Derzeit ist wohl schon Sommerloch. Als ich heute beim Bäcker mein Mittagessen einnahm, stolperte ich quasi optisch über das Aufmacherbild der MoPo. Darauf ein böse dreinblickender Kleingärtner mit geschändeten Hortensien. Die würden angeblich von bösen, bösen Drogenabhängigen in der Pfeife geraucht, weil sie eine ähnliche Wirkung hätten wie Cannabis. Angeblich wäre der Hortensienklau auch kein Einzelfall, sondern ein regelrechtes Massenphänomen. Und ein kleiner deutscher Gärtner durfte seinen Widerstandswillen kund tun und sagen, dass er seine Hortensien verteidigen würde.
Manchmal fragt man sich wirklich, was da in den Köpfen der journalistischen Elite vorgeht. Vor allem unbedarfte „Kinder“ dürfte nun nachschlagen, wie Hortensien, für die sie sich noch nie interessiert haben, aussehen. Hoffentlich tun sie das in der Wikipedia, denn dort ist unter „Verwendung als Droge“ zu lesen: „In Teilen der Cannabisszene kursiert immer wieder das Gerücht, bestimmte Teile der Pflanze würden beim Rauchen eine cannabisartige Wirkung entfalten. Wissenschaftlich ist dies nicht belegt. Es sind keine psychoaktiven Substanzen der Pflanze bekannt… Die von einigen Rauchern empfundene Wirkung wird von Wissenschaftlern eher auf einen Placebo-Effekt und/oder eine Zellvergiftung zurück geführt.
Tatsächlich entsteht beim Rauchen hochgiftige Blausäure, die zu Vergiftungen bis zum Tode führen kann. Daher ist vor dem Rauchen der Pflanze abzuraten.“
Ehrlich gesagt, finde ich solch eine Berichterstattung skandalös, weil sie ähnlich einer selbsterfüllenden Prophezeiung genau dazu führen wird, dass einige nicht so helle Zeitgenossen nun erkunden werden, ob das Rauchen der Hortensie nicht doch eine berauschende Wirkung zeigt. Hoffen wir, dass dieser Test für sie folgenlos bleibt, mal abgesehen vielleicht von einem ordentlichen Durchfall oder Übergeben…
Wer wirklich etwas über Drogen wissen will, der schaue z.B. bei Drugcom.de nach. Auf die MoPo würde ich mich lieber nicht verlassen…
Das Wetter schlägt ja derzeit einige Haken, mal ist es drückend heiß und schwül-warm, dann wieder trotz strahlendem Sonnenschein kühl. Gestern hatte ich die Gelegenheit aus dem Fenster sogar einen kurzen Schneefall zu filmen:
Ja Leute, richtig – Ihr lasst Euch nicht veräppeln! Das ist selbstverständlich kein Schnee sondern ein Blütenblattsturm, ausgelöst durch heftigen Wind, kurz bevor es regnete. Ganz so kalt war es dann doch nicht :-)
Bei der Fahrt durch die Dresdner Heide (nicht mit dem Auto, von denen leider allerhand in der Heide rumkurven) sondern mit dem Fahrrad sehe ich immer diverses Getier. Vor allem matürlich Vögel: Eichelhäher, Buchfinken… und gestern morgen sogar mal einen Specht. Nun wusste ich nicht sicher, was für einer das ist; ich dachte, der Buntspecht ist der mit dem roten Helm. Stimmt aber nicht, wie man sehr schön in diesem pdf-”Papier” über Spechte nachlesen kann. Buntspechte haben einen schwarzen Kopfputz und einen roten Bürzel. So, nun wissen wir’s. In unseren Wäldern habe ich aber auch schon Schwarz- und Grünspechte gesehen. Nur Wendehälse (auch eine Spechtart) scheinen nach dem Ende der DDR verschwunden zu sein… :-)
Die Ausstellung „REFLEXZONEN“ von Detlef Schweiger und Frank Herrmann im Palais Großer Garten Dresden zeigt vom 6. März bis 3. April 2011 raumbezogene Installationen und Objekte, deren Gemeinsamkeit auf der Fähigkeit beruht, Lichtreflexe auf unserer Netzhaut hervorzurufen.
Neben den kinetischen Objekten von Frank Herrmann, bei denen Spiegel, Licht und Wasser zum Einsatz kommen, werden entsorgte Datenträger in Form von CDs/DVDs von Detlef Schweiger in neuen Flächenformationen präsentiert.
In der Mischung aus Tages- und Kunstlicht schafft sich der Besucher durch Bewegung und Veränderungen der Perspektiven zu den spiegelnden Oberflächen seine eigenen optischen Reflexe. Vielfältige Reflexe teils in den Spektralfarben entstehen z.B. durch tausende CD-Silberlinge, die im Festsaal einen dichten Teppich bilden.
Reflexe und Reflektionen ganz anderer Art lösen die Millionen nicht mehr gebrauchter Daten aus, die hier gleichsam mit den bildnerisch recycelten Datenträgern uneinsehbar ausgebreitet Schatten auf das gegenwärtige Informationszeitalter wie voraus ins angenommene Digital Dark Age werfen.
Der barocke Ausstellungsort bietet mit seinen umlaufenden großen Fensterfronten nicht nur die nötige Tageslichtmenge, sondern reflektiert mit dieser Ausstellung zeitgenössischer Kunst auch auf die Erscheinungen barocker Spiegelsääle und spannt wie diese einst ein breites Erlebnisfeld von der Irritation bis zur Faszination.
Am Eröffnungsvormittag kommt es außerdem zu „SOUND_reflexionen“ besonderer Art: Der Multielektroniker und SARDH-Frontmann Balog trifft mit seinen kalten Spiegelsoundflächen auf die schneidenden E-Gitarrenspitzen des aus der Dresdner Improvisations- und Jazz-Szene kommenden Gitarristen Max Loeb.
Eröffnung: Sonntag 6. März 11Uhr
Begrüßung: Frau Dr. Andrea Dietrich, Leiterin Schlösser und Gärten Dresden
Einführung: Herr Jörg Sperling, Kustos Museum Dieselkraftwerk Cottbus
SOUND_reflexion: Balog – Electronics, Max Loeb – E-Gitarre
Gefördert von der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalpflege,
und von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden
Mit freundlicher Unterstützung von Schlösser und Gärten Dresden,
Förderverein Palais Großer Garten e.V., Bürgerstiftung Dresden,
Veranstaltungstechnik Kressmann, Gerüstbau Hein, joe lehmann grafix.