Nun ist der schöne Frühling erst einmal wieder dahin und das Fahrrad bleibt daheim stehen. Bei den Straßenverhältnissen habe ich keine Lust mich auf den Drahtesel zu schwingen. Naja, es ist ja gerade erst Anfang März und vielleicht sieht es bald schon wieder anders aus. Der Wettertrend sagt allerdings, dass es die nächste Zeit nicht wirklich besser wird. Ich hab mir jetzt erst mal eine Wochenkarte gekauft und werde die abfahren. Die DVB freut’s bestimmt aber mir fehlt schon jetzt die körperliche Herausforderung
Nein, ganz im Ernst, der Aufstieg nach Gönnsdorf ist eine ganz schön heftige Angelegenheit aber als Schreibtischtäter tut mir dieser Ausgleich wirklich gut.
Ich war gestern noch einen Weile im Hechtviertel und hab mir da die neue Bodega angeschaut. Das „Don Quixote“ ist wirklich sehr empfehlenswert, denn da gibt es z.B. keine Standardplärre sondern leckeres Lößnitz Bier aus Coswig und natürlich viel spanischen Wein, Tapas und Paella.
Nach Hause musste ich dann im Schneetreiben fahren. Um ehrlich zu sein, hatte ich schon auf Höhe der Elbschlösser genug aber ich hab trotzdem durchgehalten. Dank Bier (nur ein Glas, Herr Oberwachtelmeister!) und pilzigen Tapas. Daheim angekommen durfte ich noch meine Miez begraben. Am Grab haben wir dann mit den Nachbarn Glühwein getrunken und abends durfte ich dann mit der Frau, die das Ganze extrem mitnimmt, über den Sinn des Lebens diskutieren. Verrückte Welt…
Posted 6 days, 3 hours ago. Add a comment
Mit dem Beginn des Montas März habe ich mich nun auf mein neues Rad geschwungen und lege nun den Weg von Zuhause zur Arbeit und zurück Dank Muskelkraft zurück. Gestern war also die Premiere. Für den Hinweg wählte ich die Strecke über Staffelsteinstraße, Pillnitzer Landstraße, Körnerweg. Zum ersten Teil ist zu sagen: eine echte Schussfahrt, die mit fortschreitender Dauer einfach die Bremsen ruiniert. Die Fahrt auf der Pillnitzer Landstraße ist lebensgefährlich. Zweimal sind Autos nach dem Überholvorgang ganz knapp vor mir eingeschert. Wahnsinn! Na und über den Körnerweg brauchen wir gar nicht zu reden! Eine Katastrophe für die Technik und das Rückgrat. Warum dieses Stück nicht endlich einmal ausgebaut wird? Ist wahrscheinlich nicht so wichtig, dass die Leute vernünftig von Loschwitz in die Neustadt kommen? Und wen das Kopfsteinpflaster stört, der kann ja (Achtung Ironie!) über die Schillerstraße fahren…
Um es kurz zu machen – ich werde diesen Weg nicht mehr benutzen, ebenso wenig wie den Rückweg. Da bin ich erst bis zur Plattleite auf dem stadteinwärts rechten Fußweg – weil ich grade auf der Seite war – gefahren; ohne Abzusteigen (ich gebe zu, ich bin ein bissel stolz auf mich!). Das ging eigentlich ganz gut, nur atmet man am Rande der B6 mehr Abgase als Sauerstoff ein. Ist also besonders mit dem Anspruch etwas für die Gesundheit zu tun, keine ernst zunehmende Option.
Vom Streckenprofil ist der Weg entlang der B6 ganz schön heftig. Einmal auf dem Weißen Hirsch angelangt hat man das Schlimmste hinter sich; die Steigung von der Mordgrundbrücke an ist mörderisch. Richtig schlimm war dann aber der Aufstieg an der Quohrener Straße. Da war ich einige Male kurz davor, abzusteigen aber ich habe durchgehalten. Und: Ich habe die ganze Strecke in knapp mehr als einer halben Stunde geschafft. Keine schlechte Leistung!
Heute habe ich es dann auf anderem Wege versucht. Der ganz dicke Brocken, der Berg nach Gönnsdorf hat mich zwar gefordert aber mittlerweile habe ich mich ja fast dran gewöhnt (schön wär’s
) Dann geht es erst einmal abwärts zum Ullersdorfer Platz und von dort aus ein kleines Stück Richtung des Namensgebenden Nachbarortes. Danach bog ich nach links in den Heidemühlenweg ab und folgte der Verlängerung (alte Zwei bzw. Z auf der Wanderkarte). In der Nähe der Forstbaumschule endet der Weg und verzweigt sich nach rechts bzw. links. An dieser Stelle heißt es ein Stück nach links zu fahren (HG-Weg, Richtung Weißer Adler), um nach kurzer Zeit auf das Doppel-E abzubiegen. Dem musste ich dann nur noch folgen, um am Parkplatz an der Fischhausstraße herauszukommen. Die letzten Meter zum Waldschlösschen fuhr ich dann auf der verhältnismäßig leeren Straße.
