Am Wochenende zog es mich mal wieder weg aus der Stadt, ein klein wenig weiter diesmal. In London fand ein dreitägiges Festival statt, bei dem ich einfach nicht fehlen durfte. Nachdem ich mich also einmal dafür entschieden hatte, gab es Einiges zu organisieren: Urlaub anmelden (denn das Ereignis ging schon Freitagabend los und dann bis Sonntagnacht), Flug buchen, Unterkunft suchen. Wenn man günstig Urlaub und Reisen buchen und den Preis nicht unnötig in die Höhe treiben will, ist da Einiges an Recherche notwendig.
Flüge buchen ist ja heutzutage Dank verschiedener Vergleichsplattformen keine große Kunst mehr, ob man allerdings immer den günstigsten findet, sei einmal dahin gestellt. Schnell war klar, dass die Preise immer mehr steigen, je länger man wartet, weshalb ich mich dann auch schon etwa anderthalb Monate vorab festlegte. Ein Freund, der später buchte, kam trotzdem besser weg. Die Fallen sind die üblichen: Extrakosten beim Buchen mit Kreditkarte, irgendwelchen versteckten Flughafengebühren, Gepäckbeschränkungen, bei deren Überschreitung zum Teil heftige Extrakosten anfallen. Sicher geht es auch günstiger aber ich fand mit 75€ für Hin- und Rückflug bin ich ganz gut weggekommen. Anbieter war Ryan Air, die allerdings nur London Stanstead anflogen. Das heißt dann neben den anderthalb Stunden Flugzeit ab Berlin – in die Hauptstadt fuhr ich mit dem Berlin Linienbus, der viel billiger als die Deutsche Bahn ist – noch einmal anderthalb Stunden in die City. Zumindest tagsüber, wenn der „traffic jam“t, nachts zurück gibg es ein ganzes Stück schneller. Gekostet hat das Ganze auch nochmal 9 Pfund pro Fahrt.
Eine Bleibe für die Nacht
Einer der größten Kostentreiber im eh schon heftig teuren London ist die Unterkunft. Im Netz findet man zwar zahlreiche Hostels aber da zahlt man schon mal 30 bis 40 Euro pro Nacht im Acht-Mann-Zimmer. Auch sind die meisten dieser Unterkünfte echte Absteigen, was meine eigene Erfahrung bestätigt ebenso wie die Aussagen einiger Freunde, die witzelten, dass in ihrem Hostel seit den 1970ern kein Staub mehr gewischt worden ist. Machen wir uns nichts vor: Der Zustrom an jungen Touristen, die eine billige Bleibe suchen, ist in der Szenemetropole London so groß, dass es die Hostelbetreiber einfach nicht nötig haben, sich allzu sehr anzustrengen. Da mir der Preis zu hoch war und ich unbedingt in Laufnähe der Location etwas finden wollte, um nicht nachts durch die ganze Stadt zu gurken, suchte ich nach Alternativen und fand sie in Form einer Art „Couchsurfing“-Plattform. Das war ein echter Glückstreffer, denn zum einen lag die Wohnung nahe Highgate Cemetary regelrecht im Grünen und zum anderen war die Gastgeberin eine sehr freundliche, patente Frau. Preislich lag ich noch bei unter 30 Euro die Nacht, also kein Grund zum meckern.
Ein bisschen Tourismus muss sein
Selbstverständlich lässt sich ein Besuch in London oder einer anderen Weltstadt nicht absolvieren, ohne wenigstens ein bisschen touristische Pfade zu gehen. Viel weiter als bis zu den Camden Staples, den ehemaligen Pferdeställen, die zu einem alternativen Einkaufspark umgebaut wurden, bin ich allerdings nicht gekommen. Das Festival begann immer recht früh und endete spät, so dass nicht so viel Zeit blieb. War aber auch nicht so schlimm, da ich mich vorab sowieso nicht auf irgend etwas festgelegt hatte, was ich unbedingt sehen wollte. Vor Städtereisen ist es sinnvoll sich wie hier zu informieren, so dass man zumindest ein bisschen weiß, was noch so ansteht außer den typischen Sehenswürdigkeiten, die man in jedem Reiseführer findet. Wie gesagt, ich hatte diesmal keine Lust dazu, auch deshalb nicht, weil mir London ehrlicherweise einfach zu überlaufen ist. Vielleicht ergibt sich in absehbarer Zeit mal wieder die Chance und dann werde ich mir auch was Hübsches ausdenken. Freunde von mir haben z.B. das Grab von William Blake besucht. Sicher nicht die schlechteste Idee…
PS: Große Probleme hatte ich bei der Wiedereingliederung. Wenn man aus einer Stadt wie London kommt, merkt man erst einmal, wie piefig es in Dresden ist. Aber auf der anderen Seite ist Dresden auch wesentlich entspannter. Beides geht wohl nicht zugleich.
PPS: Bei der Suche im Blog habe ich gefunden, dass es mal einen Direktflug Dresden-London gab. Der ist wohl mittlerweile schon wieder eingestellt wurden, oder?

Die gleichen Erfahrungen habe ich letztes Jahr gemacht. Das mit dem Flug geht eigentlich preislich. Allerdings hat die Unterkunft in London so richtig ins Geld gehauen. Für mich ist London nicht nur eine sehr schöne Stadt, sondern auch eine der teuersten Städte in welcher ich war.
Und wie warst Du mit der Qualität der Unterkunft zufrieden? Die ist näcmlich oftmals regelrecht “unterirdisch”.
Die Plattform, über die ich meine Unterkunft besorgt habe, ist übrigens http://www.airbnb.com. Kann ich auf jeden Fall empfehlen.