Dresden vom Rand her betrachtet.
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Gestern bei der spätnachmittäglichen Wanderung hatte ich mal wieder ein Erlebnis der dritten Art. Mit meiner Frau war ich von der Elbe gekommen, um in Altwachwitz die Pillnitzer Landstraße zu überqueren und den Wachwitzgrund aufwärts zu marschieren. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand ein Mann mit seinem vielleicht vier Jahre alten Sohn, der allerdings nicht an seiner Hand ging. Die Straße war soweit ich das einschätzen konnte frei, nur dummerweise konnten wir die Situation nicht wirklich einschätzen. An besagter Stelle macht die Straße einen leichten Bogen, so dass das am Straßenrand stehende Haus die Sicht verdeckt. Zudem ist dort auch noch eine leichte Bergkuppe. Lange Rede, kurzer Sinn, als wir die Straße gerade betreten hatten, kam ein schnittiger, schwarzer Geländewagen die 30er-Zone entlang gebraust und wir mussten hüpfen, um nicht als Kühlerfiguren zu enden. Froh, diesen „Angriff der Körperfresser“ überstanden zu haben, erreichten wir lebend das rettende Ufer, sprich Bordstein. Besagter Vater plärrte uns daraufhin an, was wir doch für schlechte Vorbilder seien etc. Einfach so vors Auto rennen und wenn das sein kleiner Sohn nachmachen würde. Einerseits konnte ich ihn ja verstehen, weil er sicher Angst um sein Kind und andererseits sicher auch keine Lust hatte, Zeuge eines Unfalls zu werden. Trotzdem war der Herr ungewöhnlich ausfällig geworden und ereiferte sich immer mehr, bis ich mich nicht mehr beherrschen konnte und ihn meinerseits dann unflätig betitelte. Meine Frau meinte dann, dass der überhitzte Typ, vielleicht seine eigene „Schuld“ überdecken wollte, schließlich hatte sein Auto am Straßenrand gestanden und uns teilweise die Sicht verdeckt. Möglicherweise war dies einer der Gründe für den Ausraster. Andererseits ist es schon eine Katastrophe für Eltern, die mit kleinen Kindern unterwegs sind. Die halten sich nämlich nicht immer an die Straßenverkehrsregeln und rennen einfach mal los, wenn sie was Interessantes sehen. Na klar, muss man sie im Auge be- und an der Hand festhalten aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie, jeder Mensch hat Momente, in denen seine Aufmerksamkeit schwindet. Ich weiß, dass ich ein hoffnungsloser Nostalgiker bin aber früher haben die Kinder mal Ball auf der Straße gespielt. Heute geht das kaum noch irgendwo. Die Straße gehört den Autos, kleinen Panzern, für die ein Kind kein großes Hindernis darstellt…
Das passt zwar nicht ganz zum Thema – aber ich schreib’s trotzdem noch hier rein. Die Wanderung war in Wachwitz dann noch nicht zu Ende. Wir sind vom Wachwitzgrund in die Ohlsche eingebogen. Meine Fr… das war ein ganz schön heftiger Anstieg hoch zur Karpatenstraße. Wir haben ordentlich getrieft, als wir oben ankamen. Herausgekommen sind wir dann letztendlich an der Krügerstraße. Dort lagen wieder eine Mnege gefällte Bäume. In Dresden wird wohl viel gebaut oder geheizt.
Von dort haben wir noch kurz bei einem Bekannten vorbei geschaut und sind dann zur Grundstraße runter. Keine Ahnung, wie lange das schon so ist aber die Treppen hinab (Namen des Weges habe ich vergessen) waren nachgerade Barock saniert und in gutem Pflegezustand. Ich kann mich erinnern, dass wir dort vor einiger Zeit mal im Zwielicht runtergestolpert sind. Jetzt kann man da regelrecht showtechnisch herabschreiten. Unten auf der Grundstraße ist mir aufgefallen, dass einige Dreckecken zum Vorschein kommen. Eine dieser Uraltbaracken ist wahrscheinlich beim letzten Sturm von einem Baum zertrümmert wurden und jetzt sieht man den ganzen Müll, denn Dach und Wände bisher huldvoll verdeckt haben. Und das war nicht die einzige Dreckecke. Seltsam fand ich auch diese Fabrik auf halber Höhe, die angeblich Baustelle ist. Angeblich deshalb, weil sie nicht wirklich abgesperrt und schon gar nicht gesichert ist. Auf dm Bürgersteig lagen Ziegelreste vom Dach. Wenn’s aus der Höhe eins auf die Rübe gibt, dann ist Schluss mit lustig…
Apropos Schluss: Die Plakate zum Ausbau sind weg. Ist das jetzt alles geklärt oder wie oder was?
