Da ich normalerweise Mittags hier im Gelände essen gehe, darf ich immer wieder beobachten, dass es leider Menschen gibt, die sich ihr Essen „zum Mitnehmen“ verpacken lassen. Zum Teil bezahlen Sie dafür sogar extra Geld. Während ich ein gewisses Verständnis für dieses Vorgehen habe, bei denen die von weiter herkommen, regt mich das bei den anderen auf. Die meisten, die hier zum Mittag auf Nahrungssuche sind, sind per pedes unterwegs, also nur wenige Minuten von ihrem Arbeitsplatz entfernt. Nun ist nicht unbedingt jede der gastronomischen Einrichtungen so supertoll, dass man da unbedingt essen muss aber es ist für ich nicht nachvollziehbar, wenn ich die Einpackleute sehe, die direkt vor der Tür alles wieder auspacken und dann z.B. auf der Bank draußen essen oder gleich im Nebeneingang ins Büro gehen. Der Müll landet dann so oder so im Papierkorb und das ist meist ordentlich viel. Dabei sind die meisten hier Stammgäste und könnten auch einen Teller mitnehmen (von mir aus gegen Pfand) oder gleich vor Ort essen. Die gleiche Unsitte mit dem Kaffee, wo statt einer normalen Tasse ein Pappbecher mit Plastedeckel verwendet wird.
Ich bin sicher auch kein sonderlich vorbildlicher Mensch aber wenigstens merke ich noch, was ich mache. Nach dem Einkaufen – leider gehe ich halt auch noch viel zu oft in den Supermarkt – ärgere ich mich immer über die ganzen Plastverpackungen, Folien etc. Viele andere Menschen scheinen das aber für völlig normal zu halten. Nicht mal da, wo sich der Mist mit minimalem Aufwand vermeiden ließe, bemühen sie sich. Im Gegenteil, es wird eher immer schlimmer. Am Montag habe ich auf arte ein Spezial zum Konsumverhalten gesehen und da ging es unter anderem um diesen widerlichen Kapselkaffee. Einfach nur gruslig, wie viel Abfall da für eine Tasse Kaffee produziert wird. Und alle machen mit, weil’s grad hip ist und alle sind ja solche Kaffeeexperten, die genau wissen, wie cremig die Brühe sein muss und welche Geschmacksrichtungen ein besonderer Genuss sind. Ich könnte kotzen…
Ich weiß, es hilft nichts, mit dem Finger auf die anderen zu zeigen, man muss selbst etwas tun, wenn’s auch nur kleine Schritte sind. Beim Essen bleibe ich eigentlich immer vor Ort auch weil ich lieber von echtem Geschirr und mit richtigem Besteck esse, als vom Kunststoffinventar. Beim Gulaschkanonenmann habe ich mir jetzt auch angewöhnt, meinen „Außer-Haus“-Joghurtbecher wieder mitzubringen, um nicht jedes Mal eine Plasteschüssel einzusauen. Ist zwar nicht ideal, weil diese Teile sauber zu machen, ist auch ein Graus – die Suppe klebt regelrecht am Plaste – aber besser als das Ganze jedesmal zu verschwenden. Vielleicht sollte ich mir einfach mal eine Essschüssel mitnehmen und einen Löffel. Wäre sicher klüger und besser für die Umwelt…
Alles so schön einfach. Eigentlich sollte man den Leuten die Pfoten spitzhacken…




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