Die Strecke in der Heide ist zumindest auf den von mir befahrenen Hauptwegen eisfrei und über weite Strecken viel ebener als die meisten Straßen zur Zeit. Schlaglöcher gibt es keine und nur an einer Stelle war der Waldboden von Forstfahrzeugen zerfahren. Der Parkplatz an der Fischhausstraße ist das holprigste Stück der die meiste Zeit leicht abwärts führenden Strecke, die ich am Abend selbstverständlich in die entgegengesetzte Richtung befahren habe. Die Wege waren ziemlich aufgeweicht und von Holz-LKWs zerfahren. Da kamen mir manche Steigungen wesentlich heftiger vor. Welche Wunder? Nicht erspart geblieben ist mir auch der Aufstieg nach Quohren. Das war diesmal eine Nummer zu hart und ich hab auf halbe Höhe Luft geholt. Als ich dann in Quohren auf dem Berg war, wurde es schlagartig kalt, noch kälter auf dem Weg in den Kessel…
Auf jeden Fall werde ich in nächster Zeit auf dieser Strecke von und zur Arbeit unterwegs sein. Ich freue mich schon aufs Frühjahr und meine ersten Begegnungen mit Rehen, Füchsen und anderem Waldgetier. Bis es soweit ist, genieße ich einfach schon mal die frische Waldluft!
Posted 1 week, 2 days ago. Add a comment
Heut morgen war an der Mordgrundbrücke erst einmal Endstation. Irgendwie hat es einen Unfall gegeben, wahrscheinlich mit “Personenschaden”, wie man so unschön sagt. Gehört oder gesehen habe ich nichts – ich werde das Ganze mal im Netz verfolgen. Als ich die Straße abwärts Richtung Arbeitsplatz lief, kamen mir zwei Polizeiautos und ein Krankenwagen entgegen.
An der Straße langzulaufen ist eine echte Tortur. Wahrscheinlich ist die Luft in Pappritz zu gut, hier direkt an der Verkehrsader habe ich immer Angst zu ersticken. Inversionswetterlage dürfte eigentlich nicht sein, oder? Aber solange jeder mit seinem Auto fährt, ändert sich daran wohl nichts.
An der Fischhausstraße nutzte ich dann die Gelegenheit, mich von der Hauptstraße zu entfernen und bog in die Judeichstraße ein. Das ist noch eine von diesen Ecken, in denen man sieht, wie die Stadt aussah, bevor sie zum Highway mit Siedlungsanschluss verkam. Rechts und links alte Bäume (fürchterlich gestutzt), hübsche Villen und trotz der Nähe zu zwei großen Straßen recht ruhig. Ich glaube, cih gehe hier jetzt öfter mal lang…
Gestern Abend durfte ich aus den Nachrichten des MDR erfahren, dass ich ein Linksextremer bin. Weil ich nicht bei der Mutter Courage von Dresden und ihrer Aktion „Händchen halten gegen Nazis“ mitgemacht habe, sondern unerlaubt auf dem Albertplatz stand, inmitten einer Menge anderer Linksextremer. Die haben nämlich, glaubte man der journalistischen Elite unseres Heimatsenders wieder nur Randale gemacht, während die braven Bürger am anderen Elbufer, weit weg von den bösen Nazis gezeigt haben, wie man’s richtig macht. Man versammelt sich, hört sich eine hübsche Rede an und dann schwärmt man aus, um eine nette Menschenkette zu bilden. Ein paar freundliche Aufnahmen für die Fernsehschaffenden und die Bildjournalisten; alles im Kasten, jetzt dürft ihr nach Hause gehen.
Währenddessen standen die Linksradikalen rechtswidrig mitten auf guten deutschen Straßen und ließen den nationalen Verkehr nicht fließen! Und das in Zeiten der Wirtschaftskrise! Diese Volksschädlinge! Doch die Staatsmedien haben es allen gezeigt: Die Menschenkette hat ein Zeichen gesetzt, das so eindrucksvoll war, dass sich die Neonazis nicht einmal vom Neustädter Bahnhofsvorplatz weggetraut haben! Was sag ich; Helma hat sie fast im Alleingang gestoppt!
