Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

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Wildnis in der Stadt

Gestern Abend haben wir die Glotze einfach mal ausgelassen und sind bei dem schönen Wetter noch eine Runde gelaufen. Der Weg führte uns durch den Zachen- und Wachwitzgrund zur Elbe, wo wir dieses tolle Kreuzfahrtschiff sahen. Das muss ich unbedingt auch mal ausprobieren, wobei ich eigentlich gehofft hatte, dass das Schiff bis Hamburg durchfährt…


Kreuzfahrt

Der Aufstieg nach Pappritz sollte dann über die Moosleite erfolgen, doch entscheiden wir uns, vom herkömmlichen Weg abzuweichen. Linkerhand führte ein offensichtlich gerade erst freigelegter Trampelpfad erst über und dann entlang des fast vollständig ausgetrockneten Bachs. Wir folgten dem Pfad und das sollte sich als ein echtes Abenteuer herausstellen. Erst einmal sahen wir große Ansammlungen von metallischen Gegenständen. Ich wollte mich gerade über diese Schweinerei aufregen, da sahen wir, dass die Haufen mit einem Schild gekennzeichnet waren:


wird beräumt

Schön, dass sich jemand darum kümmert. Nur frage ich mich, warum die Leute unbedingt ihre Küchenutensilien in den Wald werfen müssen. Und warum ausgerechnet Töpfe in dieser großen Zahl?
Umso weiter wir dem Bach bergaufwärts folgten, umso steiler wurden die Wände. Nach einer Weile kamen wir uns wie in einem richtigen Canyon vor. Irgendwann war dann jedoch mit der noch recht beschaulichen Wanderung Schluss, denn um uns erhoben sich drei steile Wände und wir hatten nur noch die Wahl, den Rückzug anzutreten oder an einer dieser Seiten hinaufzusteigen. Wir entscheiden uns für die letztere Option, kletterten dabei aber seitlich zum Weg zurück, da wir auch nicht wussten, was uns voraus erwartete. Ein sehr beschwerliches Unterfangen, denn der Boden rutschte uns unter den Füßen weg. Letztendlich gelang uns der Aufstieg zur Moosleite dann doch und wir waren wieder in der Zivilisation angekommen. Es ist schon immer wieder erstaunlich wie „wild“ die Natur nur wenige Meter von den ausgetretenen Pfaden sein kann…

PS: Im Wachwitzgrund gibt es übrigens echte Dachhasen:


Dachhasen

Posted 1 month, 3 weeks ago.

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Glück gehabt, Storch gesehen

Folgende Aufnahmen habe ich heute auf dem Feld zwischen Gönnsdorf und Pappritz gemacht. Das Geräusch im Hintergrund kommt von den Autos der Behinderten, die meinen, die Straße sei eine Rennstrecke. Den Storch hat’s aber nicht gestört…


Posted 1 month, 3 weeks ago.

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Und am Sonntag…?

Haben wir es also geschafft und die Vorrunde überstanden. Also nicht wir oder ich, sondern die deutsche Fußballnationalmannschaft. Klar, dass ich mir am Mittwochabend das Spiel angesehen habe. Sogar meine Frau konnte ich begeistern, sich die zweite Halbzeit daheim vor dem Fernseher mit mir in Augenschein zu nehmen. Ganz das Flair beim Public Viewing hatte das natürlich nicht. Aber der Schillergarten, in dem ich mich mit Arbeitskollegen treffen wollte, war schon zwei Stunden vorab überfüllt…
Seltsamerweise fühlte ich mich in vielen Szenen an frühere Nationalmannschaften erinnert. Wie auch schon z.B. 1990 war das Spiel über weite Strecken etwas hölzern. Und die deutschen Spieler standen sich quasi oft selbst im Weg. Klar, man ist technisch wesentlich besser geworden, kann auch auf engstem Raum mit dem Ball agieren und weite Pässe schlagen. „Typisch deutsch“ ist jedoch noch immer die Angst vor der eigenen Courage. Irgendwie schiebt man sich lieber stundenlang ohne Raumgewinn gegenseitig den Ball zu, anstelle selbst mal was zu versuchen. In anderen Mannschaften ist häufig das Gegenteil der Fall – da versucht es jeder Spieler auf eigene Kappe (und scheitert auch).

