Dresdner|Rand

Dresden vom Rand her betrachtet.

Arbeitsfrei für ARGE-Chef

In Dresden brennt mal wieder die Luft. OB Orosz suspendiert den Geschäftsführer der ARGE, Dirk Bachmann, und die Opposition wirft ihr vor, dass sie damit ihre Kompetenzen überschreitet. Die Linke formuliert das in ihrer Pressemeldung so: „Die Oberbürgermeisterin hat mit ihrem Vorgehen zentrale Bestimmungen der Sächsischen Gemeindeordnung verletzt. Nach dem Fall um Supermanager Köhler ist dies bereits die zweite bedeutende Personalentscheidung, bei der die Rechte des Stadtrates in grober Weise missachtet worden sind.“ Ehrlich gesagt habe ich keinen Plan, wann und wie solch eine Entscheidung getroffen werden kann und von wem. Aber es würde mich nicht wundern, wenn dieser Vorgang wieder einmal Ausdruck eines präsidialen Führungsstils ist. Michael Schmelich von den Grünen ärgert sich: „Es ist wieder einmal typisch, dass wir als Mitglieder des ARGE-Beirates eher zufällig von dieser wichtigen Personalentscheidung Kenntnis nehmen müssen. Selbst dem Vorsitzenden des Beirates liegen keine Informationen zu den Suspendierungsgründen vor.“ Die CDU hat sich per PM noch nicht zum Thema geäußert. Bisher habe ich auch noch keinerlei Begründung dafür gefunden, warum Herr Bachmann in den Urlaub geschickt wird. Man sollte ja vermuten, dass er sich irgendwas gaaanz Schlimmes zu Schulden kommen lassen hat. Da werd ich heut abend mal genau die Zeitung studieren müssen…
Zum Glück gibt es aber nicht nur schlechte Nachrichten: So war zu erfahren, das die Kiesseen in Dresden-Zschieren nicht verfüllt werden sollen. Das war das erste Mal, dass ich von diesen Plänen hörte und unsereins fragt sich, auf was für Ideen die Leute eigentlich immer kommen, die die Geschicke unserer Stadt steuern…

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Posted in Dresden baut auf and Dresden streitet 6 months, 1 week ago at 12:18. 9 comments

9 Replies

  1. Das ist gerade kein präsidialer Führungsstil. Als »Präsidentin« würde sie ja über solchen Dingen stehen und vorwiegend repräsentieren. Frau Orosz hat eigentlich noch gar keinen Führungsstil gefunden. Sie schwankt zwischen matriarchalen, autoritären und kooperativen Ansätzen;-)

  2. admin Mar 4th 2010

    Du machst mich fertig, weil Du wie immer Recht hast… ;-)

  3. Ist schlimm mit Stefanolix, ich weiß…er hat immer Recht. ;-)

  4. Um die Aufmerksamkeit mal ganz diskret wieder auf das Thema des Artikels zu lenken …;-)
    — was denkt Ihr: warum hat Dresden immer so ein Pech mit der Frau oder dem Mann an der Spitze? Andere Städte scheinen in dieser Beziehung wesentlich mehr Glück zu haben. In Großstädten der alten Bundesländer gab es Oberbürgermeister, die zur Legende wurden …

    Von Herbert Wagner sind vorwiegend seine letzten sieben Jahre in Erinnerung, in denen er einfach nicht aufhören konnte. Ingolf Roßberg bleibt für immer mit seiner ganz speziellen Affäre verbunden. Frau Orosz ist bisher durch eine sehr unprofessionelle Personalpolitik und Führung aufgefallen. Warum kriegen wir nicht endlich mal etwas Besseres?

  5. admin Mar 5th 2010

    Manchmal glaube ich, dass es damit zu tun hat, dass “gewisse Kreise” die ich nicht näher umreißen kann, dafür stecke ich zu wenig drin, sich immer solche eher profillosen Kandidaten suchen, weil die halt leichter zu lenekn sind. Um es etwas konkreter zu machen – ein Herr Köttnitz ist schon so lange dabei – irgendjemand meinte mal zu mir, den gab es auf dem selben Posten schon zu DDR-Zeiten. Ich denke, dass ist die Ebene, auf der man suchen muss…

  6. Hm – schwierig. Ich bin wahrscheinlich noch nicht lange genug in Dresden, um die Frage nach dem Warum in irgendeiner Weise beantworten zu können. Was ich aber “von außerhalb” mitbekommen habe ist, dass sich die Bürger in den umliegenden Landen über diesen Umstand gern lustig machen. Immerhin scheint man dieses “Problem” außerhalb Dresdens schon erkannt zu haben…nur die Dresdner sind entweder so zufrieden wie es ist, oder blind oder beides.

    Wobei – ich habe da doch eine Vermutung. Ich vermute nämlich, dass in Dresden bei Wahlen hautpsächlich die Farbe des Parteibuches entscheidend ist – nicht die Persönlichkeit, die sich um das hohe Amt bei den Wählern bewirbt. Um diese Behauptung zu verifizieren, könnte man doch bei der nächsten Wahl mal den “Rathausmann” als CDU-Kandidat zur Wahl stellen – ich wette, dass dessen Chancen nicht die schlechtesten wären…;-)

    Gut – der Ingolf war von der FDP…Mist…und ich dachte, ich wäre dem Phänomen der unfähigen OberbürgermeisterInnen auf die Schliche gekommen.

  7. @ stefanolix:

    Ich finde gar nicht, das Dresden Pech mit seinen BürgermeisterInnen hat. Ein schlechter Bürgermeister ist langfristig das beste was den Bürgern passieren kann. Schon weil dadurch der Glaube an die Allmacht der weisen Politiker und der Glaube an die eigene Ohnmacht angekratzt wird.

    Und ich, als jemand der zufälligerweise in Dresden lebt, brauche ehrlich gesagt auch keinen Bürgermeister der zur Legende wird. Was ich bräuchte, wäre manchmal ein bisschen mehr Zeit (und vielleicht auch W/Mut) um mich mehr zu engagieren.

    “Warum kriegen wir nicht endlich mal etwas Besseres?” – Ich glaube wir haben noch nicht lieb genug “Bitte” gesagt ;)


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