Werkstattverfahren – was ist das?
Heute morgen las ich im Newsletter der Landeshauptstadt folgende Meldung:
Informationsveranstaltung zum Werkstattverfahren „Seidnitz/Tolkewitz“
Die Landeshauptstadt Dresden beabsichtigt, ein städtebauliches Werkstattverfahren „Seidnitz/Tolkewitz“ zur Vorbereitung einer Rahmenplanung durchzuführen. In einer öffentlichen Informationsveranstaltung stellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes die Grundlagen sowie die allgemeinen Ziele und Zwecke vor. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 7. Februar, 19 Uhr, im Speisesaal des Unternehmens Elsner Pac Jungpflanzen GbR, Kipsdorfer Straße 146, statt. Außerdem erhalten die Besucherinnen und Besucher Einblicke in die Aufgabenstellung zum Werkstattverfahren und einen Ausblick hinsichtlich dem weiteren Vorgehen. Alle Interessierte sind herzlich eingeladen.
Die Recherche im Internet ergab zum Thema „Werkstattverfahren“ folgende Information:
Im Werkstattverfahren werden mehrere Planungsbüros gleichzeitig beauftragt, ihre Konzepte zu entwickeln und vorzustellen. Das Verfahren wird statt des üblichen Architektenwettbewerbs durchgeführt, wenn die grundsätzlichen Inhalte einer Planungsaufgabe noch mit einem breiten Beteiligtenkreis gefunden werden müssen oder widersprüchliche Interessen in einem offenen Diskussionsverfahren noch zu einem Konsens geführt werden müssen…
An anderer Stelle war zu lesen:
Insbesondere in den Bereichen Stadtplanung und Städtebau kann es unter Umständen sinnvoll sein, nicht(-)anonyme “Werkstattverfahren” (gelegentlich auch „Planungswerkstatt“, „Workshop“ oder „Moderationsverfahren“ genannt) durchzuführen, bei denen die Öffentlichkeit bereits vor oder während des Planungsprozesses eingebunden wird. Die für einen klassischen Wettbewerb erforderliche präzise Aufgabenbeschreibung ist hier häufig nicht möglich. In „Werkstattverfahren“ können nicht nur Lösungen entwickelt, sondern auch über die Aufgabenstellung hinausgehende Fragestellungen aufgeworfen werden. „Werkstattverfahren“ bieten alternative Prozesse an, die die Einbindung von Bürgern in die Diskussion der Auftraggeber mit Fachleuten auf hohem Niveau ermöglichen. So können unter Umständen weitreichendere Lösungen entwickelt werden, als es die vorgefasste Zielsetzung eines klassischen Wettbewerbs zu erbringen vermag.
Teilnehmer und Preisgericht sind dann Berater der Öffentlichkeit, die zuvor noch keine klare Haltung zu dem betreffenden Projekt gefunden hat. Die Bürger, ihre politisch legitimierten Repräsentanten sowie Vertreter unterschiedlichster Interessen haben die Möglichkeit, vor und während des Verfahrens anhand konkreter Lösungsansätze ihre eigene Haltung zu präzisieren. Dieser direkte, ungefilterte Interessenausgleich führt häufig zu einem Konsens, der wegen widersprüchlicher Interessen der Beteiligten zuvor nicht für denkbar gehalten wurde…
Das klingt ja erst einmal vielversprechend. Jetzt muss ich nur noch herausbekommen, was da bisher für Pläne bzw. Vorstellungen existieren. Über eine Info würde ich mich freuen! Vielleicht finde ich ja die Zeit, zu der Veranstaltung zu gehen, höchstwahrscheinlich aber nicht…
PS: Auf der Seite der Stadt gibt es eine (pdf)Broschüre zum Werkstattverfahren Südliche Pirnaische Vorstadt/Robotron