Posted 5 months, 1 week ago at 16:52. Add a comment
Gestern war wieder Stadtratssitzung, das merkt man anhand der zahllosen Pressemitteilungen, die ich noch immer kriege. Hier mal eine Auswahl der Themen, die Dresden derzeit beschäftigen:
Die CDU beschwert sich, dass Dynamo einen zweiten Geschäftsführer einstellen will, obwohl kein Geld da ist und der Fußballverein quasi unter Aufsicht der Stadt steht. Da muss ich den Konservativen mal ausnahmsweise recht geben, wobei ich natürlich nicht weiß, ob die CDU-Abgeordneten über den Vorgang wirklich so uninformiert waren. Falls ja, ist das schon ein ganz schön starkes Stück und Dynamo verscherzt sich auf diesem Wege die städtische Unterstützung.
Die Grünen freuen sich über die verbesserte Bürgerbeteiligung beim Hochwasserschutz in Laubegast. Vielleicht können die Anwohner in meinem alten Stadtteil verhindern, dass sie auch solch tolle Bauwerke wie eine Hochwasserschutzmauer bekommen. Zu wünschen wäre es ihnen. Mich müsste das Thema von der Höhe aus betrachtet zwar nicht mehr so sehr interessieren aber ich hänge nochziemlich an dem Stadtteil. Als ich gestern aus der Stadt kommend am Elberadweg lang fuhr, kamen mir wieder die ganze Erinnerungen, z.B. an den Übergang zwischen Laubegast und Tolkewitz. Auf diesem kleinen Stück war es meist deutlich kälter als in der Umgebung, eine Kälte, die richtig in die Sachen kroch. Im Sommer gab es hier in der Flutrinne zahllose Frösche die quakten, hier habe ich Füchse, Fasane, Stieglitzschwärme und einen Grünspecht gesehen…
Kleine Info am Rande, für alle die, die’s noch nicht mitbekommen haben: Die Reinigung der Elbwiesen muss am Wochenende aufgrund des Hochwassers ausfallen und wird auf den 17.4. verschoben. Da bin ich wenigstens in der Stadt. Morgen wäre nix geworden.
Eine Meldung der Linken beschäftigte sich mit der Staatsoperette. Wieder so ein endloses Thema. Auch wenn ich mit der Musik nichts anfangen kann, ist es schon ein unwürdiger Zustand, das es nicht mal bei solch einer Mainstreamsache voran geht. Mehr als einmal habe ich schon darüber gelesen, dass der Zustand der Leubener Spielstätte katastrophal sein soll. Das Heizkraftwerk als neues Quartier ist wohl wieder aus dem Rennen, oder? War jetzt nicht irgendein mysteriöser Sponsor aufgetaucht, der ein Musical bauen wollte oder verwechsle ich da etwas? Wer soll da eigentlich den Überblick behalten? Ich würde mich ganz bescheiden über einen kleinen bezahlbaren Club für Konzerte abseits popmusikalischer Verwertungsmechanismen freuen. Zentral gelegen und gut erreichbar. Eine Operette brauche ich nicht…
Die Linksjugend meldete sich mit ihrer Kritik an den Einsparvorschlägen der Stadtführung zu Worte. Kulturpalastumbau vs. Schulsanierung heißt hier die Stoßrichtung. Ich weiß auch hier nicht, was ich davon halten soll. Gibt es denn schon eine Einigung über den Kulturpalast und was damit geschehen soll? Auch hier habe ich völlig den Faden verloren. Das ewige hin und her sorgt bei mir im Allgemeinen dafür, dass ich irgendwann das Interesse verliere. Na wie auch immer – ich bin mal vor ca. zehn Jahren im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit in einer Schule im Hecht gewesen und was ich da gesehen habe, konnte man nur als Katastrophe bezeichnen. An den Wänden von denen Farbe abblätterte, hingen irgendwelche Bravo-Poster-Larven, das Mobiliar sah aus wie aus DDR-Zeiten und war selbstredend vollkommen zerschlissen. Wo da die Begeisterung am Lernen herkommen soll, das muss mir erst einmal jemand erklären. Da wir in der Schule waren, um Bilder zu machen, strichen wir umgehend die Segel und gingen ins St. Benno-Gymnasium. Der Unterschied war unglaublich…
Dresden, Stadt voller Baustellen. In diesem Sinne möchte ich einen alten Werbespruch in Erinnerung rufen: Es gibt viel zu tun, packen wir es an!
Posted 5 months, 2 weeks ago at 15:54. 1 comment
Das Frühjahr beginnt und in Dresden steht das Thema Hochwasser wieder auf dem Plan. In einer Stadt, die direkt an einem Flussufer liegt, ist das auch alles andere als verwunderlich. Dabei können wir unseren Vorfahren noch richtig dankbar sein, dass die so intelligent waren, die hübschen Elbufer zum großen Teil nicht zu bebauen. Heutzutage reizt das tolle Bauland oftmals dazu, es einem weniger intelligenten Zeitgenossen zu verkaufen, der sich dann regelmäßig darüber wundert, dass sein Keller voll läuft oder die Elbe zur Tür hereinkommt. Herr schmeiß Hirn vom Himmel! Ob die supertolle Hochwasserschutzmauer in Pieschen, der zahllose alte Bäume weichen mussten, da wirklich Hilfe verspricht? Ich bezweifle das einfach mal so. Ich frag mich immer, was sich die Leute dabei denken. Was wenn das Wasser einfach drum herum läuft oder aus der Kanalisation gedrückt wird? Wäre es nicht klüger, einige Gebiete einfach mal zurückzubauen und als Pufferzone frei zu lassen? Egal. Dass das Thema bewegt, sieht man daran, dass heut gleich zwei Hochwassermeldungen im Stadt-Newsletter zu finden waren.