„Elf Freunde sollt Ihr sein!“, hieß es früher mal (Ich habe unter Freundschaftssprüche nachgeschaut, ob es da nicht was passendes dazu gibt aber leider ist das nicht der Fall. Da ist man mit der Texterstellung wohl nicht hinterhergekommen…) – von dem Ideal hat man sich wohl schon vor einiger Zeit verabschiedet. Das beste Beispiel für diese These waren bei dieser WM die Franzosen. Weiß da eigentlich Jemand, was da nun genau dahinter steckt? Für unsere Nachbarn ist es ja regelrecht eine nationale Katastrophe…
Insofern gibt es nichts am deutschen Team zu kritisieren, man zeigt sich geschlossen. Das wird gegen die Engländer auch unbedingt notwendig sein. Zwar haben die Insulaner bis auf das letzte Spiel noch nicht allzu viel Großes vollbracht aber gegen Deutschland werden sie sich sicher richtig anstrengen. Ich überlege nur, wo ich diesmal hingehe, um mir das Spiel anzusehen. Die richtige Idee habe ich noch nicht. Die naheliegendsten Loccations fallen weg – da ist Elbhangfest…

Hier noch ein hübsches kleines Bonmot zum Spiel:
Als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 England im Elfmeterschießen schlug, meinte Kanzler Kohl, dass er sich freue, dass es den Deutschen gelungen sei, die Briten in ihrem Nationalsport zu schlagen. Seine Amtskollegin Margaret Thatcher soll laut Überlieferung mit den Worten gekontert haben: „Richten Sie ihm aus, dass wir die Deutschen in diesem Jahrhundert schon zweimal in ihrem Nationalsport besiegt haben.”

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Posted 2 months, 2 weeks ago.

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Wandern, Steuern, Psychologie

Das Wochenende bin ich nicht zum Schreiben gekommen, da war einfach zu viel los. Freitag hatten wir einen Freund zu Besuch, der uns wieder einmal geschildert hat, wie es bei ihm daheim in Gera ausschaut. Als Psychologe hat er vielleicht ein wenig zu sehr den düsteren Blick auf den Ort aber wirklich gut scheint es da nur wenigen Leuten zu gehen. Alkoholismus, Drogensucht, Sinnkrisen etc. Sehr deprimierend.
Samstag haben wir am Nachmittag das schöne Wetter genutzt und ein paar Biergärten im Dresdner Süden abgeklappert, in Leubnitz, Nickern und auf der Struppener Straße. Natürlich haben wir nicht überall Bier getrunken, sonst wären wir nicht mehr nach Hause gekommen. Am beeindruckendsten unterwegs waren am Rande von Prohlis die wieder begrünten Flächen, auf denen einst Platten bauten standen. Nur die Straßen sind dort noch erhalten geblieben.
Die Struppener Straße liegt in Meusslitz / Zschieren, also fast schon nicht mehr in Dresden. Als wir auf Wohnungssuche waren, hatten wir uns da draußen mal umgeschaut aber das war uns dann doch ein Stück zu verlassen und die Verbindungen mit dem ÖPNV sind alles andere als gut. Andere Menschen scheint das wenig zu stören, den parallel zur Straße waren auf dem einen Feld zwei Gräben ausgehoben – höchstwahrscheinlich für die Medien späterer Einfamilienhäuser. Da fällt mir nur ein Zitat von Anne Clark ein: „Outside the cancerous city spreads like an illness“ (Sleeper in Metropolis). Jetzt gibt es noch Landwirtschaft da, wer weiß, wie es in hundert Jahren aussieht…
Geht man die Struppener Straße immer weiter ostwärts, gelangt man auf den Elberadweg. Wir sind dann zurück Richtung Fähre in Pillnitz, wo wir im kleinen Birkenwäldchen auf eine Gruppe seltsamer Jugendlicher trafen. Der Führer hätte wahrhaft seien Freude an den scharf gescheitelten und beglatzten Schwachmaten gehabt. Zwar haben sie uns in Ruhe gelassen, so ganz egal war es mir aber nicht, da vorbei zu marschieren, schließlich war auch Alkohol im Spiel.
Abends war ich dann noch in der Scheune, doch die Party war ein echter Reinfall. Gäste Fehlanzeige. Überhaupt war die Neustadt unverhältnismäßig leer, weil alle Lena beim Gewinnen zuschauen mussten.
Nachdem ich am Sonntag dann meine Steuer erledigt hatte – ich hasse diesen Kram aus tiefsten Herzen, weshalb ich es auch immer rauszögere, bis es nicht mehr geht – war ich dann noch mal abends bei Freunden. Auf dem Heimweg fiel mir dann die stadtauswärtige Bushaltestelle an der Grundstraße auf, die von irgendwelchen Volldeppen komplett entglast worden ist. Ich frage mich immer, was in diesen Köpfen vorgeht. Wahrscheinlich einfach nur NICHTS.

PS: Habe vorhin noch eine lustige Veralberung des Waldschlösschenbrückenthemas gefunden in Rolf Schreiters Blog. Technisch extrem aufwändig gemacht!

Posted 3 months, 1 week ago.

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