Gut, lassen wir die Scherze beiseite. Trotz der für Dresden recht positiven Entwicklung, dass mal alle „gesellschaftlichen Kräfte“ an einem Strang gezogen haben, hat der gestrige Tag wieder einmal sehr schön gezeigt, welch Geist im Königreiche Sachsen regiert. Wer nicht auf der (Elb)-Seite der Herrschenden steht, ist kein guter Bürger. Dieses Bild zu transportieren, war oberstes Anliegen der staatstragenden Medien (ich bin ja gespannt, was morgen DNN und SZ schreiben). Mit fast schon verleumderischer Art wurde alle, die sich dazu entschieden, den Neonazis wirklich Gesicht zu zeigen und nicht nur wie Widerstandskämpfer Emmerlich, Ich-bin-immer-dabei-Güttler und Co. selbstzufrieden in irgendeine Kamera zu salbadern, zu Extremisten und Gewalttätern gestempelt, zu unbelehrbaren Krawalltouristen. Eigentlich sollten alle so Diffamierten eine Sammelbeschwerde wegen Verleumdung anstrengen, sich zumindest aber beim Deutschen Journalistenverband beschweren, um so eine Rüge bzw. eine Richtigstellung zu erwirken.
Dresden kann stolz sein. Aber nicht so sehr wegen der Menschenkette – denn hier wurden die Bürger aus meiner Sicht vorrangig zur Produktion medienwirksamer Stadt-PR missbraucht – sondern wegen all denen, die wagten, zivilen Ungehorsam zu leisten und der Demokratie einen größeren Dienst erwiesen haben, als all die berühmt-berüchtigten Zeichensetzer. Ich will damit nicht diejenigen diffamieren, die sich an der Aktion beteiligt haben und vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben auf die Straße gegangen sind. Lasst Euch nicht entmutigen, das war ein guter Anfang! Beim nächsten Mal traut Ihr Euch dann mehr zu.
Wirklich wütend macht mich der Umgang mit denen, die von vornherein entschlossen waren, sich nicht in die Menschenkette einzureihen. Die sich nicht vom Dreiklang Kriminalisieren-Abschrecken*-Marginalisieren davon abhalten ließen und in Zukunft lassen werden, das zu tun, was sie für richtig halten. Mit friedlichen Mitteln und stellvertretend für die, die die braune Gefahr nicht sehen wollen.
Eine Frage möchte ich zum Abschluss noch stellen: Was wäre eigentlich ohne die Blockade passiert? Dann wären tausende Neonazis durch die Neustadt marschiert. Johlend vermutlich, denn die „Zecken“ hätten sich verstecken und eingestehen müssen, dass die Neustadt nicht ihr Stadtteil ist, ein Stadtteil in dem auch „gesellschaftliche Randexistenzen“ und „Nicht-Arier“ geduldet oder gar willkommen sind. War das die Absicht bzw. positiver Nebeneffekt der Umverlegung der Route? Wenn ja, dürfen sich diejenigen, die sich das ausgedacht haben kaum wundern, dass die Neustädter und diejenigen, für die das „alternativen Szeneviertel“ mehr ist als eine konsumfreudige Partymeile, gegen dieses infame Vorhaben zur Wehr setzten. Überwiegend mit friedlichen Mitteln. Wobei das Umschmeißen und Anbrennen von Mülltonnen – das sei an dieser Stelle auch mal erwähnt – zwar eine ziemliche Dummheit aber keine Gewalt ist, sondern Sachbeschädigung. Für mich gibt es immer noch einen Unterschied zwischen einer eingeschlagenen Scheibe und einem eingeschlagenen Schädel.
* Während der Demo bekam ich eine Blöd-Zeitung in die Hand, in der die tolle Waffe zum Verschießen von Pfefferspraykugeln ausführlich dargestellt und erläutert wurde, mit dem Hinweis, dass die Polizisten sie im Einsatz tragen. Was soll damit bezweckt werden? Für mich ist das eine klare Ansage: Bleibt zu Hause oder Ihr kriegt das Zeug in die Fresse.
Achtung, Linksradikale Bilder! Wer das nicht aushält, der scrolle nicht weiter nach unten.
(Ich habe mich nach einiger Überlegung nun doch entschlossen, die Gesichter auf den Bildern unkenntlich zu machen, auch wenn das jetzt alles wie eine Zombieparade aussieht. Ich möchte nicht, dass der eine oder andere vielleicht Ärger bekommt – und selbt möchte ich natürlich auch keinen Stress. Persönlich finde ich das Ganze total bekloppt, schließlich ging es ja gerade darum, Gesicht zu zeigen.)




















ZUR FREIEN VERWENDUNG:

Und hier noch ein Bild von der Menschenkette (Achtung Satire!):

Hier noch Links zu anderen Einschätzungen des Tages:
Tagesschau
Heise
taz-Ticker von Tage / taz Artikel
Indymedia
classless Kulla
Woschod, das rote Blog
Twitter am 13. Februar
Posted 3 weeks, 4 days ago. 15 comments