In diesem Jahr feiert olle Richi Wagner seinen 200sten Geburtstag und der alte Meister wird allerorten gefeiert; selbstverständlich auch in Dresden. Und das nicht nur, weil Wagner ein großer deutscher Komponist war, sondern auch, weil er eine direkte Verbindung zur Stadt hat. Sicher werden zahlreiche Fans des bedeutenden Komponisten die Gelegenheit nutzen und einen kulturellen Kurzurlaub in Dresden machen, um an einer der Veranstaltungen zum Festjahr teilzunehmen.
Wagner – Ein bewegtes Leben
Geboren wurde Wilhelm Richard Wagner, so der vollständige Name des Herren, zwar in Leipzig, einen Teil seiner Kindheit und Jugend verbrachte er aber in der sächsischen Landeshauptstadt, wo er die Kreuzschule besuchte.
In Leipzig studierte Richard Wagner ab 1831 Musik, dann war er in verschiedenen Stellungen in Würzburg, Bad Lauchstädt, Magdeburg, Königsberg, Riga und ab 1843 wieder in Dresden als Königlich-Sächsischer Kapellmeister an der Hofoper tätig. Zuvor hatte Wagner versucht, in Paris Fuß zu fassen, was ihm aber nicht so recht gelungen war. In der französischen Hauptstadt kam der junge Komponist allerdings mit allerhand revolutionären Ideen in Berührung, was dazu führte, dass Wagner im Frühjahr 1849 am Dresdner Maiaufstand teilnahm.
Die der Deutschen bürgerlichen Revolution von 1848/49 zugeordneten Volksunruhen, an denen sich neben Wagner und Gottfried Semper u.a. auch der russische Revolutionär Michael Bakunin beteiligte, wurden von preußischen und sächsischen Truppen niedergeschlagen. Wagner und seine Kampfgefährten mussten fliehen, die Aufständigen wurden steckbrieflich gesucht. Eine Teilamnestie des sächsischen Königs Johann im Jahr 1860 ermöglichte es Wagner, sich auch wieder in seinem Geburtsland frei zu bewegen. Nach Dresden hat es den Meister allerdings nicht wieder gezogen. Über die Schweiz, Weimar, London, Paris und Wien gelangte Wagner nach München, wo der junge König Ludwig der II. sein Mäzen wurde. Doch auch hier musste der Komponist wieder seine Stellung räumen, weil sein aufwändiger, verschwenderischer Lebensstil die Bevölkerung verärgerte. Dieses Leben über die Verhältnisse war auch mehr als einmal der Grund dafür, dass Wagner einen Ortswechsel vornehmen musste. So entzog er sich den Forderungen seiner Gläubiger.
Letztendlich „landete“ Wagner in Bayreuth, das mit „Grünem Hügel“ und Festspielhaus noch heute das Zentrum der Wagner-Anhänger ist.
Überall Wagner
Umstritten ist Wagner, den die einen für ein Genie, die anderen für ein „Pumpgenie“ hielten, nicht nur wegen seines künstlerischen Werkes (was wohl normal ist), sondern auch wegen seiner antisemitischen Einstellung. Kein Wunder das Adolf Hitler, den die Musik Wagners begeisterte, auch die Ansichten des Komponisten gut hieß und die Nazis Wagners Werk mit Freuden vereinnahmten. Als jemand, der sowieso kein gesteigertes Interesse an klassischer Musik hat, ist dies für mich ein weiterer Grund, mich dem Wagner-Hype zu verweigern. Regelrecht geärgert habe ich mich darüber, dass das diesjährige Wave-Gotik-Treffen den Komponisten ins Logo aufgenommen hat. Sicher, es gibt Bands, die sich in ihrem Bombast auf Wagner beziehen, Laibach ist sicher eine der bekanntesten davon. Aber ich sehe nicht ein, wozu das Untergrund-Festival auf den Wagner-Zug aufspringen muss. Aber das ist nur ein echtes Randgruppenproblem.
Erwähnen möchte ich noch, dass es im Liebethaler Grund ein fettes Wagner-Denkmal gibt und nicht zu vergessen, das Wagner-Museum in Graupa. Das Denkmal habe ich schon oft besichtigt, weil dort ein schöner Wanderweg entlang führt, im Museum war ich noch nicht. Ich nehme mir einfach die Freiheit, Richard Wagner zu ignorieren. Zumindest soweit mir das möglich ist.




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