meinem Freund unterhalte ich mich zum Teil recht hitzig über Musik, Politik und Kirche – Themen, die meinen Cousin wohl nicht so super interessieren. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht so genau, was ihn überhaupt interessiert, denn wir sehen uns recht selten. Ich bin zugegebenermaßen kein vorbildlicher Familienmensch und gehöre nicht zu denen, die in der Freizeit immer mit ihrer Sippe zusammenhängen und sich ständig gegenseitig besuchen. In Dresden lebe ich tatsächlich eher recht abgeschieden vom Rest. Das scheint aber für die meisten kein allzu großes Problem darzustellen. Weder bekomme ich großartig Einladungen, noch schaut tatsächlich mal jemand vorbei. Zwar habe ich auch Onkel und Tante hier aber die leben am anderen Ende der Stadt. Meist trifft man sich zwei, drei Mal im Jahr. Ist eigentlich seltsam…

Im vergangenen Jahr hatte ich schoin einmal drauf hingewiesen, dieses Jahr gibt es wieder ein „Voting“ für den „Sound Of Dresden“. Ich finde das Ganze optisch und funktional richtig gut gemacht. Eine übersichtliche Seite mit allen Informationen und Links, viel besser kann man’s eigentlich nicht machen.

Musikalisch finde ich das Ganze OK. Nach meiner nicht sehr repräsentativen Meinung ist jetzt nicht der Brüller dabei aber es gibt auch keine wirklich schlechten Stücke bei den zwölf zur Auswahl stehenden. Hier mal meine Wertungen:

Elisa Weiß 3
Offbeat Foundation 5
Sofia 3
CousCous 4
No King No Crown 3
Rany 4
Stilbruch 2
Envivo 4
Simplistic 2
Spun 2
Naked Hands 3
Smokings 2

Ich hätte also die Offbeat Foundation gewählt, Konjunktiv deswegen, weil ich trotz Anmeldung nicht abstimmen konnte. Keine Ahnung, ob das nur mein Problem ist…

Achso, wegen der Punkte: Ich hätte durchaus als Optimum 8 oder 10 vergeben, so toll war dann aber nun doch nichts. Hier ein (Nicht-Dresdner) Kandidat für zehn Punkte, nur mal so zur Eichung…

Freunde, die nicht mehr hier leben haben mich gefragt, was zum Jahreswechsel so kulturell in der Stadt passiert und ich konnte nur mit den Schultern zucken. Ich bin nicht da, also habe ich mich nicht damit beschäftigt, sonst ärgere ich mich nur. Das Angebot wird wir immer groß sein aber ein bisschen muss man sich schon auskennen. Wer als Gast hierher kommt, der wird Vieles gar nicht bemerken.
Dresden gilt ja gemeinhin als Kulturstadt und auch wenn es sicherlich das eine oder andere am Kulturverständnis hier zu kritisieren gibt, völlig falsch ist die Einschätzung auf keinen Fall. Zur etwas einseitigen Sicht auf die Stadt hat sicher auch das Marketing beigetragen, dass sich sehr auf die bekannten Objekte fokussiert. Im Netz finden sich immer wieder Seiten die für die Kulturreise Dresden Frauenkirche, Semperoper, Schinkelwache, Taschenbergpalais, Zwinger, Brühlscher Terrasse und Residenzschloss aufzählen, viel mehr kommt dann meist nicht mehr. Mit Museumsnacht, „vielen Festen“ und der Neustadt ist man hier schon ein kleines bisschen weiter aber im Großen und Ganzen entspricht das schon dem Standard. Das macht einfach die Masse der Berichte aus und so muss sich niemand wundern, wenn alle immer nur durchs barocke Stadtzentrum rennen.
Wie gesagt: Ich bin ja nun diesmal „zwischen den Jahren“ (eigentlich hasse ich diesen Ausdruck, denn zwischen den Jahren ist kein Platz!) nicht im Lande, ein wenig habe ich mich schon darüber geärgert, denn es gibt gleich zwei interessante Ausstellungen, die ich mir anschauen würde: „Stalingrad“ im Militärhistorischen Museum und „Orient und Okzident“ im Schloss mit den Schätzen aus dem Moskauer Kreml. An den Wochenenden da reinzurennen, habe ich meist keine Lust, deshalb wäre das Jahresende eigentlich eine gute Zeit. Mal sehen, ob ich wenigstens nach „Stalingrad“ schaffe.
Ansonsten bediene ich mich an den Tagen an denen ich hier und nicht bei der Verwandtschaft bin, der üblichen Zeitvertreibe, zu denen selbstverständlich auch das Konzert von „Die Art“ in der Groovestation gehört. Das ist Pflicht! Wobei mir einfällt, dass ich mir vielleicht besser vorab ein paar Karten besorgen sollte…

Schon vor einiger Zeit ist mir aufgefallen, dass sich im ehemaligen Kino Metropolis etwas tut. Ich hatte zwar gehofft, dass hier bald wieder Filme gezeigt werden aber vor ein paar Tagen konnte ich dann die Lösung des Rätsels sehen: Die Dresdner Philharmonie zieht hier ein. Vielleicht stand das ja schon in den lokalen Zeitungen aber da ich die Wurstblätter sowieso nicht lese, ist mir das bisher entgangen. Die Pressemitteilung auf der Seite der Philharmonie ist etwa eine Woche alt, dort steht zu lesen, dass es sich um Proberäume handelt und das Ganze als Interimslösung bis September 2015 gedacht ist.

Philharmonie

Der Eingang des Metropolis. Deutlich zu erkennen: Hier war mal ein Kino.
Gute Idee, die Plakatkästen so zu nutzen.

Keine schlechte Idee, wie ich finde, besonders wenn man bedenkt, dass dort eine kommerzielle Einrichtung, die auf Besucherverkehr angewiesen ist, so schnell nicht nicht wieder Fuß fassen dürfte. Soweit ich mich erinnere, war es ja genau das Problem des Metropolis, dass die Zuschauer Dank der never-ending Baustelle WSB wegblieben..

Passend zur Erkenntnis, was denn nun im Metropolis passiert, fand ich heute bei der Stadt die Stellenausschreibung für die / den Intendantin/Intendant der Dresdner Philharmonie. Die Stelle ist allerdings erst zum 1. Januar 2015 zu besetzen.

Heute Abend hat der Film “Come Together – Dresden und der 13. Februar” seine Dresden-Premiere in der Schauburg. Leider kann ich nicht hingehen, wegen keine Zeit, aber ich werde sehen, dass ich mir das Ganze noch anschauen kann. Über Kommentare und Eindrücke zum Film, von denn, die ihn schon in Augenschein genommen haben, würde ich mich freuen…

Einen kleinen Ausblick gibt es auf der Seite der Regisseurin Barbara Lubich.