Ich bin heut morgen den Körnerweg gefahren und ich kann vermelden, dass es nur noch wenige Zentimeter sind, bis das Wasser auf den Radweg läuft. Vorn am Wasserwerk sprudelte das Bächlein schon über die Brunnenfassung und über den Weg. Ich hoffe, ich komme heut Abend dort noch trockenen Fusses lang.
Apropos Wasser – das hat grad gekocht und ich hab mir einen Tee angesetzt. Mit dem Kaffee ist erst einmal Schluss, auf Dauer hat meine Magen und mein Kreislauf diese Belastung nicht ausgehalten. Die Kollegen lästern zwar, wenn ic mit meinem Kännchen durch die Gegend marschiere aber der Hohn prallt an mir ab. Jetzt kommt also Tee auf den Tisch – da gibt es verschiedene leckere Teesorten und nicht nur eine Art koffeinhaltiges Heißgetränk. Denn im Büro stehen selbstverständlich nur die preiswertesten Sorten Kaffee und die sind auf Dauer nicht wirklich ein Genuss. Vor kurzem habe ich irgendwo (man sollte sich alles bookmarken) gelesen, dass im handelsüblichen Kaffee bis zu 30 Prozent Zichorie enthalten sein darf, ohne dass das auf der Packung angegeben werden muss. Eigentlich kann ich’s kaum glauben, bei unserem strengen Lebensmittelrecht…
Aber zurück zum Hochwasser. Wer den weiteren Pegelansteig mitverfolgen will, dem sei die Adresse www.hochwasserzentrum.sachsen.de empfohlen!
Posted 5 months, 2 weeks ago at 10:34. 4 comments
Vor einiger Zeit habe ich mich mit Freunden darüber unterhalten, wie viele Einwohner die Stadt hat, nun liegt ein “amtliches Endergebnis” vor: Die Landeshauptstadt hat die aktuelle Eckdaten der Bevölkerungsentwicklung veröffentlicht. Nachzulesen ist das Ganze auf der Website der Stadt.
Hier ein paar wichtige Daten:
… am 31. Dezember 2009 hatte Dresden laut Melderegister 511 138 Einwohner
… nachdem 2008 die Fortzüge in die alten Bundesländer anstiegen, haben sie sich nun wieder auf Normalmaß eingestellt
… Zuzüge aus dem Westen Deutschlands stiegen auf einen Höchststand, konnten die Fortzüge aber nicht ausgleichen
… Geburtenzahl stieg auf 5 516, der Geburtenüberschuss (Vergleich mit Sterbefällen) beträgt unter 500.
… in neun von zehn Ortsamtsbereichen und in vier von neun Ortschaften nahm die Zahl der Einwohner zu, in Prohlis nahm die Bevölkerungszahl geringfügig ab.
… 20 Prozent und mehr Zuwachs verzeichneten die Radeberger Vorstadt, die Äußere Neustadt, Pieschen-Süd, Kleinzschachwitz, Löbtau-Süd und die östliche Südvorstadt, Lockwitz/Nickern und Laubegast über 50 Prozent
… das Durchschnittsalter der Dresdner liegt bei 43,1 Jahren
… stärkster Jahrgang sind die 1985 Geborenen
… 99 Dresdner Einwohner waren 100 Jahre oder älter, davon 89 Frauen!
… „ältester“ Stadtteil ist das südliche Johannstadt (Durchschnittsalter von fast 55 Jahren)
… „jüngste“ Stadtteile sind Äußere Neustadt und Leipziger Vorstadt (31,5 bzw. 34,0 Jahre)
… fast 38 Prozent der Erwachsenen waren ledig
… Zahl der Ausländer, die in Dresden leben beträgt knapp 20 000, der Ausländeranteil liegt damit bei 3,9 Prozent
… die stärkste Landesgruppe sind die Vietnamesen.
Wer alle Zahlen und Fakten im Überblick haben möchte, der wende sich an die Kommunale Statistikstelle: Hier gibt es die Broschüre „Bevölkerungen und Haushalte 2009“ (Hauptteil) zum Preis von acht Euro und den Tabellenteil zum Preis von zehn Euro.
Bestellungen sind zu richten an: Landeshauptstadt Dresden, Kommunale Statistikstelle, PF 12 00 20, 01001 Dresden, Telefon (03 51) 4 88 11 00 oder E-Mail: statistik@dresden.de
Posted 5 months, 2 weeks ago at 13:25. Add a comment